Die hohe Inflation stellt auch ohne das BGE ein Problem dar. Mit dem BGE würde es nicht unbedingt drastischer werden. Zunächst einmal bedeutet das BGE nicht, dass nur weil Leute mehr Geld besitzen, es auch mehr ausgeben. Klar, die ärmsten Schichten schon. Doch wird es keineswegs ein gravierendes Problem werden. Man muss sich auch die Folgen und Gefahren einer Inflation vor Augen führen - denen kann man auch entgegen wirken. Wenn JEDER dieses Geld erhält, steigt das Preisniveau möglicherweise doch würde es erstmal im Binnenmarkt keinen Schaden ergeben, solange es eine Adaption aller Strukturen(inkl. BGE) geben würde. Sprich Jobs werden besser bezahlt, Sozialleistungen werden höher.. Alles muss sich anpassen, wie auch heute bereits.
Zum Punkt des Arbeitsenthusiasmus möchte ich nicht viel sagen, das ist ein Argument, was sehr oft zur Sprache kommt, aber nicht wirklich standhaft scheint. Leute arbeiten nicht nur wegen dem Geld. Da knüpfen die Billigjobs direkt an - Leute arbeiten nicht nur, damit sie überleben. Es gibt immer auch Konkurrenz. Deshalb würden sie auch dort arbeiten, damit sie sich von anderen abheben.
Punkt des Exports habe ich auch schon im vorherigen Post weitestgehend widerlegt. Man muss sich nun mal auch bewusst darüber werden, dass das BGE die kompletten Sozialleistungen abdeckt. Es wäre also auch in vielerlei Hinsicht eine Entlastung -> Geld einsparen für irrelevante Dinge. Haben alle Leute mehr Geld -> Mehr Nachfrage -> Mehr Produktion -> Mehr Angestellte -> Mehr Lohn für die Leute -> Mehr Nachfrage etc.
Der Binnenmarkt würde immer und immer größer werden.
Und zu dem Einwanderungsgedanken habe ich auch oben etwas geschrieben. Das gibt es heute schon und würde es auch dann noch geben. Aber selbstverständlich müsste man diese Bereiche z.T. reformieren.
Sicher gibt es noch viel mehr Argumente dagegen. Die meisten sind nun mal - wie deine Auswahl - ziemlich haltlos, wenn man mehr als zehn Minuten darüber nachdenkt. Ich bin nicht unbedingt ein Befürworter, aber sind halt die Argumente der Gegenseite extrem schwammig.
Quote:
Originally Posted by weteef
Hey Odang,
ich gebe zu, mein Post war wohl etwas zu kurz und zu schlecht erläutert.
Das bedingungslose Grundeinkommen benötigt meiner Meinung nach 2 zu betrachtende Aspekte. Ich habe mich nie wissenschaftlich mit dem Thema auseinandergesetzt, sollte ich wohl dazusagen!
In einem Gedankengespinst, in dem man eben jedes wirtschaftiliche Problem lösen kann, bleibt die Frage, ob das bedingungslose Grundeinkommen überhaupt positive wirtschaftliche Auswirkungen hätte.
Spontan fällt mir ein: negative Kursentwicklung (hohe Inflation), schlechter Arbeitsenthusiasmus nach Einführung, keine Billiglohnjobs mehr (aus offensichtlichen Gründen) könnte für verstärkte Auslagerung sorgen -> Es darf nur noch hochqualifizierte Jobs geben -> ZWANGSLÄUFIGE enorme Steigerung der Exporte! [Das zu "Binnenmarkt"]
Weiter wäre es SEHR scheinheilig zu sagen: "Ich möchte, dass es der Bevölkerung gut geht, aber dafür kann es den anderen Ländern noch viel schlechter gehen". Man MUSS den ethischen Aspekt einbeziehen (wenn man das nicht tun würde, wäre die Frage nach einem Grundeinkommen ja schon hinfällig).
Einfachste Mathematik würde da schon zeigen, dass die ganze Geschichte einiges kosten wird. Aber woher sollte das Geld kommen, wenn nicht durch Export. Du wirst sicherlich wissen, dass unser Export fast ausschließlich durch hochwertige (Forschung) Güter entsteht. Wie oben erklärt würde der Export also zwangsläufig steigen (und auch steigen müssen, sonst wäre die Finanzierung unmöglich). Das hätte, durch volkswirtschaftlich offensichtliche Gegebenheiten, einen sehr schlechten Einfluss auf all die Länder, denen es heute eh schon schlecht geht.
Du könntest ja das Gedankenspiel "Einwanderung bzw. Kriegsflüchtlinge" im autonomen Staat durchgehen. Die Folgen wären absolut unmenschlich.
Ich hoffe mein Text ist nicht zu wirr, bin heute etwas müde. All diese Probleme sind mit jetzt in 10 min eingefallen, ich bin mir sicher, es gibt Hunderte mehr.
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