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Originally Posted by defize
Die Frage ist tausendmal tiefgründiger gestellt, als sie ist.
Jeder Mensch bildet sich durch Nachdenken über die Informationen, die er für richtig hält, eine eigene Meinung.
Woher diese Informationen stammen und wieso er sie für richtig hält, sind andere Fragen. In dem Fall sollte die Frage eher lauten, welchen Informationsquellen man am ehesten vertraut. Und diese Frage lässt sich auch nicht pauschal beantworten. Jeder sollte nicht alles glauben, aber auch nicht für falsch halten, nur wegen der Quelle, aus der es kommt.
Grundsätzlich glaube ich (und ich denke auch die meisten anderen Menschen) Tatsachen, die mir schlüssig und logisch erscheinen und bei denen ich keinen großen Grund zur Hinterfragung sehe. Wenn ich über ein Thema nur schlecht oder, wie ich selber bemerke, einseitig informiert bin, nehme ich mir nicht das Recht, darüber zu urteilen, bevor ich darüber nicht besser und aus anderen Blickwinkeln informiert bin.
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ganzer inhalt von diesem post( und so gut wie allen anderen hier auch) = ich bilde mir halt meine eigene meinung.
ich geb zu, dass die fragestellung etwas schwammig geraten ist, deswegen hier ein paar anstöße:
1) ihr sagt ihr beurteilt ob eine meinung für euch sinn macht, logisch ist, beweisbar. schon klar. es wird sich wohl kaum jemand denken "hey, ich kann diese aussage null nachvollziehen und in mein übriges meinungsbild einfügen. ich vertret das mal. ist ja langweilig wenn alles einheitlich ist". aber was macht etwas für euch logisch? nein, das ist überhaupt nicht selbstverständlich. was für einen ideologischen gesamtkontext, was für ziele( es ist sinvoll weil es nützlich und bequem ist vs. es ist sinnvoll weil es neue möglichkeiten des denkens und handelns öffnet, zb.) nehmt ihr da als maßstab?
2) einige von euch führen hier wieder mal religion als negativbsp. an. eine meinung soll sinvoll, nachvollziehbar, beweisbar sein, ok. aus sicht eines gläubigen( und verallgemeinert das nicht wieder auf die winzige menge an ultrakonservativen, die z.b. die evolution in frage stellen und von ihrer eignen kirche nicht ernst genommen werden, kinder. bitte. dafür haben wir nicht die zeit und das ist nicht das thema) macht die z.b. christl. botschaft und moral absolut sinn weil sie im kontext des christl. weltbilds als gute, moralische schöpfung( nein, das widerspricht nicht der wissenschaft. nochmal: bitte nicht hier, nicht schon wieder) gottes gesehen und beurteilt wird. beweis ist dabei jede erscheinung auf der welt, die christl. interpretiert wird.( leid und "böses" gibts weil der mensch sich dafür entscheiden kann, zb). jemand, der den religiös-ideologischen gesamtkontext nicht akzeptiert, kann das aber überhaupt nicht nachvollziehen. das meinte ich in 1) mit unterschiedlichen weltbildern und auffassungen von "logik"( im fall von christentum nicht trennbar von moral, z.b.)
3) ich hab noch niemanden hier was von nutzen oder macht im bezug auf meinungsbildung sagen hören. wird den illuminaten oder anderen großfeinden dabei nicht immer vorgeworfen ihre macht auszuüben indem sie die meinungsbildung der leute manipuliert/vorgibt und sie so dazu bringt in ihrem nutzten zu handeln? oder denk das - in einbezug von 1) und 2) - durch: 2 leute, der eine arbeiterkind mit migrationshintergrund, der andere deutsches unternehmer- oder bürokratenkind aus reichen einfamilienhause - wer von den beiden wird eher der SPD oder Linke recht geben, wer eher CSU, NPD oder AfD? Nochmal: auf welche ziele, maßstäbe ist eure meinungsbildung ausgerichtet?
4) völlige "objektivität", v.a. bei informationsquelle ist hier konsens. stellt euch nun vor ihr seid von etwas überzeugt, eurer politischen ausrichtung z.b. - die äußerungen von wem( der, der auf eurer seite ist oder auf der, die ihr für schwachsinn haltet( "irrationale" gläubige für einige von euch, zb)) würdet ihr stärker nachverfolgen, welchen eher vertrauen?
5) bleiben wir bei informationsquellen. wie bilden sich meinungen? durch verarbeitung von information. das mit der verarbeitung hatten wir schon aber was ist mit den informationen? ich hab in 4) personen(gemeinschaften) als media als solche gemeint. aber gehen wir von medium auf inhalt: was für informationen sind für euch von größerem gewicht als grundlage für eine meinung: bücher, argumente, fakten oder direkte, persönliche erfahrung? dh würdet ihr eher einem europ. reporter mich fachgebiet nahostkonflikt oder eher einem palästinensischem jugendlichem glauben schenken? eher einem schwarzen der über rassismus redet oder einem weißen soziologen? oder ist das völlig egal?
6) " Bestätigungsfehler (confirmation bias) bezeichnet in der Kognitionspsychologie die Neigung, Informationen so auszuwählen, zu suchen und zu interpretieren, dass diese die eigenen Erwartungen erfüllen. "
- wie reagiert ihr auf meinungen und argumenten, die eurem meinungsbild widersprechen, die ihr aber noch nicht abgehakt habt? mit ablehnung oder intensivem auseinandersetzen und abwägen? nach was richtet ihr euch danach?