Hiermit möchte ich euch mit etwas wunderbaren bereichern
Kapitel A:
Der Wert des Samens
Meine lieben Brüder! Die vitale Energie, der Samen, der dein Leben unterstützt, der in deinen funkelnden Augen erstrahlt, der sich in deinen lachenden Wangen widerspiegelt, ist ein großer Schatz für dich.
Bedenke diesen Punkt gut. Der Samen ist die Quintessenz des Blutes.
Ein Tropfen des Samens ist aus vierzig Tropfen des Blutes hergestellt. Daran kannst du erkennen, wie
wertvoll diese Flüssigkeit ist.
Ein Baum bezieht seine lebenswichtige Versorgung von der Erde. Diese lebensnotwendige Essenz verteilt sich im ganzen Baum, in seinen Zweigen, Ästen, Blättern, Blüten und Früchten. Die leuchtenden Farben und das Leben in den Blättern, in den Blüten und in den Früchten sind Ausdruck göttlicher Ekstase.
Der Samen, der durch die Zellen des Hodens aus dem Blut erzeugt wird, verleiht dem menschlichen Körper und seinen Organen Gesundheit, Schönheit und Vitalität.
- Swami Sivananda -
Kapitel A²:
Der Wert des Samens
Entsprechend Ayurveda ist der Same das letzte Körpergewebe wie z.B. Muskel- oder Fettgewebe, die aus Nahrung heraus gebildet werden. Aus der Nahrung heraus wird ein Milchsaft produziert. Aus dem Milchsaft heraus entwickelt sich Blut. Aus Blut heraus entwickelt sich Fleisch. Aus dem Fleisch entwickelt sich Fett. Aus Fett heraus entstehen Knochen. Aus Knochen heraus kommt Mark. Aus Mark heraus entsteht Samen.
Dies sind die sieben Dhatus (Körpergewebearten) des Ayurveda, die unser Leben und unseren Körper unterstützen. Mark ist also ebenso wertvoll wie Samen. Aber der Samen ist die letzte Essenz. Er entspricht der letzten Umwandlungsstufe der Nahrung. Der Samen entwickelt sich aus dem Mark, der geschützt innerhalb der Knochen verborgen ist. Es gibt drei Bereiche in jedem Dhatu.
Der Samen ernährt den physischen Körper, das Herz (die Liebe) und den Intellekt. Nur derjenige, der den physischen Körper, das Herz und den Intellekt benutzt, kann vollkommenes Brahmacharya verwirklichen.
- Swami Sivananda -
------------------------------
Kapitel B:
Das am stärksten Entkräftende und Entmutigende Vergnügen ist das sexuelle Vergnügen. Es geht einher mit Schmerzen, Schwächen, Anhaftungen, mit einem schwachen Willen, einer Sklavenmentalität, mit großer Anstrengung im Kampf gegen die sinnliche Begierde und mit Nervosität.
Aber sinnliche Menschen kommen niemals zur Vernunft, obwohl sie harte Schläge, Tritte und Prügel aus allen Richtungen beziehen. Der streunende Straßenhund schleicht immer wieder in die Häuser, obwohl er dort jedes Mal mit Steinen beworfen wird.
Bedeutende westliche Mediziner sagen, dass verschiedene Krankheiten aus dem Verlust des Samens entstehen, besonders im jungen Alter.
Sie zeigen sich als Blutgeschwüre auf dem Körper, Bläschen oder Akne auf dem Gesicht, als blaue Linien unter den Augen, als Fehlen von Barthaaren, als eingefallene Augen, als Bleichgesicht mit Blutarmut, als Gedächtnisverlust, als Verlust des Sehvermögens, als Kurzsichtigkeit, als Verlust des Samens zusammen mit den Urin, als Vergrößerung der Hoden, als Schmerz im Hoden, als Erschöpfung, Schläfrigkeit, Trägheit, Depression, Herzklopfen, als Atemnot oder Schwierigkeit mit der Atmung, als Schwindsucht, als Rückenschmerzen, Lendenschmerzen, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, als schwache Nieren, als Urinieren im Schlaf, als Wankelmütigkeit, Denkfaulheit, als schlechte Träume, feuchte Träume, als Unruhe und Rastlosigkeit.
- Swami Sivananda -
---------------------
Kapitel C:
Die Sexualenergie ist die höchste Kraft im menschlichen Körper, die alle anderen Kräfte in sich schließt und alle Formen annimmt. Körper, Gehirn und Geist beziehen ihre Kraft und Vitalität aus dieser Sexualenergie. Statt dieser Energie zu erlauben, die Form grober sexueller Vergnügen anzunehmen, die auf die Dauer zu körperlichem und geistigem Tod führen, sollte sie bewahrt und in einen Vorrat großer geistiger und körperlicher Vitalität verwandelt werden.
Mit dem Erlöschen sexueller Wünsche, Gedanken und Handlungen wird der Geist von dieser stärksten aller Bindungen befreit. Für alle, die sich ein langes Leben in Frieden, Reinheit, Gedeihen und Befreiung wünschen, ist das ein weiterer Grund für die große Notwendigkeit, Brahmacharya einzuhalten.
- Swami Narayanananda -
Sexualität und spirituelles Leben:
Sexuelle Befriedigung ist ein großes Hindernis auf dem spirituellen Weg. Die Lockung des Fleisches ist dein unverwundbarer Feind. Er versperrt auf jeden Fall die spirituellen Praktiken.
Der Geschlechtstrieb muss kontrolliert werden durch die Pflege erhabener göttlicher Gedanken und regelmäßige Meditation. Nur dann ist der Strebende sicher.
Der Yogaschüler muss rein sein in Gedanken, Wort und Tat.
Wenn der Zustand der vollkommenen Sublimierung erreicht ist, wird Reinheit in Gedanken, Wort und Tat herrschen. Dann wird kein sexueller Gedanke eindringen. Der Geschlechtstrieb ist eine schöpferische Kraft. Lenke die Sexualenergie zum höheren spirituellen Kanal. Dann wird sie sublimiert.
Sie wird in göttliche Energie umgewandelt. Wenn Du nicht die Inspiration spiritueller Gedanken hast, ist es schwierig, den Geschlechtsinstinkt unter Kontrolle zu bringen.
- Swami Sivananda -
Sexuelle Erregung und ihre negativen Folgen:
Wenn ein Mensch leidenschaftlich erregt ist, wird das Prana in Bewegung gesetzt.
Die Lebenskraft, das Prana, bewegt die Geschlechtsflüssigkeiten.
Wenn der Same im Geschlechtsakt verlorengeht, wird das Prana unstet. Der Mensch wird nervös. Dann auch kann der Geist nicht richtig arbeiten. Der Mensch wird wankelmütig. Geistig Schwäche tritt auf.
Ist Virya einmal verlorengegangen, kann es im ganzen Leben nicht mehr wiedererlangt werden, auch nicht wenn man jede Menge Stärkungsmittel und Tonika zu sich nimmt.
Befriedigung im Geschlechtsakt ist sowohl für das weibliche System erschöpfend, als auch eine Belastung für die Vitalität beim Mann. Die dabei entstehende Nervenanspannung ist in der Tat beträchtlich. Da das System der Frauen empfindlicher und reizbarer ist, sind sie oftmals stärker betroffen als Männer.
- Swami Sivananda -
Sexuelle Befriedigung - die große Illusion:
Sexuelles Vergnügen ist eine Illusion. Es ist eine Täuschung. Es ist nicht wirklich ein Vergnügen. Es ist nur ein Nervenkitzel. Alle weltlichen Vergnügen erscheinen am Anfang als Nektar. ABER AM ENDE WERDEN SIE ZU GIFT. Denke darüber nach, O Saumya, mein geliebter Sohn!
Lass dich nicht von sinnlichen Impulsen von der Leidenschaft entführen. Am Ende sind die Menschen traurig. Frag' jeden Familienvater, ob er auch nur einen Jota Glück in seinem Leben findet. Die Fliege fliegt zum Feuer oder zur Lampe, denkt, dass es eine Blume ist, und verbrennt sich daran.
Ebenso läuft der leidenschaftliche Mann einer hübschen Frau nach, denkt, dass er dort das wahre Glück findet, und verbrennt im Feuer der Leidenschaft. Ebenso, wie die Seidenraupe sich in ihrem selbstgesponnenen Kokon einwickelt, so hast auch du dich in die Maschen deiner sinnlichen Wünsche eingesponnen.
Zerschneide die Maschen durch das Messer der Unterscheidungskraft und steige auf den Flügen der Hingabe und des Wissens ins Reich des ewigen Friedens (Nirvana - die Aufhebung aller Wahrnehmungen und Empfindungen).
- Swami Sivananda -
Fazit:
Wenn jemand wirklich erkennt, welcher Schaden durch ein unreines Leben entstehst und sich entschließt, sein Leben an spirituellen Grundsätzen auszurichten, um das Ziel eines reines Lebens zu erreichen, so sollte er seinen Geist mit göttlichen Gedanken beschäftigen, sich in die Meditation vertiefen, die heiligen Schriften studieren und sich um die Nächstenliebe bemühen. Mangel an spiritueller Praxis ist der Hauptgrund für die sexuelle Anziehungskraft.
Theoretische Enthaltsamkeit von der Sinneslust wird keine Erfolge bringen. Du musst gnadenlos alle sozialen Verbindungen abschneiden und ein spirituelles Leben führen, wenn du dich von der sinnlichen Verhaftung befreien möchtest.
Nachgiebigkeit gegenüber sinnlichen Tendenzen wird dir Leid bescheren. Entschuldigungen sind in dieser Hinsicht nicht angebracht.
Vielmehr wird Einsicht dir weiterhelfen. Du musst bei deiner Suche nach einem spirituellen Leben unbedingt aufrichtig sein. Halbherzigkeit belässt dich in dem alten Zustand deines Elends.
- Swami Sivananda -