Das Problem bei der Vorratsdatenspeicherung ist ja, dass das schon gang und gebe ist. Jeder, der denkt, dass das NICHT stattfindet, läuft blind durch die Welt. Das ist auch keine Propaganda oder Illuminati, sondern einfach nur der Sinn dahinter, dass der Staat bisher GEWISSE Tätigkeiten überwacht, welche meines Erachtens auch gerechtfertig sind (etwa wie potenzielle Täter, fragwürdige Plattformen, illegale Seiten, Kontaktaustausch auf negativen Foren etc.).
Die Vorratsdatenspeicherung in dem Sinne, die nun bewilligt werden soll, finde ich nicht wirklich in Ordnung. Sie hält zwar nur für 3 Monate die Daten jeder Person fest, aber das ist dann im Endeffekt das Ende der Meinungsfreiheit.
Den jede Zeile, jeder Text, jedes Wort kann dann gegen dich verwendet werden, und DAS ist der Sinn der Speicherung. Dass man schon mitlesen kann, was man so rumschreibt, wird wohl seit NSA nun jedem klar sein. Das aber dann in Zukunft die Daten genutzt werden können als direkte Beweislage halte ich für Fragwürdig, weil das wiederum das Verhalten von jeden von uns im Leben beeinflussen wird.
Zum Beispiel in einem Gericht könnten dann Texte und Wörter, die man in privaten Unterhaltungen geschrieben hat, als Beweisgrundlage gewertet werden, was den Sinn eines Grundgesetztes und dem Recht auf Freiheit komplett den Stiefel ins Gesicht tritt.
Somit wäre jede Regel, jedes Gesetz, jede Tat, die legitim der freien Meinungsäußerung, der freien Haltung und der Freien Beredung anbelangt, komplett belanglos.
Und das macht einem Sorgen. Nicht das Geschwätz im Fernsehen, die komischen Nachrichten mit den großen Buchstaben als Attraktionsmittel oder die hirnlosen Plakate und Kritzeleien von Menschen einer rechten Partei, die nicht mal wissen, was es bedeutet, frei und friedlich zu leben, sich aber stattdessen kontrollieren und blind lenken lassen.
Es ist eher der Moment, wenn du nachhause kommst, den Rechner anmachst, dein EPVP (z.B.) öffnest und schreibst, wie gut es dir geht oder wie dein Tag war und das 20 Andere im Hintergrund mitlesen, aufschreiben, in eine Mappe packen und dich, egal wann, egal wo, egal wie (und selbst wenn du es vergessen hast) dich daran erinnern können, was du gesagt oder geschrieben hast und sie mehr wissen als das, was du gewusst hast. Selbst wenn es belanglos ist, du fühlst dich gezwungen, aufzupassen, was du dann schreibst.