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Originally Posted by Shoubo
Bin ich inzwischen eigentlich der einzige, der gegen die ganzen Maßnahmen ist?
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Es ist dieser Tage anstrengend libertär zu sein.
Ich halte prinzipiell wenig von staatlich durchgesetzten Einschränkungen und bin eigentlich der Meinung, dass Probleme dezentral, von der Gesellschaft getrieben, gelöst werden sollten. Aber ich muss zugeben, dass ich darüber noch nie im Kontext einer Pandemie reflektiert habe.
Es ist für uns Menschen einfach nahezu unmöglich solche Ereignisse in-time einzuschätzen. Gerade wenn man durchgehend mit Informationen über multiple Kanäle befeuert wird und sich mit unprüfbaren Statistiken eine Übersicht der Lage zu verschaffen versucht, erleidet vermutlich die Rationalität zu aller erst einen Schaden. Die Geschwindigkeit der Entwicklungen erzeugen zusammen mit der verspürten Not, etwas unternehmen zu müssen, unkontrollierte Reaktionen, die die Lage erst Recht noch unabschätzbarer macht.
Wir sind getrieben von der medial und gesellschaftlich "kommunizierten Realität" (Hyperrealität), mittels der wir versuchen eine Vorstellung der Realität zu bilden. In Panik tendieren die Menschen eher dazu Freiheit für Sicherheit zu opfern. Welche Reaktion auf die Lage am Ende die "Vernünftigste" wäre, werden wir
vielleicht viel später aus der dadurch erzeugten Erfahrung lernen.
Ich hoffe sehr, dass der gesellschaftliche und wirtschaftliche Schaden, der erzeugt wird, nicht den Schaden der Pandemie überwiegt.