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Originally Posted by Prehistoric
Hey,
habe jemanden ein Spielekonto über das Portal "G2G" verkauft.
Nach ca. 2 Monaten wurde das Spielkonto gesperrt wegen "betrügerischer Tätigkeiten" auf dem Konto.
Der G2G Support hat ohne nachzudenken dem "Geschädigtem" Recht gegeben.
Jetzt wurde mir in einer "Lawyer" E-Mail von G2G mitgeteilt, ich solle das Geld zurückzahlen oder G2G schaltet die Polizei ein.
Das Konto wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit aufgrund Fehlverhalten des Käufers (irgendwelche Bugs/Cheats etc.) im Spiel gebannt und ich soll jetzt auf den Kosten sitzen bleiben.
Kann mir da was passieren? Der Käufer hat das Spielkonto (welches ja sowieso nicht verkauft werden darf!) über 2 Monate lang besessen und hätte sonst was machen können.
Ich finde unverschämt, dass man als Verkäufer an dem viel kürzeren Hebel sitzt.
Kann ich dagegen angehen? Muss ich die offene Summe begleichen obwohl ich keine Schuld habe oder sollte ich es aussitzen? Es handelt sich um ca. 1500€, die habe ich nicht mal eben da. Also bezahlen und dann gegen angehen und eventuell drauf sitzen bleiben ist nicht drinnen.
Ich weiß ich sollte zum Anwalt gehen und das prüfen lassen, wollte vorab aber eine zweite Meinung, da der Verkauf von Spieleaccounts lt. Richtlinien des Spieleherstellers ja sowieso verboten ist.
Hat bei G2G jemand gleiche Erfahrungen gemacht?
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Leider (wie so oft...) wirfst du da erst einmal zwei verschiedene Sachen durcheinander. Nur weil in den AGBs steht dass Accounts verkaufen nicht erlaubt ist, heißt das nicht, dass es per se illegal oder gar vom Staat geahndet wird.
Das heißt wenn du etwas verkaufst, was du nicht verkaufen darfst, interessiert das erst einmal keinen solange nicht die Spielefirma gegen dich klagt (was aber wie sehr oft in anderen Threads erklärt, schwierig wird; Hier lässt sich idR nur Schadensersatz durchsetzen).
Was anderes ist es, wenn du Dinge verkaufst (egal ob du das laut AGB durftest oder nicht) und dann nicht oder mangelhaft lieferst. In diesem Fall dürfte ein gebannter Account einem erheblichem Mangel entsprechen. Aufgabe von dir ist es jetzt zu beweisen, dass zu dem Zeitpunkt der Übergabe der Account noch nicht gebannt war.
Am stichhaltigsten ginge das mit einer E-Mail des Spielepublishers direkt an deren Anwalt bzw. an deinen... Aber hier wird es eklig. Der Spielepublisher wird sehr wahrscheinlich einen Teufel tun und dich unterstützen, weil du ja auch deren AGBs nicht eingehalten hast. Die werden die Daten erst auf richterlicher/anwaltlicher Anordnung rausrücken und auch dann vermutlicher eher so meeeh.
Plus (auch wenn die Chance gegen 0.001% geht) besteht die Chance bei einem besonders großem "Account-Verkauf" (viele oder besonders teure Accounts), dass der Publisher auch gegen dich vorgeht, weil er jetzt eh schon ein halbes verwertbares Geständnis von dir hat und direkt dich ausschalten kann. Wie gesagt ist die Chance nahe 0, aber nicht unmöglich bei entsprechender Quantität/Qualität.
In der Summe klingt das aber alles schlimmer als es ist. Aber da du da Sachen machst die vielen Leuten ein Dorn im Auge sind, wird dir das künstlich erschwert... "Nichts machen" wäre die dümmste Variante. Mindestens belegten Einspruch einlegen und im besten Falle einen Anwalt kontaktieren. Erstgespräche sind meist kostenlos oder wenigstens vergleichsweise günstig.