Quote:
Originally Posted by Blackbirds
scheint ja echt gut bei dir zu laufen, glückwunsch :D
Hast du auch schonmal mit Kollegen (also anderen Freiberuflern) zu tun gehabt, die nicht so erfolgreich waren, z.B. wenig Aufträge, nicht so gute Bezahlung, o.Ä.?
Wenn ja, weißt du auch was die falsch gemacht haben? Aus Fehlern anderer zu lernen ist schließlich besser als aus den eigenen :P
|
Größter Fehler meiner Meinung nach ist es keine finanziellen Rücklagen zu haben, die man "sehr schnell" anzapfen kann.
Einfach aus dem Grund, weil man nicht zwingend monatlich etwas verdient. Es gibt durchaus auch Monate, da hat man nichts/wenig Aufträge.
Die meisten Freiberufler geraten dadurch dann in einen Teufelskreis. Sie haben wenig Geld, nehmen Aufträge an, die scheiße sind/wenig Geld bringen, haben damit Stress und damit dann immer weniger Lust auf Freiberufler sein.
Die sinkende Lust bringt dann auch weniger Aufträge mit sich, was weniger Geld bringt, weswegen man jeden Scheiß annehmen muss, etc.
Die machen sich sozusagen selbst den Vorteil der Freiheit kaputt, indem sie sich ans Geld binden. Gibt auch viele Kollegen, die holen sich fette Autos und setzen sie von der Steuer ab, was per se nicht dumm ist.
Aber man sollte es mit den Leasign-Dingen nicht übertreiben. Ein normales Auto sollte 99% der Leute reichen, auch wenns schon 5 Jahre alt ist.
Mein größter Tipp ist also wirklich:
Auch wenn 100k echt easy möglich sind und steuerlich vor allem Leasing, Mietung, etc. spannend werden, würde ich trotzdem extrem davon abraten solange man nicht ein groß genuges finanzielles Polster hat, das auch für solche Sachen "aufkommen kann".
Ansonsten ist der Rest normaler Menschenverstand:
Keiner wartet auf dich und deine Dienstleistung. Es gab davor Programmierer, die etwas ähnliches können wie du und es wird sie auch nach dir geben.
Wenn man das von der Seite betrachtet, dann sollte man auch relativ schnell verstehen was potentielle Kunden wollen und wie man sie überzeugen kann.
Abgesehen davon sollte man sich unbedingt Skills auch in anderen Bereichen aneignen. Dazu gehört unter anderem Marketing und Vertrieb. Vor allem Vertrieb ist so ein mega wichtiges Thema, das viel zu viele Freiberufler einfach ignorieren. Zusätzlich sollte man wirklich versuchen Experte in "einer Nische" zu werden und dann auf benachbarte Nischen expandieren.
Beispiel aus meiner Vergangenheit:
Ursprünglich hatte ich mich positioniert als "KI-Experte", das war schon ganz ok so. Aber halt nur "ok". Irgendwann bin ich dann auf die Nische "KI in der Medizin" gegangen (vor allem auch deswegen weil es sich durch meine engen Kontakte zu Siemens Healthcare angeboten hat).
Ich wurde anschließend auf einige "KI in der Medizin"-Veranstaltungen als Gast-Speaker eingeladen und hab dadurch einige echt wertvolle Kontakte zu Roche, Kliniken und kleineren Unternehmen geknüpft. Irgendwann kam mal jemand zu mir her mit den Worten: "Du kennst dich doch mit KI in der Medizin aus. Wir haben hier ein paar Herausforderungen, wo wir gerne deine Hilfe und dein Vorwissen aus so regulierten Märkten bräuchten. Es geht um ein Projekt in der Automobil-Branche".
Die haben mich also von sich aus aufgefordert mein "Nischen Wissen" auf ihren Bereich anzuwenden.
Aber ich sag dir, auch wenn keiner auf dich wartet, wenn du dich "zeigst", "gut verkaufen" kannst, Spaß an den Sachen hast und es vor allem willst, dann wird das schon irgendwie und du wirst immer Mittel und Wege finden.
Daher würd ich einfach sagen:
Mach dir net 100 Gedanken wie was wo läuft, sondern fang einfach an! Anfangs wirds sicher zäh und schleppend, aber das wird schon. "Programmierer mit Expertise" sind gefragt und da zahlen europäische Unternehmen auch gerne einmal ein paar 1000er mehr, wenns sein muss.