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Originally Posted by .TanZo
Aber denkst du nicht, dass es mehr Schüler gibt, die dran kaputt gehen? Ich gebe dir Recht, dass wirklich sehr viele einfach keine Motivation haben, um irgendetwas für die Schule zu machen. Ich glaube nur, dass diese Stimmen einfach lauter sind, es aber viel zu viele gibt, die tagelang da hocken und es wegen dem Druck der Eltern einfach nicht gebacken kriegen. Mein Ziel war es früher nie das Abitur mit 1, zu schaffen, deswegen war es auch keineswegs erdrückend und zu viel verlangt. Ich hab während meiner ganzen Schullaufbahn gechillt bis zum geht nicht mehr. Was aber wäre mit mir passiert, wenn ich ein Medizinstudium als Ziel gehabt hätte? Oder meine Eltern es von mir verlangt hätten?
Ein Kumpel hat 1,0 gehabt und kam in KEINEN Medizin Studiengang , erst nach 2 Wartesemestern... wo soll das hinführen?
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Da unterscheidet sich wohl deine Wahrnehmung ganz klar von meiner. Ich sehe hier nur Leute, die sich darüber beschweren 2h für eine Klausur in der Oberstufe lernen zu müssen. "Wie soll man das schaffen", heißt es nur zu oft.
Nichts gegen dich - aber es gibt meiner Ansicht nach viel zu viel Leute, die ihre "Schullaufbahn gechillt" angehen. Möchte nicht sagen, dass es mehr Druck geben sollte, aber es ist halt ein Grundgedanke, der da falsch läuft.
Wer selbst heute, und heute ist es am schwierigsten, sich für einen Medizin Studienplatz bewirbt, bekommt
sicher einen Platz mit 1,0. Ausnahme: Man hat Präferenzen, an welchen UNIs man studiert. Aber so ist das nun mal. Wenn man an den besten UNIs studieren möchte, muss man nochmal eine Schippe drauflegen. Aber Fakt ist: einen tiefen 1er Schnitt braucht man. Das ist schon krass, da hast du recht.
Das führt mich aber zum nächsten Punkt:
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Originally Posted by mrapc
Dazu das wir die besten Mediziner überhaupt haben?
Aber anders rum wie viele sind es denn die wirklich große Ziele haben und sagen sie packen den Druck nicht?
Die meisten die rumheulen Leistungsdruck etc. sind meist die, die in der letzten Reihe sitzen und auf den Tisch malen und denken es ist lustig wenn sie irgend ein Scheiß in die Klausur schreiben.
Die meisten Experten etc.sagen doch, wer etwas mit Leidenschaft macht wird irgendwann entdeckt, was bedeutet wenn du etwas besonders gut kannst und wirklich willst, ist es bestimmt Möglich.
Ein Medizinstudium ist da natürlich die absolut höchste Liga, nur darf man nicht vergessen wie wichtig es ist das Mediziner gut ausgebildet sind oder willst du von dem größten Rabauken aus deiner Klasse irgend wann mal behandelt werden?
Natürlich ist die Schule langweilig, anstrengend und und und, aber wer schnell merkt was ihm liegt kann immer die richtigen und leichtesten Wege einschlagen, für mich war das mein Schwerpunkt auf Mathe und Informatik zu legen.
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Der NC bei Medizin ist lediglich so hoch, weil sich so viele Leute dafür bewerben. Die Hochschulen sind jahrelang vollbesetzt gewesen, weshalb sich jährlich der NC hochgeschoben hat. Irgendwie muss man schließlich entscheiden, wer einen Platz bekommt und wer nicht. Die Abitur Note ist aber heutzutage - zum Glück - nicht alles, was zählt, wenn man studieren möchte.
Aber ich verstehe, was du sagen möchtest. Ich seh's auch so. Die Abi Note ist sicher kein Indikator für einen "guten" Menschen. Aber durchaus ein Indikator für den Ehrgeiz einer Person. Mal ein aktuelles Beispiel, was diese Annahme widerlegt: Schulz, der neue SPD Spitzenkandidat, ist während der Oberstufe durchgefallen, aufgrund schrecklichen Zensuren. Dennoch ein - scheinbar - top Politiker.(Ja, Politiker müssen nicht immer qualifiziert sein, sondern im Prinzip nur persuasiv vorgehen, aber in der Regel Menschen vom Fach, denen wir vertrauen) Es gibt immer wieder Ausnahmen, aber Leute mit einem 1,0er Abi haben in der Regel die Ausdauer. Die Disziplin, die so wichtig ist im Leben.
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Originally Posted by algernong
Zeigt ein 1,0 Abitur mehr, als dass man nicht auf den Kopf gefallen ist und dass man sich selbst in die Fächer reinhängen kann, die einem komplett hintenrum vorbei gehen?
Dass man für Medizin so eine gute Abitursnote braucht ist doch allein darin begründet, dass das Studium so begehrt ist.
Sonst wäre ja irgendwie auch die Abbrecherquote höher, wenn nur die Besten der Besten Ärzte werden sollen. Oder meinst du auch, dass 95% derer, die in Deutsch und Geschichte super im Abitur waren gleichzeitig auch ausgezeichnete Biologen / Mediziner sind, wenn sie bestenfalls Biologie in der Oberstufe sogar abgewählt haben?
Ich finde aber auch, dass der Leistungsdruck hausgemacht ist. Es gibt doch genügend Fächer, in die man auch mit nicht top Abitur reinkommt. Das ist doch schrecklich, wenn man sich seine Abitursnote schon vorher festsetzt – dann muss ich ja bei jeder Klausur unheimliche Angst haben, dass ich damit jetzt alles kaputt mache. Da mache ich doch lieber erst mein Abitur und gucke dann, was damit geht.
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Wie oben genannt, hast du recht bzgl der Erklärung des NCs. Durchfallquote bei Medizin ist allerdings de facto extrem gering(wie nie), was wohl auf den NC zurück zu führen ist.
Diese Aussage von dir finde ich persönlich jedoch extrem verwerflich. Wenn ich einen Traum habe, ist es doch logisch sich dafür einzusetzen? Deine Annahme kann nur gültig sein, wenn man in Betracht zieht, dass jeder Abiturient ohnehin 100% gibt, auch ohne ein festes Ziel zu haben. Denn nur so kann man sich dann im Nachhinein nichts vorwerfen, sollte es bspw. doch ein Studiengang mit 1,0er NC Beschränkung sein. Aber de facto: Leute arbeiten nur so viel, wie sie aus müssen. Keine Ahnung, was man machen möchte(oder wie du: bewusst kein Ziel setzen, nur aus Angst vor der Angst) -> kein Antrieb irgendwas für die Schule zu machen. Resultat: man verbaut sich dermaßen den Weg für die Zukunft.
"Genügend Fächer ohne top Abitur" - du musst wahrscheinlich dein Leben lang in diesem jeweiligen Beruf sitzen. Willst du nur aufgrund deines mangelhaften Abi dein restliches Leben "versauen"(extrem gesagt). Ich will nicht irgendein Fach studieren. Ich will DAS Fach studieren.