Also, ich fange mal an

Ich persönliche gehe auf eine Waldorschule (10 Klasse) Gymnasium-Zweig.
Vorteile (Meiner Meinung nach):
- Man hat 13 Jahre Zeit für das Abitur und 12 Jahre für den Realschulabschluss. Viele werden jetzt schreiben, dass das doch "totale Kacke ist" weil man ja viel länger in der Schule bleiben muss. Dieser Meinung bin ich nicht, denn viele Jugendliche wissen mit 16 noch nicht einmal wo sie später landen möchten.
-Ein weiterer Vorteil für mich ist, dass man von der 1. Klasse an bis zur 12 oder 13 Klasse bei den gleichen Mitschülern bleibt. Außerdem erhalten die Realisten bis zur 11 Klassen täglich minimum 2-3 Stunden den gleichen Unterricht wie die Gymnasiasten.
-Ein weiterer Vorteil ist für mich ist, dass man zum Teil nützliche Dinge lernt, die man im späteren Leben sicher benutzen kann. Ich zum Beispiel habe ein Vermessungspraktikum, ein Landwirtschaftspraktium, Erfahrung mit Theater, sowie einige technische Dinge vorzuweisen. Außerdem hat man auf einer Waldorschule bis zur 8 Klasse "Näh-Unterricht" indem man lernt, zu nähen etc. Meiner Meinung nach ist dieser Unterricht nicht unbedingt Interessant, jedoch sicher sehr hilfreich für das spätere Leben, wenn man mal einen abgefallenen Knopp oder etwas Ähnliches reparieren muss.
- Bis zur 8. Klasse haben die Schüler jeden Morgen 2 Std. bei dem gleichen Lehrer Unterricht. Dieser Lehrer lehrt die unterschiedlichen Fächer in einem Epochenrythmus. Das bedeutet, um es anschaulich darzustellen, dass man wie folgt lernt:
4 Wochen Mathematik danach 4 Wochen Biologie danach 4 Wochen Deutsch ( Je 2 Std. pro Tag). Stunden wie Sport, Fremdsprache 1 und 2 sowie Religion und später auch Mathematikunterricht werden ab 9:30 in einzelnen Fachstunden unterrichtet.
- In der Waldorschule wird sehr auf Zusammenhalt der Klasse gelegt. Die jüngeren Schüler machen meist viele Ausflüge.
- Ein wichtiger Punkt für mich ist ebenfalls, das man genau wie an einer Staatsschule gant reguläre Abschlüsse bekommt! Sek 1 Sek 2 und Zentral Abitur.
Hauptschulabschluss nach der 10. Klasse ( Ohne Prüfungen )
Realschulabschluss nach der 12. Klasse ( Ohne Prüfungen sofern man für das Abitur zugelassen wurde)
Abitur nach der 13. Klasse ( Mit ganz normalen und regulären Prüfungen)
-Ein weiterer Vorteil ist für mich, das viele Praktika gemacht werden müssen.
Ein Berufspraktikum, ein Sozialpraktika und noch einige andere. Manche Praktika können sogar über 2-3 Monate dauern und sollen dem Jugendlichen die Möglichkeit geben, sich einen Beruf auszusuchen, den er eventuell auch im späteren Leben machen möchte.
-Da alle hier immer über das "Dann kann ich ja meinen Namen tanzen" Hihihii" lachen, möchte ich das gerne mal erklären. Dieses Unterrichtsfach, wo man dieses ach so lustige "Tanzen" lernt, heißt Eurythmie. Dieses Fach dient zur Entspannung sowie zur Körper-Gehirn Koordination. Natürlich finde ich dieses Fach auch nicht so toll, jedoch ist es manchmal echt nützlich. In diesem Fach gibt es ein Alphabet, womit man dann schließlich seinen Namen tanzen kann. Ja, ich kann meinen Namen auch tanzen..und somit habe ich eine Fähigkeit mehr, die ihr nicht habt..

-Für die Eltern gesehen ist ein weiterer Vorteil, dass es relativ oft Gespräche mit den Lehrern und den Kindern gibt. Die Lehrer kritisieren dort die Schwachstellen der Kinder und Loben deren Stärken.
- Kommen wir zum Notensystem. Bis zur 11.Klasse erhält man keine Noten. Jeder Lehrer schreibt einen Text, in den er schreibt, wo das Kind gut ist und wo es sich verbessern muss. Mir persönlich hilft das immer sehr als wenn ich nur eine Zahl zwischen 6-1 sehe.
- Auf der Waldorfschule ist es soweit ich weiß nicht möglich sitzen zu bleiben. Man kann entweder die Klasse freiwillig wiederholen oder es wird einem geraten, den Zweig zu ändern. (Z.B. von Gym-> Real).
-Der letze Vorteil für mich ist, dass man insgesamt 2 Wochen mehr Ferien hat als die Staatsschüler.
-Außerdem wird jeder Schüler nach seinen individuellen Leistungen benotet. Natürlich, wenn ein Schüler diese nicht mehr erfüllt muss er den Zweig auch wechseln, genau wie auf einer Staatsschule.
Nachteile:
-Ein Nachteil ist natürlich(für die Erziehungsberechtigten) dass die Schule monatliche Kosten hat. Die Kosten werden jedoch beim 2.Kind weniger und für das 3 Kind ist die Schule dann auch kostenlos.
-Für mich als Schüler ist es meist natürlich ärgerlich, wenn man mehr Std hat als manche Freunde auf einer Staatschule. Jedoch, je älter man wird, desto schneller begreift man, dass vieles davon für das spätere Leben sinnvoll ist.
Meiner Meinung nach muss das jeder Mensch für sich entscheiden. Ich habe meiner Meinung nach die richtige Entscheidung getroffen.
Außerdem finde ich es total affig, wenn Leute Witze über diese Schule machen oder sagen dass die "Achso behinderten Waldorfschüler einen anderen Abschluss bekommen".
Man halt mehr Zeit zum lernen und so auch mehr Zeit für außerschulische Aktivitäten.
Ich hoffe ich konnte dir einen kleinen Einblick verschaffen und falls du noch irgendwelche Fragen hast kannst du mir ja einfach eine PN schicken.
Lg,
@ Koala, die Bustickets werden genau wie auf einer Staatsschule umsonst verteilt.
Außerdem habe ich jede Woche 3 Stunden Mathematik, was meiner Meinung nach genug ist.
Wo wir beim Mathematischen sind... Hast du gelernt Längen, Winkel zu vermessen und Koordinationen und Höhenmessungen anzustellen?
Außerdem erhält man genau die gleichen Abschlüsse wie auf einer Staatsschule.
In meiner Stadt, hat die Waldorfschule jedes Jahr die zweit meisten Abiturienten/in. Das allein sollte der Beweis sein, dass man die ganz normalen Abschlüsse bekommt.
Lg,