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Originally Posted by Unick
Ich wollte eigentlich implizieren, dass Leute die schon mal gearbeitet haben in diesem Thread nicht schreiben dürfen. Ich bin vom Verbot natürlich ausgeschlossen. :rolleyes:
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Das klingt dann noch unsinniger als diese typischen "Du bist noch Schüler oder empfängst Sozialhilfe? Dann hast du hier nichts zu melden"-Sprüche.
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Nicht sicher ob du mir zustimmst oder mir gleich etwas unterstellen willst.
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Nicht sicher, ob du das Thema ernst nimmst oder ein begabter Troll bist.
Inwiefern muss man denn monetären Werten abschwören, nur weil einem eine Ellenbogengesellschaft nicht zusagt?
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Aber nicht im gleichen Maße und da stimmst du mir hoffentlich zu.
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Nicht jeder wird sie in gleichem Maße beeinflussen, aber prinzipiell können wir sie alle in gleichem Maße beeinflussen. Es gab schon genug From-Zero-To-Hero Beispiele in der Geschichte.
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Dem Oberplaner im Kommunismus unter Anderem auch. Da gibt es wenig Unterschiede. Eines wäre jedoch, dass im Markt sich Menschen für andere einsetzen können falls sie es wollen. Wenn der Oberplaner jedoch etwas sagt, dann wird das auch so ausgeführt. Ein Marktsystem ist schwerer zu beherrschen als ein System in dem von Anfang an alles einer Institution gehört.
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Der Oberplaner ist in einer Demokratie das Volk selbst und ich wüsste nicht, wieso es wahrscheinlicher sein soll, dass sich die Teilnehmer einer Marktwirtschaft altruistisch verhalten.
Das stimmt, ein Marktsystem ist schwerer zu beherrschen und logischerweise damit auch schwerer vorherzusehen. Das ist ein Problem, denn wie schon gesagt, dem Markt ist egal, ob wer durch eine Depression verhungert, der regelt sich selbst, wie es ihm beliebt.
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Stimmt, WiWi vergessen.
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Was gab es dann in der Sowjet Union? Kein Sozialismus?
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Du hast es erfasst.
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Und wenn nicht, dann war das nicht das eigentliche erklärte Ziel?
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Ich würde es Vorwand nennen.
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Warum hat man das Ziel verfehlt und warum bist du besser darin das Ziel zu erreichen?
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Es war ein Regime. Wer sagt denn überhaupt, dass die Diktatoren der Sowjet Union eine klassenlose Gesellschaft angestrebt haben? Damit hätten sie ja ihre Macht verloren.
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Ich sehe wenig Sinn darin unrealistischen Träumen hinterherzurenenn.
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Man beachte: Der ideale Kapitalismus, bei dem sich die Märkte schön fair selbst regulieren, ist ebenfalls ein unrealistischer Traum.
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Btw war die DDR das Musterbeispiel des Ostens und es kam trotzdem nicht annähernd an das was im Westen geleistet wurde. Es war nicht effizient genug
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Je nachdem, wie du "effizient genug" in Relation setzt. Nicht effizient genug, um mit dem Westen mithalten zu können, das ist richtig.
Aber effizient genug, die Grundbedürfnisse der Bürger zu versorgen und trotzdem langsam und kontinuierlich zu wachsen.
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und trotzdem hab ich komischerweise den Eindruck dass in der Ex-Sowjet Union ein Leben weniger Wert war als im Westen. Selbstschussanlagen, Essensrationalisierung, massive Überwachung, brutale Verfolgung von Andersdenkenden fallen mir da so ein. Ich sehe da keinen Vorteil gegenüber dem Westen.
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Totalitäres Regime halt. Machen die öfters so. Gibt auch nicht-sozialistische.
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Originally Posted by xtr3mb0b
Bin am Handy, kann das ganze also nicht quoten, also geh ich nur auf ein paar wenige Dinge ein.
Funktionieren ist ein wirklich dehnbares Wort, allerdings ist doch wohl klar was ich meine oder?
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Nein, nicht unbedingt.
Viele sagen, der Sozialismus funktioniere nicht, weil er relativ zum Kapitalismus gesehen ineffizienter ist. Ich sage, der Kapitalismus funktioniert nicht, weil in ihm nicht alle Menschen etwas zu essen haben.
Es kommt drauf an, wie man seine Prioritäten setzt.
Man kann auch gut (nicht extrem gut) wirtschaften, ohne die Menschlichkeit zu verlieren.
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Im Kommunismus (welcher im Grunde immer eine Planwirtschaft ist, machen wir uns nichts vor) ist die Gesamtwohlfahrt nun mal sehr gering,
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Wie schon gesagt, die Linke sieht keine Planwirtschaft vor und bezeichnet den Kommunismus dennoch als ihr langfristiges Ziel.
Sehr gering ist die Gesamtwohlfahrt da auch nicht unbedingt, es kommt immer auf den Maßstab an.
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der Staat kann und will den Marktpreis nicht nachbilden und es entsteht IMMER ein (wirtschaftlicher) Nachfrage- bzw Produktionsüberschuss.
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Korrekt, niemand kann perfekt im Voraus planen.
Fragt sich nur, inwiefern der Marktpreis unbedingt erstrebenswert ist. Würde der Staat sich aus der Preisbildung vollkommen raushalten, hätten wir ganz schnell einen noch größeren Niedriglohnsektor, als wir sowieso schon haben.
Wie mein guter alter neoliberalistischer Freund Hatd zu sagen pflegt: "Arbeit XY ist einfach keine Z€ die Stunde wert" und laut den Marktgesetzen liegt er da auch vollkommen richtig. Ich persönlich möchte mir aber nicht von anarchistischen Gesetzen (lustig, ein Widerspruch in sich) den Lohn bestimmen lassen. Der Markt beachtet nun einmal nicht, dass auch jemand davon leben muss.
Natürlich ergibt sich aus Mindestlöhnen zwangsläufig, dass Arbeitsplätze gestrichen werden und damit ein Überangebot an Arbeitskräften entsteht. Vollbeschäftigung wird ohnehin überbewertet.
Übrigens gibt es die Gegenteilige Richtung auch: Während es für die Bürger keine Lobby gibt, versuchen viele Unternehmen natürlich wo es nur geht, die Gesetze so umzubiegen, dass sie den Preis quasi alleine bestimmen können, z.B. durch staatlich geschützte Monopole. Dem eigentlichen Grundgedanken des reinen Kapitalismus widerspricht das natürlich, denn da hätte der Staat sich völlig rauszuhalten, nur ergibt sich in einer vom Geld regulierten Welt zwangsläufig, dass die wohlhabensten Menschen auch Einfluss auf die Gesetzgebung nehmen können.
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Für mich ist das auf jeden Fall schlechter als eine relativ freie, doch reglementierte Marktwirtschaft.
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Definitiv. Warum ein teures und ohnehin ein schwer zu realisierendes Planungsgremium (was zwar in der Theorie das Nonplusultra wäre, in der Praxis aber leider nicht funktionieren kann, solange Menschen fehlerhaft sind) gründen, wenn man den Markt für sich arbeiten lassen kann. Nur die Reglementierung muss halt sein.
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BTW: das BIP heutzutage übertrifft das der DDR auch bei weitem ;)
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Die Aussagekraft des BIP über den Wohlstand eines Landes ist sehr begrenzt.
Außerdem stehen unsere Schulden trotzdem in keinem Vergleich dazu - wir werden sie niemals abbezahlen können. Hätte die DDR auch Geldgeber wie wir gehabt, die uns trotzdem der hohen Schuldlast noch vertrauen, hätte sie auch etwas länger durchgehalten.
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Alles was Nutzen für die Menschheit hat, hat auch Geldwert, daran ist nichts naiv, nenne mir ein gegenbeispiel :)
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Schon einmal von Planned Obsolescence gehört?
Ein Drucker der nicht nach 2 Jahren kaputt geht, das wäre doch mal was. Aber damit würden Druckerproduzenten ja ihren Umsatz wieder senken.
Regenerative Energien sind auch ein schönes Beispiel, gegen die sich bestehende Energieriesen versuchen zu wehren.
Und ja, menschliche Werte zählen auch dazu. Ich habe mich durchaus nicht nur auf materielle Werte beschränkt. Meine Aussage war, dass Innovationen und Fortschritte, die den Gewinn nicht steigern, habe in unserer Gesellschaft nahezu keine Chance. Und das ist der Fall.
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Die Sache ist im Grunde die: Das in reichen Ländern mehr konsumiert wird als für die Existenz notwendig ist, ist aus wirtschaftlicher Sicht nur allzu logisch. Der Spalt ist so groß, dass (lässt man den Markt in ruhe) der sich ergebende Marktpreis in Entwicklungsländern für Teile der Bevölkerung selbst die Sicherung des Existenzminimums unmöglich macht. Lösungsansätze wären entweder preisliche Reglementierungen (unelegant, da es auf die Kosten der gesamtwohlfahrt geht) oder Entwicklungshilfe in besagten Ländern (meine favorisierte wahl).
Allerdings ist auch mir klar dass man irgendetwas tun muss :p
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Natürlich, bevor man irgendwo die Preise ändert, sollte man den Ländern erstmal helfen, sich selbst zu helfen.
Nur in der jetzigen Gesellschaft? Wieso sollte man? Damit würde man ja billige Arbeitskräfte verlieren. (siehe einen Absatz weiter oben)
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Originally Posted by Carl Grimes
Die sind bei jedem Menschen kaufbar, auch bei den "Ich bin nicht bestechlich und meine Überzeugungen auch nicht" Typen hier im Forum. Jeder ist gierig ab einem gewissen Punkt und jemand, der dies verneint, ist in meinen Augen nichts weiter als ein idiotischer Heuchler.
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Nope :)
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Originally Posted by xtr3mb0b
Der Ausgangspunkt von dieser Nutzen-sache war eher auf materielle dinge bezogen, ich habe gemeint dass jede Innovation, habe sie denn auch einen Nutzen für die Menschheit, auch einen Geldwert hat.
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s.o.