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Originally Posted by Pataya40
Das Problem ist, dass sich nur sehr sehr schwer feststellen lassen wird, ob eine solche Person wirklich "geheilt" wurde.
Nach einer jahrelangen Therapie mit den selben Leute weiß man nach einer Zeit, was sie hören wollen und kann sich als gesünder darstellen als man wirklich ist.
Außerdem lassen sich Gefühle, die kurz vor einer Tat hochgekommen sind, nur sehr schwer mit einem Psychiater nachempfinden.
z.B ist es etwas anderes, wenn man in einer dunkel Gasse vor jemanden steht, denn man Jahre lang kennt und hasst, als wenn man sich in solch eine Situation hineinversetzt...
Ich bin übrigens kein Psychologe, kann also sein, dass ich mich irre und das es doch ganz einfach ist ;o
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Ich ging ja erstmal nur von der Theorie aus. Dass es praktisch nur bei Psychopaten möglich wäre, wo man an der Hirnaktivität erkennt, ob bestimmte Areale nun aktiv sind, die es vorher nicht waren (so weit ist man afaik noch nicht, aber man weiß ja nie, wie weit Mediziner und Neurologen noch kommen werden).
Deshalb bin ich auch nicht gegen die Sicherheitsverwahrung. Aber eben aus Gründen der Sicherheit und nicht wegen Vergeltung.
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Edit: Schon traurig, dass mehr als die Hälfte für die Todesstrafe sind.
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Das kommt daher, dass das Durchschnittsalter bei 12 liegt und die meisten meinen, sie könnten mit ihrer "Auge um Auge"-Sichtweise die Welt erklären und verbassen.
Dass das Leben nicht so simpel, so schwarz und weiß ist, wie sie meinen, werden sie erst später lernen.
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Originally Posted by Sm¡Le.
Die Todesstrafe ist aus folgenden Gründen totaler Blödsinn.
1. Sollte man einen Unschuldigen zum Tode verurteilen (ja, auch das ist schon vorgekommen), kann man die Bestrafung nichtmehr rückgängig machen. Einen Gefängnisaufenthalt kann man finanziell entschädigen, auch wenn einem das die verlorene Lebenszeit nicht wieder bringt.
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Aus diesem Grund ist das Argument aber schwach. Denn theoretisch könnte man den Hinterbliebenen oder dem Staat als Vertreter ebenso eine Entschädigung zahlen.
Leben lässt sich nicht in Geld bewerten? Nunja, Zeit ebenso wenig.
Dazu gab es mal einen Bericht. Meinst du, jemandem der 10 Jahre im Gefängnis war, helfen die paar Tausend Euro? Sein Leben ist dennoch ruiniert.
Nein, also von Wiedergutmachung oder einer Zurücknahme kann man nicht sprechen. Aber dennoch hat ein zu Unrecht verurteilter Häftling nach einer Begnadigung noch die theoretische Chance, sein Leben neu anzufangen. Momentan macht es einem da die Gesellschaft noch etwas schwer, aber das ist ja nichts, was sich nicht ändern ließe (Gesetze von wegen Ex-Häftlinge sind öffentlich meldepflichtig, wie es einige wollen, sind da kontraproduktiv).
Nach einer Todesstrafe hat er diese Möglichkeit definitiv nicht mehr.
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2. Jeder Mensch hat das Recht auf Leben. Wir sind nichtmehr im Mittelalter, wo man Auge um Auge, Zahn um Zahn praktiziert hat.
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Das Argument basiert auf der Ideologie der Menschenrechte.
Für mich durchaus nachvollziehbar, aber nicht stark. Denn jemand, der von dieser Ideologie nichts hält und "Auge um Auge" bevorzugt, den wirst du damit nicht überzeugen können. Ideologien lassen sich nunmal nur schwer, und wenn dann nur philosophisch, begründen.
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3. Wenn man sich auf das Niveau von Mördern herab lässt, ist man kein Stück besser als die. Man zeigt damit nur allen, dass das Töten in gewissen Fällen legitim wäre und das ist voll nicht Sinn der Sache.
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Doch, genau das ist ja das Argument der Befürworter. Der Täter hat sich das Recht auf Leben mit seinem Mord selbst abgesprochen.
Man begibt sich damit auf sein Niveau, denn das hat er mit seiner Tat verdient. Dagegen bringen ja manche Gegner "Aber damit hat der Justiz-Beauftragte selbst die Todesstrafe verdient".
Das ist so nicht ganz richtig. Wenn man es auf eine Art Punktesystem zurückführt:
Ausgangszustand: Alles normal, Stand: 0
Mord -1 -> Stand: -1
Strafe +1 -> Stand: 0
Der Mord ist vergolten und der Mörder des Mörders hat richtig gehandelt und verdient nicht den Tod.
Es bleibt also dabei:
Menschenrechte sind eine Ideologie. Entweder man glaubt an sie oder nicht.
Ich persönlich halte es für irrational, nicht an sie zu glauben. Das kann man aber auch anders sehen. Letztendlich gewinnt die Meinung der Mehrheit.
Wenn das gesamte Volk die Rechtsstaatlichkeit und Verfassung abschaffen wollen würde, wäre es dazu berechtigt (wenn man mal von der Weltpolizei USA absieht), denn die Macht geht vom Volke aus und wenn es sich selbst irrationaler Weise entscheidet, nicht mehr in einem geordneten System leben zu wollen, ist das seine Sache.
Solange man aber bei den Menschenrechten bleibt, ist eine Todesstrafe inakzeptabel.
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@slook: Die ganzen Hartz IV Empfänger in Deutschland kosten uns auch Unmengen an Geld. Willst du die jetzt auch alle umbringen ?
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Vorsicht, sonst kommen gleich noch die Neoliberalisten und antworten mit "Ja".
Oder noch schlimmer, Morgoth kommt herbei und erzählt uns was davon, dass auch Behinderte und Kranke kein Recht auf Leben haben :p