Fuck yeah, heute war ich wieder richtig produktiv beim Aufschieben des Lernens :D Viel Spaß beim Lesen :p
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Originally Posted by Hatd
ein mindestlohn, an sich keine dumme idee, nur kann man berufe, die keine qualifikationen erfordern auch nicht wirklich gut bezahlen
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Warum? Weil es jeder machen kann? Richtig, Angebot und Nachfrage. Das Angebot an Arbeitern is groß, deshalb fällt der Preis ihrer Arbeit. Das geht aber zu Lasten genau dieser Leute, die diese Arbeit machen wollen und kann sie nunmal de facto unter das Existenzminimum bringen. Dann wird für einige plötzlich das leistungslose Hartz4 interessanter und sie werden zu sogenannten Sozialschmarotzern, einfach, weil ihre Ausbildung nicht mehr hergibt, als ihnen einen schlechten Job einzubringen.
Klar, man kann sich weiterbilden, aber vielen Leuten, die so argumentieren, fehlt einfach das Vermögen, sich in andere hineinzuversetzen.
Diesen Leuten fehlt oft einfach die Perspektive, noch irgendwas aus sich zu machen. Und gerade in die Maßnahmen, ihnen Perspektive zurückzugeben, wird eben nicht wirklich investiert. Zudem sind Arbeitgeber kritisch, das ist kein Geheimnis. Jemand, der mit 50 arbeitslos wird, gilt als unvermittelbar, da hilft keine Weiterbildung der Welt. Zudem sehen es nunmal die wenigsten Arbeitgeber gerne, wenn du erst auf der Hauptschule einen schlechten Abschluss gemacht hast, dann viele Jahre arbeitslos warst und dann irgendwann mal eine Weiterbildung gemacht hast, die dich theoretisch für den Beruf qualifiziert.
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ob das förderlich wäre, auf die gesamtmenge der arbeitsplätze sei auch dahingestellt, viele unternehmen würden wohl noch mehr arbeitsplätze einfach ins ausland verlagern und dort "ausbeuten"
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Eben. Es ist doch gar nicht im Sinne des Systems, dass sich diese Verlierer der Gesellschaft weiterbilden, aber dazu komme ich gleich noch.
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letztlich ist man zu einem großteil selbst verantwortlich, ob man später ausgebeutet wird oder unter fairen bedingungen arbeiten kann
es gibt zahlreiche arbeitsplätze, bei denen man sicherlich nicht von ausbeutung sprechen sollte
genauso als unternehmer wird man wohl kaum ausgebeutet
wer selbst keine initiative zeigt um sich fortzubilden, der sollte sich eben auch nicht über die ausbeutung beschweren
wenn ich meine hauptschule eher schlecht als recht beende und danach irgendwo als zeitarbeiter hin und wieder paar schrauben drehe... nunja
natürlich kann man nun wieder argumentieren, diese wurden schon in ärmliche verhältnisse "reingeboren" und hätten somit keine chance jemals schlüsselqualifikationen zu erhalten
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Das mit dem "reingeboren" mag durchaus zutreffen, aber das möchte ich gar nicht so sehr vertiefen.
Vielmehr möchte ich den inneren Widerspruch dieses Arguments darlegen.
Denn ich kritisiere hier die extreme, dem natürlichen Überlebenskampf gleichkommende (vor dem uns die Zivilisation eigentlich schützen sollte, aber gerade mit neoliberalen Maßnahmen wird das wieder immer mehr zur Realität) Eigenschaft des Kapitalismus, einen Kampf "Jeder gegen Jeden" zu verursachen (selbst in einem Sozialstaat bleibt es nunmal ein Konkurrenzkampf).
Keine Frage, das spornt an und motiviert. Die Frage ist nur, ob man Motivation nicht auch mit dem Gegenteil von Angst erreichen könnte, eben mit Belohnung.
Um aber auf den eigentlichen Punkt zu kommen: Es wird immer zu mehr Bildung geraten. Eine der zentralen Phrasen des Neoliberalismus. "Der Sozialstaat investiert in die Arbeiterschaft durch Bildung". Das soll mir mal einer erklären. Wie soll denn jeder mit Bildung den Wettkampf gewinnen? Das ist eine Absurdität. Wenn in einem Wettkampf jeder besser wird, dann steigen halt die Ansprüche und das Verhältnis bleibt trotzdem gleich. Dann braucht man halt als Klofrau schon ein Abitur. Einen derartigen Prozess erleben wir bereits. Warum ist denn ein Hauptschulabschluss nichts mehr wert?
Ich weiß nicht, ob das Buch hier vielen bekannt ist, aber in "Brave New World" wird ein ähnliches Problem geschildert. Im Groben geht es um einen totalitären (aber friedlichen) Staat, in dem alle glücklich sind und jeder seine zugeschriebene Aufgabe hat, entsprechend seiner Kaste. Jeder wird nun direkt aufschreien "Das Kastensystem ist doch verwerflich!". Nunja, das tut auch ein Kritiker in diesem Buch und die Antwort darauf ist simpel und genial. Auf einer Insel wurde bereits das Experiment durchgeführt, eine Gesellschaft alleine aus Alpha-Menschen (der höchsten Kaste) aufzubauen. Das Resultat war ernüchternd. Nach kurzer Zeit gab es Streiks, Mini-Kriege innerhalb dieser Gesellschaft und es geriet außer Kontrolle. Im Nachhinein entschied sich die dezimierte Anzahl der übrigen Alphas, sich freiwillig in das alte System einzuordnen.
Die Ableitung auf die Realität ist simpel: Eine Gesellschaft alleine aus Hochgebildeten funktioniert nicht. Man muss auch die grundlegenden Aufgaben (die nicht durch Technik abzuschaffen sind) erledigen. Wenn jeder gebildet ist, dann will jeder auch eine entsprechende Aufgabe.
Mal abgesehen davon, dass die meisten Hochgebildeten mit simplen Aufgaben nicht glücklich wären, entsteht bei der Bezahlung ein Konflikt: Einerseits hat sich der Mensch durch seine Bildung eine höhere Bezahlung verdient (so wie es die "Investition durch Bildung" auch suggeriert). Andererseits haben diese Bildung auch viele andere und die Arbeit entspricht nunmal einfach nicht seiner Bildung. Er muss also trotzdem niedrig bezahlt werden, denn die Anzahl der hochbezahlten Jobs steigt nicht mit der Anzahl der Akademiker.
Das Problem hatten wir auch schonmal: Es gab schonmal ganze Wellen von Taxifahrern mit Dr. XY, wenn du weißt, was ich meine.
"Er ist selbst schuld, denn er hätte sich ja bilden können" ist mir also zu kurz gedacht, denn es funktioniert nur solange, wie sich nicht alle bilden. Es muss also zwingend immer Verlierer geben und entweder möchte man dann, dass die sozial aufgefangen werden oder eben nicht.
Fakt ist aber, dass unsere soziale Marktwirtschaft bisher eine massive Verschuldung verursacht hat. Die Folgen werden diskutiert. Einige gibt es nunmal auch, die den Zins und den Zinseszins als Ursache nennen und die soziale Marktwirtschaft nur als fruchtloser Versuch, gegen die daraus resultierenden Folgen, die beim reinen Kapitalismus wesentlich früher kommen, anzukämpfen. Ob das nun stimmt oder nicht, sei mal dahingestellt, es ist zumindest schlüssig, wenn man sich näher damit beschäftigt.
Ob man die soziale Marktwirtschaft auch erfolgreich durchsetzen könnte, ist bisher nicht klar. Bisher hat jedes Wirtschaftsmodell seine Instabilität bewiesen, einschließlich des Kapitalismus.
Neoliberalisten schließen allerdings aus den aktuellen Ereignissen, dass man den sozialen Aspekt definitiv wieder streichen sollte. Dass es Verlierer im Kapitalismus geben muss, habe ich bereits dargelegt. Sie fordern damit also ganz konkret, dass wir uns wieder einem primitiven Kampf ums Überleben nach einem Friss-Oder-Stirb Prinzip zuwenden. Dem möchte ich nicht zustimmen, denn ich halte es mittlerweile für menschenunwürdig.
Und ohne mich hier als Marxist zu outen: Natürlich ist auch klar, dass Arbeitgeber in einem grenzenlosen Kapitalismus dem Arbeitnehmer klar übergeordnet sind. Da ist nicht mehr von einem Tauschverhältnis (Arbeit gegen Geld) auf Augenhöhe zu sprechen, denn der Arbeitnehmer ist eindeutig abhängig vom Arbeitgeber. Ohne ihn kann er nicht überleben, der Arbeitgeber hat aber durchaus Alternativen. Der Globalisierung sei Dank (ohne dass ich mich nun gegen Globalisierung an sich ausspreche).
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in einem gewissen maße sind sie produktivitätsfördernd, mag wohl ein ansporn für viele schüler/studenten/azubis sein
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Durchaus.
Aber das könnte doch der Lohn, der entsprechend der
Leistung ist, ebenso sein.
Es würde in einem Staat mit BGE sicherlich faule Menschen geben, die sich auf dem Wohlstand ausruhen.
Die Frage ist: Ist das schlimm? Der Wohlstand, den wir mittlerweile haben, ist ein Produkt aus allen Errungenschaften unserer früheren Generationen in Verbindung mit den aktuellen wirtschaftlichen Erzeugnissen.
Jeder Mensch sollte das gleiche Anrecht darauf haben, diese Errungenschaften für ein sorgenfreies Leben nutzen zu können.
Hier spreche ich lediglich von einem
Grundeinkommen, mit dem man überleben kann (kein Spitzeneinkommen).
Es wird aber auch immer Menschen geben, denen reicht das nicht. Sie werden sich anstrengen und entsprechend ihrer Leistung honoriert und sie können damit ihr Bessergestelltsein-Bedürfnis befriedigen.
Letztendlich ist das ohnehin schon längst der Fall. Denn wer nicht durch Arbeit im Stande ist, sein Leben zu finanzieren, bekommt Hilfe vom Staat. Aber Hartz4 schafft Sozialneid. Die Arbeiter wollen nicht für die Faulheit anderer bezahlen, ohne selbst etwas davon zu haben (und das, während sie vielleicht selbst nicht viel mehr verdienen) und die motivierten Hartz4 Empfänger beschweren sich über die einhergehende Diskrimminierung und Diffamierung und die Schwierigkeit, aus dieser Falle wieder herauszukommen.
Ein BGE ginge an jeden und so hat jeder
mindestens das gleiche, was aber nicht heißt, dass jeder gleich viel "wert" (wirtschaftlich, nicht im Sinne von Wert eines Menschenlebens) wäre oder so behandelt wird, als erbringe er gleich viel Leistung. Denn dafür würde er entsprechend nochmal honoriert.
Aber hier ist der springende Punkt: Damit man sich dazu motiviert fühlt, müsste der Arbeitgeber tatsächlich etwas zahlen, das ihn auch besserstellt. Und genau daraus ergibt sich, dass man nach Wichtigkeit bezahlt wird und nicht nach Ersetzbarkeit. Es wird nicht mehr passieren, dass ein Manager für eine Pleite auch noch einen Bonus von 20 Millionen bekommt, während die Arbeiter aufgrund der Insolvenz auf der Straße landen oder aufgrund einer knapp überwundenen Krise Lohnkürzungen hinnehmen müssen.
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ein ähnliches wirtsch. system wie in kuba?
merkt man wie prima es der wirtschaft dort geht
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Natürlich, im Vergleich zum reinen Kapitalismus wird dieses System immer verlieren. Denn es ist weniger produktiv, das ist Fakt. Man tauscht einen Teil der Produktivität gegen Gerechtigkeit und ein Auslöschen der Angst vor der Verelendung. Man sollte nun kritisch darüber nachdenken, ob man diesen "verlorenen" Teil der Produktivität wirklich braucht. Denn eigentlich braucht man nur so viel Wirtschaft, wie sie dem Menschen dient. Einen verselbstständigten Finanzmarkt, der unkontrolliert Gelder vieler Millionen Arbeiter verschlingt, ist es der wirklich wert, dass man so ein extremes Wirtschaftswachstum fordert?
Zudem könnte man, wenn man keine Angst mehr davor hat, keine Arbeit zu haben, auch mehr auf Maschinen und Computer setzen und damit faktisch die Arbeit effizienter gestalten.
Und wenn sich die Gesellschaft nicht ständig mit den gut verdienenden Kapitalisten vergleichen muss, dann hat sie auch keine großartigen Gründe, unglücklich zu sein.
In der DDR war tatsächlich nicht alles schlecht. Man hatte keine Angst davor, dass man nicht mehr genug zum Überleben hat. Die Stasi hatte nichts mit dem Sozialismus zu tun, es gibt einen riesen Unterschied zwischen einem sozialen Staat und einem Polizeistaat, die diesen nur als Vorwand für die Diktatur missbraucht.
Man war in der DDR nicht ganz so produktiv. Na und? Wirtschaftlich ging es unter anderem deshalb zugrunde, weil man mit dem kapitalistischen Modell konkurrieren musste. Diesen Kampf wird der Sozialismus immer verlieren, das ist klar.
Aber man vergleicht da auch immer nur den Durchschnittsverdiener im einen Land mit dem Durchschnittsverdiener im anderen.
Vergleich doch mal die Menschen in den USA, denen es am schlechtesten geht, mit denen, denen es in der DDR am schlechtesten (wirtschaftlich gesehen) ging.
Wie sagte Pispers so schön? "Man hatte in der DDR keine gesicherte medizinische Versorgung. Die Menschen hatten teilweise verfaulte Zähne und starben unter unbehandelten Krankheiten, weil sie sich keine ärztliche Behandlung leisten konnten. Ach ne, warte, das waren die USA. In der DDR hatte man keine Bananen".
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mir sagte eine putzfrau dort, dass sie durch das trinkgeld, dass sie durch die hotelgäste bekommt, mehr geld verdient als ihr bruder der ingenieurwesen studiert hat und nun für brückenplanung (o.ä.) zuständig ist, sie meinte ihr bruder hätte sogar promoviert
nun wie wahr die geschichte ist sei dahingestellt, dass der zustand aber nicht erfunden ist, entspricht der realität
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Na und? Das ist meiner Meinung nach echte Marktwirtschaft auf dem Arbeitsmarkt. Wenn Ingeniere nunmal nicht gesucht werden, werden sie auch nicht hoch bezahlt, selbst wenn sie ach so toll gebildet sind. Die Putzfrau wird immer benötigt, sie hat einen krisenfesten Job und ist unentbehrlich. Natürlich leistet sie viel und sollte dementsprechend gut verdienen.
Nur mittlerweile ist ja das Dogma so gefestigt, dass Bildung und hohe Position automatisch eine höhere Bezahlung rechtfertigen. Das hat nichts mehr mit einer Leistungsgesellschaft zu tun.
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wenn ich eine bahnbrechende idee hätte, dann will ich dafür auch bezahlt werden
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Das wirst du, wenn sie gut ist. Ansonsten hast du darauf keinen Anspruch und genau das würde das System bringen.
Im Kapitalismus? Nö, da verabschiedet sich der Manager trotzdem mit einer Millionen-Abfindung.
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jeder definiert diese grenzen anders
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Zumindest das BVerfG hat Hartz4 als Existenzminimum definiert, also sind weitere Senkungen mit dem Argument "Man kann ja sparen" unzulässig.
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und jeder der sich gegen das system auflehnt, wird zur zwangsarbeit unter kz-ähnlichen zuständen gezwungen?
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Njaein.
Kz-ähnlich sicher nicht.
Und es kommt darauf an, was du unter "Auflehnung" verstehst.
Wenn ich damit nun von jemandem spreche, der bewusst nicht arbeitet, weil er es nicht einsieht, für einen Hungerlohn eine körperliche harte Drecksarbeit zu machen, bei der er auch noch jederzeit austauschbar wäre, dann lehnt er sich imho auf.
Aber dann wird er dazu quasi dazu gezwungen, andernfalls kann er Sozialhilfe vergessen.
Die Standardmeinung sieht das als gerecht an. "Wer nicht arbeitet, braucht auch nicht essen".
Mir ist das, wie gesagt, zu kurz gedacht.
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wären alle gleich, würden sich die leute, die zuvor die "gewinner" waren, aus dem staub machen
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Ich verlange auch keine unüberwindbare Gleichheit. Aber diese Gleichheit sollte sich dann aus freien Stücken in Richtung Gewinner aufheben und nicht unter Zwang in Richtung Verlierer, wenn du verstehst, was ich damit meine.
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dann hättest du ein volk dass aus verlierern besteht, gratulation
agieren die großen fische eben aus dem ausland heraus und beuten die verlierer hier aus
haben zwar alle dann ein grundeinkommen und ähnliche gehälter, nur sind dann eben alle arme würstchen
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Deshalb sehe ich es auch als kritisch an, dass viele Staaten ihr eigenes Ding drehen.
Der beste Wohlstand wäre wohl zu erreichen, wenn das ganze System weltweit reformiert würde, denn dann gäbe es auch keine anderen Messgrößen, mit denen man konkurrieren müsste.
Dass das vorerst unrealistisch ist, ist mir klar. Man weiß aber nicht, was sich noch ergeben könnte. Die USE (US von Europa) wären ja zumindest ein Anfang und kamen schon zur Sprache und sind das Ziel einiger. Aufgrund der aktuellen Krise ist das leider wieder ein extreme Ferne gerückt. Auch bin ich nicht mit dem Weg, wie die EU durchgeführt wurde, einverstanden.
Aber die Grundidee dahinter erachte ich erstmal als positiv, immerhin sind wir alle Menschen.
Wie auch immer, solche Änderungen passieren Schritt für Schritt. Ein durchdachtes System, das gegen den Kapitalismus zumindest überleben kann, wäre ein Anfang, um die Welt Schritt für Schritt zu reformieren.
Modelle wie der Plan B liefern da einen Ansatz, wenn ich auch nicht jede Ansicht voll unterstützen kann (teilweise geht es da z.B. eher wieder in nationale Richtungen und weniger in Richtung friedliche und gemeinnützige Globalisierung; es wird halt die Globalisierung generell als Instrument der Hochfinanz verteufelt, obwohl sie tatsächlich positiv sein könnte), wie man sowas schrittweise umsetzen kann.
Das nämlich noch zusätzlich mit einem fließenden Geld, was ich dem aktuellen Geldsystem (das auch in der DDR existierte) deutlich vorziehe.
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falls du ein hohes vermögen hast, das zineseinkommen bringt dir bei den derzeitigen steuersätzen auch recht wenig
effektiv gesehen, wenn du multimillionär/milliardär bist kannste das noch sogut verzinsen, es nimmt trotzdem ab, bei den derzeitigen steuersätzen, sollte es sich nicht durch unternehmerische tätigkeiten mehren
kurze zeichnung unternommen
lorenzkurve deutschlands (07 glaub)
bisschen drastisch dargestellt, kann man nicht auf jeden einzelnen beziehen i know
es werden derzeitig schon firmengelder ins ausland verfrachtet, da in deutschland das vermögen einfach viel zu hoch versteuert wird
noch höhere steuern und es würde nicht lange dauern und der orangene teil in meiner zeichnung hätte sich aus dem staub gemacht
u.a. auch paar aus dem roten bereich
was bliebe übrig?
nun hat man zwar ne egalitärere verteilung der güter, nur sind dann eben alle arme würstchen
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Genau das ist das Problem an den unterschiedlichen Nationen mit unterschiedlichen Regelungen. Irgendwer muss ja aber anfangen.
Ich bin auch sicher, so wie es auch nach den Weltkriegen geschah, man ist nicht zwingend von den aktuellen Arbeitgebern abhängig. Das ist reine Propaganda, um jenen in den Arsch zu kriechen. Wenn man doch so für freie Marktwirtschaft ist, sollte man diese auch konsequent durchführen, was da heißt: Regelungen durchsetzen, wenn den Unternehmen das tatsächlich nicht passt, verschwinden sie halt. Es wird neue Unternehmer mit neuen Ideen geben.
Das ist auch das, was mich an Kritikern des Plan B so stört. Man bezeichnet sie seltsamerweise als Sozialisten. Plan B ist das einzige System, das ich tatsächlich mit freier Marktwirtschaft vergleichen kann. Denn es richtet sich tatsächlich vollständig nach natürlichen Mechanismen, wie das Geld wohin fließt. Im Kapitalismus fließt das Geld zu denen, die bereits sehr viel haben.
Wenn es in Deutschland nicht durch Steuern kaputt gemacht wird, dann liegt es halt auf Schweizer- oder US-Konten.
Zudem fordern Neoliberale ja gerade, dass die Steuern für reiche auch noch gesenkt werden.
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es ist und bleibt eine traumwelt in der keine existenzängste existieren, vorallem in einer welt, in der sich die menschen immer mehr vermehren obwohl immer weniger arbeitstechnisch benötigt werden
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Das ist doch ein Widerspruch. Gerade, wenn man immer weniger benötigt, heißt das doch, dass man Arbeit immer besser für jeden einzelnen aufteilen kann.
Rein theoretisch wäre der Kommunismus dann sogar funktionsfähig und das besser als der Kapitalismus. Es scheitert nur daran, dass es keinen Menschen und keine Institution geben kann, die die Arbeit so perfekt aufteilt, dass jeder etwas davon hat und es keine Probleme gibt. Mit dem perfekten Souverän an der Spitze (quasi dem Übermenschen) wäre ich sofort bekennender Kommunist. Leider ist das nunmal tatsächlich Fiktion.
Aber in Verbindung mit logischen und automatischen Marktmechanismen lässt sich eine ähnliche Gerechtigkeit aufbauen, die ebenso von der Zahl der Menschen und dem technischen Fortschritt profitiert.
Der Kapitalismus profitiert hingegen nur einseitig davon: viele Menschen + gute Technik = der Mensch kann wegrationalisiert werden und es bleibt mehr für den Kapitalisten.
Der Preis dafür ist, dass jeder Mensch täglich um sein Überleben kämpft und einen Hass auf den Fortschritt entwickelt. Und das wird mit Voranschreiten von Fortschritt und Bevölkerungszahl immer schlimmer (auch wenn es vielleicht in Ländern wie DE noch nicht für jeden spürbar ist).
Ich möchte hier aber die Stelle nutzen, um zu betonen, dass ich keinen Hass auf Arbeitgeber oder reiche Leute habe. Die sind immerhin Teil des Systems und die meisten Kritiker würden an ihrer Stelle genau dasselbe tun. Nein, ich kritisiere dieses Wirtschafts- und Geldsystem an sich.