Um mal direkt wieder rumzunörgeln:Quote:
an sich ist die idee der gleichverteilung nicht schlecht und kann in der theorie nicht ohne weiteres kritisiert werden (sofern keine "absolute" gleichstellung).
Gleichstellung/Chancengleichheit - Ja; Gleichverteilung - Nein.
Natürlich darf sich das Vermögen unterschiedlich aufteilen, aber nach Leistung. Und in einer Leistungsgesellschaft kann es keine so große Schere zwischen arm und reich geben, wie das bei uns der Fall ist, denn so extrem kann kein einzelner Mensch nicht leistungsfähiger sein als andere.
Und es spricht nichts dagegen, dass es in der Praxis funktioniert, also wäre es durchaus einen Versuch wert. Denn unser System funktioniert so offensichtlich nicht.
1. Ich habe nicht beabsichtigt, hier ein Manager-Bashing zu veranstalten, darum ging es nicht.Quote:
[gehaltsrechtfertigung]
2. Wenn ein normaler leitender Angestellter riesen Mist baut oder sich sogar des Betruges schuldig macht, fliegt er auch im hohen Bogen raus. Von Abfindungen / Finanzieller Absicherung von Managern war hier nicht die Rede, sondern von ungerechtfertigten Abfindungen für Pleitegeier.
3. Natürlich kann man aus den von dir genannten Gründen eine Rechtfertigung ziehen, aber wie gesagt, sollte es trotzdem möglich sein, derartige Absicherungen rückwirkend zu streichen, wenn der Manager sich einen extremen Fehltritt erlaubt, der ohnehin nicht durch Bilanzfälschung geschönt werden könnte (nebenbei gibt es für solche Fälle ohnehin den Aufsichtsrat; und ich möchte mal behaupten, die meisten Unwahrheiten werden eh in der Buchhaltung selbst verursacht, die vermutlich auch daran verdient :p).
Zudem kann man sich durchaus ohne 20 Mio bedingungslose Abfindung absichern oO
4. Falls es dir nicht aufgefallen ist, ich halte nichts von globalen Riesenkonzernen in Form von juristischen Personen und mit hunderten Tochterfirmen, die komplexe Verwebungen verursachen und einem freien Markt absolut entgegenwirken. Es ist eine extreme Einschränkung der Transparenz und fördert unerkannte Monopole. Wenn jemand eine Idee hat, sollte er auch selbst dafür geradestehen. Ich stelle die Legitimation der Kapitalgesellschaft als eigenständige juristische Person in Frage. Ein Unternehmen, in das der Gründer noch selbst Herzblut gesteckt hat, hat einen wesentlich größeren Wert für die Gesellschaft als eine vertragliche Bündelung von Kapital.
Zudem sollte einem bewusst werden, dass erst die Kapitalgesellschaft es möglich macht, dass einem raffgierigen Manager seine Mitarbeiter völlig egal sein können und er das ganze Unternehmen ohne Probleme gegen die Wand fahren kann (zwar eine Überspitzung, da es durchaus einen gesetzlichen Rahmen gibt, aber man sieht ja, wie gut das klappt..). Das heißt natürlich nicht, dass sie keine Vorteile haben, aber ich wollte es mal anmerken.
Vom Manager auch nicht oO Du setzt wieder Arbeitsplätze mit Leben gleich.Quote:
von einer putzfrau hängt im vergleich nunmal nicht das leben von tausenden/hunderttausenden familien ab, sondern lediglich, ob ein haar mehr oder weniger im zimmer x flaniert.
Zudem wäre das Leben ohne Müllabfuhr und Reinungskräften ebenso bald nicht mehr möglich. Genau das ist dieses indoktrinierte Denken vom wichtigen Manager. Klar ist eine Führungsperson wichtig, aber nicht wichtiger als die anderen.
Ein Arbeitsverhältnis ist ein Tauschgeschäft, eine Gleichberechtigung. Die Leitung hat denselben Stellenwert wie die Basis. Und das ist in unserem Kapitalismus fernab jeder Leistungsgesellschaft nunmal einfach nicht der Fall.
Dafür mache ich nicht die Arbeitgeber verantwortlich, die ja auch nur versuchen, nach dem System zu leben und das beste für sich zu gewinnen (also den besten Arbeiter für die geringsten Kosten).
Ich kritisiere das System selbst, das sowas möglich macht. Eine Marktwirtschaft, bei der auch Arbeit ein Gut ist, das nach Angebot und Nachfrage bewertet wird, ist das einfach nicht.
Und ich gehöre keinesfalls zu den Marxisten, die daraus schließen, dass es die Arbeiter- und die Arbeitgeberklasse gibt und die eine die böse und die andere die gute ist und demnach die Arbeitgeberklasse gestürzt werden muss (im Sinne der Verstaatlichung von Produktionsmitteln).
Liest du eigentlich, was ich schreibe?! Exakt und nach Geboten der Marktwirtschaft wären das die, für die es am wenigsten Angebot gibt, was nunmal gleichzeitig auch die unbeliebtesten wären.Quote:
ein "gleichen" (ähnlichen) lohn kann es nunmal nicht geben, manche arbeitsplätze müssen besser bezahlt werden als andere, ansonsten widerspricht dies jeglicher logik
Genau das sage ich doch! Das macht das Argument, Bildung würde im Kapitalismus vor Armut schützen, invalide. Es bleibt ein Wettbewerb, den irgendwer verlieren muss.Quote:
warum viele akademiker nun trotzdem taxi fahrer geworden sind, nun gut
das hängt zum einen davon ab, dass heutzutage nahezu jeder meint er müsse studieren
die meisten studiengänge werden dementsprechend angepasst
Soweit genau das, was ich sagte.Quote:
ein weiterer punkt, deiner meinung ist, dass wir die maschinen doch für uns arbeiten lassen sollten und von der 40 stunden woche uns entfernen sollten
arbeitsplätze werden wegrationalisiert (durch den technischen fortschritt), richtig, die arbeitswelt kann nicht genügend arbeit für die bevölkerung bieten
vorallem treffen zwei probleme aufeinander, zum einen nimmt die weltbevölkerung drastisch zu, zum anderen werden immer weniger "arbeiter" benötigt
Das ist Unfug. Wir haben eine Überproduktion. Unsere Märkte sind mehr als gesättigt, während man in anderen Teilen der Welt verhungert. Hier muss doch ein normaldenkender Mensch auf die Idee kommen, dass das so nicht stimmen kann.Quote:
zusätzlich reichen die rohstoffe der erde einfach nicht für alle aus, es können nicht alle ein plasma-fernseher besitzen oder auto fahren, das ist nicht möglich
Natürlich ist keine weltweite Konsumgesellschaft möglich, dafür reichen die Ressourcen nicht, aber ich habe ja schon eben jene Gesellschaftsform und ihre den Planeten sehr schnell ausbeutende Lebensweise kritisiert, von daher ist wohl logisch, dass ich es nur begrüße, wenn man sich davon abwendet.
Wenn man nicht mehr gegen den Fortschritt arbeiten muss, um Arbeitsplätze zu erhalten, kann man zudem lange zurückgehaltene, effizienzsteigernde Innovationen auf den Markt bringen und eine ergebnisoffene Forschung, die nicht nur dafür bezahlt wird, die Ergebnisse zu liefern, die man sehen will, etablieren und so die Nachhaltigkeit unserer Wirtschaft erhöhen.
Es geht dabei nicht primär darum, Arbeitsplätze zu schaffen, sondern die Arbeitskräfte zu entlasten. Mehr Freizeit für alle.Quote:
dein gedanke war, die fehlenden arbeitsplätze dadurch zu minimieren, indem man 2 menschen 20h arbeiten lässt anstatt einen menschen 40h
ein problem daran ist, dass hauptsächlich arbeitsplätze "wegrationalisiert werden" die zuvor keine bildung benötigten bzw. keine schlüsselqualifikationen
die arbeitsplätze erfordern somit immer mehr wissen, das volk muss gebildet werden
schrauben rumdrehen machen nun roboter und keine menschen mehr
ergo müssten erstmal unsummen in bildung investiert werden
Richtig, die grundlegenden Tätigkeiten sind unnötig geworden. Mehr Bildung = Mehr Akademiker = mehr akademische Arbeitslose.
Was hat man gewonnen?
Nein, die Aussage galt der gesamten Systemänderung. Es ist auch in einem Land möglich, aber natürlich erschwert es das Ganze.Quote:
um dies effektiv umzusetzen, müsste das global geschehen, wie wir bereits festgestellt hatten
Kannst du diese These belegen? Da zweifle ich nämlich dran.Quote:
würde keiner global existenzängste fürchten müssen, würden sich bestimmte kulturen/menschen vermehren wie die kanickel (jetzt schon zu beobachten obwohl diese in ärmlichen gegenden leben, mehr kinder -> bessere altersvorsorge, egal ob grundeinkommen oder nicht diese regel gilt in manchen ländern), wer soll dies bezahlen?
soll man bestimmten menschengruppen verbieten, nachwuchs zu zeugen?
1 kind politik?
das ist m.E.n. der falsche weg
Genau das ist doch in unserem Land das Problem. Die Menschen sollen noch länger und produktiver arbeiten, sie sollen noch mehr konsumieren und nebenbei sollen sie noch ein Kind nach dem anderen werfen, weil unser Rentensystem bedroht ist.
Wenn die Angst vor der Verelendung wegfällt, ist die Altersvorsorge durch Kinder unnötig. Karriere rückt sowieso für immer mehr Leute in den Vordergrund (aber eben die Selbstverwirklichung) und wenn man sich um sowas keine Gedanken mehr machen muss, kann man sich erst recht darauf konzentrieren, wenn man ohnehin keinen Kinderwunsch hat. Und wenn es nicht klappt, muss man trotzdem keine Angst haben.
Ich spreche mich zwar nicht dafür aus, aber mal so aus Neugier: Eine 1 Kind Politik, bei der lediglich die Geburt von Kindern untersagt wird, findest du verwerflich, aber einen Kampf ums nackte Überleben im Sinne der kapitalistischen Marktwirtschaft ist wünschenswert?
Es unterlag demselben Geldsystem wie der Kapitalismus. Zudem handelte es sich bei der DDR um eine Planwirtschaft. Die DDR hatte mit Sozialismus nichts am Hut (bzw. nur oberflächlich).Quote:
in der ddr war die medizinische versorgerung übrigens für die katze
Ganz nebenbei: Die Grundversorgung in der DDR war 1A. Man hatte keine großartigen Luxusartikel, aber es musste keiner Angst haben, zu verhungern. Das finde ich schonmal menschlicher als einen Raubtierkapitalismus, bei dem die einen ihren 5. Hamburger wegschmeißen, weil sie sich doch noch für einen Döner entschieden haben, während die anderen 50km für einen Kanister verdrecktes Wasser laufen müssen.
Zudem ist ja ein wesentlich besserer Wohlstand zu erreichen, wenn man eine freie Marktwirtschaft hat. Und das letzte, was ich will, ist eine Planwirtschaft (auch wenn sie in der Theorie wohl das sinnvollste Modell wäre). Keiner kann den Anspruch erheben, die Kompetenz zu besitzen, der Aufgabe der Planungsdirektion gerecht zu werden.
Ach übrigens: Die meisten waren in der DDR relativ zufrieden. Erst die extreme Unterdrückung in den letzten Jahren und die Engstirnigkeit und Ewiggestrigkeit (was ein Zufall) Honeckers führten zum Zusammenbruch.
Richtig, erzähl das mal den Bauarbeitern und Kofferträgern.Quote:
..., bei den arbeitsverhältnissen sieht man nun heutzutage, wie es vielen ergeht
wenn ich mit 30 schon nichtmehr mein rücken belasten kann, nur weil ich 6 monate zur zwangsarbeit verdonnert wurde, dann läuft garantiert irgendetwas falsch
Und erzähl mal den normalen Büroarbeitern was von Burnout.
"Revolution" ist ein allgemeiner Begriff, von daher ist die Aussage relativ sinnfrei, mal ganz davon abgesehen, dass das auch wieder nur eine These ist.Quote:
man braucht kein sozialistisches system um die welt zu revolutionieren, man sollte eher den kapitalismus nutzen um die wege dafür einzuleiten
Was willst du mit dem Kapitalismus revolutionieren? Schonmal von ner konservativen Revolution gehört? oO
Der Kapitalismus ist ein ständiger Wettbewerb mit Gewinnern und Verlierern und das ist Fakt. Und genau das kreide ich an.
Im Plan B ist das Wirtschaftsmodell auch ein marktwirtschaftliches, von daher gibt es da auch Verlierer. Aber die müssen nicht um ihr Leben bangen.
Und erzähl mir nicht, dass man es ja vereinen kann. Du siehst ja, wie wunderbar es klappt. Und kaum kommt die erste Krise, kommen die Neoliberalisten an und wollen gleich wieder einen Friss-Oder-Stirb-Staat errichten. Ich finde ja, diese Leute sollten dann als erstes am Hungertuch nagen dürfen :>
Wie war das mit fehlenden Ressourcen?Quote:
die natur bietet uns massig gegebenheiten und möglichkeiten um den lebensstandart in vielen ländern um ein vielfaches zu verbessern
Letztlich ist die Abneigung gegen Sozialismus häufig nur ein Resultat von Unwissen. Man setzt ihn z.B. mit Planwirtschaft gleich oder verbindet ihn mit der DDR. Dann gibt es noch die, die Angst haben, ihre angesehene Stellung zu verlieren. Dann kommen da natürlich noch die idiotischen Liberalisten an, die den Kampf ums Überleben ja für erstrebenswert halten und diejenigen, die meinen, sie müssten dann für die Faulheit anderer zahlen ("Wer nicht arbeitet, braucht auch nicht essen").
Letztlich trifft aber das meiste davon nicht zu. Der Sozialismus ist nur eine Ideologie, was das gesellschaftliche Leben angeht. Er lässt sich wunderbar auch in einer freien Marktwirtschaft umsetzen und hat nichts mit Unterdrückung zu tun. Und wie ich ja schon mehrfach bekundete: Die Leute, den Überlebenskampf im Sinne des Naturzustandes für gut befinden, die dürfen ihn ja gerne direkt als erstes ausprobieren :) Meist sind das nämlich genau die Leute, die sich schon längst ein derart großes Vermögen aufgehäuft haben, dass sie von diesem Kampf niemals betroffen wären.
Genau so wie auch jetzt immer nur die Spackos auf die Straße gehen und gegen Bauprojekte, die Arbeitsplätze schaffen, demonstrieren, die ohnehin schon ein gutes Einkommen haben und es sich leisten können, solche Änderungen mies zu machen.
Mit genau solchen Leuten setze ich diese Erzkonservativen gleich.
Richtig.Quote:
das benötigte geld (um zB afrika mit solarenergie zu versorgen) fehlt garantiert nicht
(letztlich würden sogar wir früher oder später durch billigeren strom profitieren, die vorteile würden überwiegen, dank trittbrettfahrerverhalten werden solche nutzenszwecke leider unterbunden)
Nur warum sollte man dies im Kapitalismus tun? Das widerspricht dem Wirtschaftsmodell und man kann es keinem zum Vorwurf machen, wenn er es nicht tut, denn genau dieses Verhalten ist Sinn und Zweck des Konzepts.