|
Wenn man das Wort "Stolz" mit "Dankbarkeit" ersetzt, macht die Frage mehr Sinn. Man könnte dankbar dafür sein, dass die Vergangenheit Deutschland's uns im Allgemeinen gute Lebensumstände "vererbt" hat. Diesen Dank könnte man mit einem Stück Konservatismus (im Bezug zu den Werten, Normen und Kulturgütern, die man für erhaltenswert empfindet) erwidern, um bestimmte Werte und Umstände fortwähren zu lassen. Gegenteilig könnte man Ablehnung empfinden und kulturelle Erneuerungen unterstützen (im Bezug zu den Werten, Normen und Kulturgütern, die man für unerhaltenswert empfindet). Dass Menschen aber zunehmend weniger "Stolz" für ihre Nationalität, Ethnizität usw. empfinden und stattdessen der Stolz sich zunehmend auf individuelle Leistungen bezieht, halte ich trotzdem für eine positive Entwicklung, da man individuelle Leistung besser zuordnen kann und kollektive Leistung im Grunde genommen aus der Summe und dem Zusammenspiel der individuellen Leistungen entsteht. Nicht umsonst war die persönliche Mündigkeit und das Erstarken des Individualismus das Leitmotiv der Aufklärung. Eine kulturelle Rückbesinnung auf kollektivistisch motivierte Werte und Normen gleicht in der westlichen Welt einem kulturellen Rückschritt von über 70 - 300 Jahren (je nach dem von wo man ausgeht).
Btw. sorry an den TE. Das Video habe ich mir nicht angesehen, aber ich kann mir gut vorstellen was dein Anliegen ist.
|