Da wir nun einen Politics and Society Bereich haben, fällt mir doch gleich ein kleines Diskussionsthema ein.
Seit längerer Zeit ist dieses Thema auch in den Medien präsent und viele junge Menschen klagen darüber: Leistungsdruck. Im Zuge einer Weiterbildung im Bereich Psychologie und Gesellschaftswissenschaften, habe ich mich mit einer kleinen Gruppe von Menschen mit dem Thema Leistungsdruck auseinandergesetzt. Viele Medien prangern an das unsere Gesellschaft so schnell voran schreitet, dass es jungen Menschen schwer möglich ist sich richtig auszuleben. Junge Erwachsene, die in der Oberstufe eines Gymnasiums auf die Frage nach ihrem Traumberuf einen Handwerksberuf angeben, werden oft etwas merkwürdig angesehen.
Wer von euch kennt den Satz nicht: "Ich muss schnell mein Abitur machen, am besten mit 2,0 oder besser, um Jura oder Medizin studieren zu können. In anderen Berufen kann man ja eh nicht genug Geld verdienen, um sich ein gutes Leben zu ermöglichen."
Oft haben diese Jungen Erwachsenen aber Begabungen im künstlerischen oder handwerklichen Bereich, welche dann oft nicht genutzt werden. In Deutschland gibt es heute so viele Akademiker, wie nie zuvor, dafür aber immer weniger Menschen die einen handwerklichen Beruf ergreifen.
Aber warum sehen sich Junge Erwachsene immer öfters dazu verpflichtet einen akademischen Abschluss zu erreichen und bestenfalls mit 30 die erste Millionen auf dem Konto zu haben?
Ein Mitglied der oben genannten kleinen Gruppe war eine Medizinerin im Alter von 28 Jahren. Während dieser Diskussion hat sie uns einen kleinen Einblick in ihr Leben gegeben. Für sie beginnt der Tag meist um 4 Uhr morgens und endet gegen 11- oder 12 Uhr abends. Sie sagte uns das es mittlerweile so viele Studenten, der Medizin gibt, dass sie, sofern sie nicht unglaubliches Talent/Glück hat oder eine hohe Summe an Überstunden arbeitet, schnell ihren Job verliert. Irgendwann während des Gespräches sagte sie uns dann, dass sie eigentlich gerne Grafik Design studiert hätte, aber ihre Eltern auf ein Medizin Studium bestanden hätten, um ihr später ein besseres Leben zu garantieren und ihr 1,0 Abitur nicht zu "verschwenden".
Im Verlauf unserer Arbeit ist uns dann aufgefallen das genau diese Menschen, oft unter dem Leistungsdruck zusammenbrechen. Aber nicht nur Medizin hat dieses "Problem", denn in Deutschland gibt es ca. 120.000 arbeitssuchende Juristen. Auch hier heißt es oft, vor 11 Uhr abends nach Hause gehen ist nicht drin.
Viele dieser Akademiker, aber auch die immer kleiner werdende Zahl von Arbeitnehmer im handwerklichen Bereich, fühlen sich von der Gesellschaft abgehängt. Der Leistungsdruck ist oft zu viel für sie und die niemals ruhende Gesellschaft macht ihnen das Leben nicht leicht.
Ewig kann dieser Leistungsdruck in unserer Gesellschaft doch nicht Bestand haben, oder doch?
Vor einiger Zeit hat mir mal ein Professor gesagt "Heute muss ein Mensch mit 1,0 Abitur auf die Welt kommen und bestenfalls mit 23 fertig mit dem Studium sein. Das alles klingt ja noch "einfach", aber wenn es dann darum geht einen Job zu finden, muss dieser 23 jährige Mensch bestenfalls schon 20 Jahre Berufserfahrung haben. Wer heute mit über 40 Arbeitslos wird, für den ist es oftmals ab diesem Punkt nahezu unmöglich einen Job zu finden."
Was denkt ihr zu diesem Thema und was sind eure Erfahrungen?
„Ich glaube, dass Kinder und Erwachsene etwas leisten wollen.
Ich glaube, dass das Wort Leistungsdruck aufkam, nicht weil
Leistung an sich gehasst wird, sondern fremd verlangte Leistung,
die nicht mit inneren Bedürfnissen vebunden ist.“ - Ruth C. Cohn
Seit längerer Zeit ist dieses Thema auch in den Medien präsent und viele junge Menschen klagen darüber: Leistungsdruck. Im Zuge einer Weiterbildung im Bereich Psychologie und Gesellschaftswissenschaften, habe ich mich mit einer kleinen Gruppe von Menschen mit dem Thema Leistungsdruck auseinandergesetzt. Viele Medien prangern an das unsere Gesellschaft so schnell voran schreitet, dass es jungen Menschen schwer möglich ist sich richtig auszuleben. Junge Erwachsene, die in der Oberstufe eines Gymnasiums auf die Frage nach ihrem Traumberuf einen Handwerksberuf angeben, werden oft etwas merkwürdig angesehen.
Wer von euch kennt den Satz nicht: "Ich muss schnell mein Abitur machen, am besten mit 2,0 oder besser, um Jura oder Medizin studieren zu können. In anderen Berufen kann man ja eh nicht genug Geld verdienen, um sich ein gutes Leben zu ermöglichen."
Oft haben diese Jungen Erwachsenen aber Begabungen im künstlerischen oder handwerklichen Bereich, welche dann oft nicht genutzt werden. In Deutschland gibt es heute so viele Akademiker, wie nie zuvor, dafür aber immer weniger Menschen die einen handwerklichen Beruf ergreifen.
Aber warum sehen sich Junge Erwachsene immer öfters dazu verpflichtet einen akademischen Abschluss zu erreichen und bestenfalls mit 30 die erste Millionen auf dem Konto zu haben?
Ein Mitglied der oben genannten kleinen Gruppe war eine Medizinerin im Alter von 28 Jahren. Während dieser Diskussion hat sie uns einen kleinen Einblick in ihr Leben gegeben. Für sie beginnt der Tag meist um 4 Uhr morgens und endet gegen 11- oder 12 Uhr abends. Sie sagte uns das es mittlerweile so viele Studenten, der Medizin gibt, dass sie, sofern sie nicht unglaubliches Talent/Glück hat oder eine hohe Summe an Überstunden arbeitet, schnell ihren Job verliert. Irgendwann während des Gespräches sagte sie uns dann, dass sie eigentlich gerne Grafik Design studiert hätte, aber ihre Eltern auf ein Medizin Studium bestanden hätten, um ihr später ein besseres Leben zu garantieren und ihr 1,0 Abitur nicht zu "verschwenden".
Im Verlauf unserer Arbeit ist uns dann aufgefallen das genau diese Menschen, oft unter dem Leistungsdruck zusammenbrechen. Aber nicht nur Medizin hat dieses "Problem", denn in Deutschland gibt es ca. 120.000 arbeitssuchende Juristen. Auch hier heißt es oft, vor 11 Uhr abends nach Hause gehen ist nicht drin.
Viele dieser Akademiker, aber auch die immer kleiner werdende Zahl von Arbeitnehmer im handwerklichen Bereich, fühlen sich von der Gesellschaft abgehängt. Der Leistungsdruck ist oft zu viel für sie und die niemals ruhende Gesellschaft macht ihnen das Leben nicht leicht.
Ewig kann dieser Leistungsdruck in unserer Gesellschaft doch nicht Bestand haben, oder doch?
Vor einiger Zeit hat mir mal ein Professor gesagt "Heute muss ein Mensch mit 1,0 Abitur auf die Welt kommen und bestenfalls mit 23 fertig mit dem Studium sein. Das alles klingt ja noch "einfach", aber wenn es dann darum geht einen Job zu finden, muss dieser 23 jährige Mensch bestenfalls schon 20 Jahre Berufserfahrung haben. Wer heute mit über 40 Arbeitslos wird, für den ist es oftmals ab diesem Punkt nahezu unmöglich einen Job zu finden."
Was denkt ihr zu diesem Thema und was sind eure Erfahrungen?
„Ich glaube, dass Kinder und Erwachsene etwas leisten wollen.
Ich glaube, dass das Wort Leistungsdruck aufkam, nicht weil
Leistung an sich gehasst wird, sondern fremd verlangte Leistung,
die nicht mit inneren Bedürfnissen vebunden ist.“ - Ruth C. Cohn