Bei meiner Seminarfacharbeit im Abitur gings hauptsächlich zwar um Arbeitslosigkeit und dessen Ursachen, dabei habe ich aber einen längeren Part zur Bildung bzw zum Schulsytem erarbeitet. Dabei habe ich die verschiedenen Schulsysteme auf der Welt miteinander verglichen.Quote:
Hallo, ich wollte einfach mal ein Diskussionsthread über das Schulsystem eröffnen und würde mal gerne eure Meinungen dazu hören.
Aus meiner Sicht versagt das Schulsystem in Deutschland, da leistungsschwache Schüler an vielen Schulen einfach nicht gefördert werden und sie meistens nichts dafür können. Ich würde außerdem behaupten, dass es in der Schule nicht um Intelligenz geht, denn man muss nur hinter das System kommen, es geht nur ums auswendig lernen.
Wie dem auch sei, schreibt was ihr darüber denkt.
Sicherlich ist das momentane Schulsystem am einfachsten "zu meistern", wenn man stur auswendig lernt. Deswegen haben sich auch Begriffe wie "Hausfrauen-Abi" gebildet, dabei handelt es sich um ein Abitur mit dn Leistungsfächern Englisch und Deutsch oder Sozialkunde, da man da überwiegend auswendig lernen muss. Ein gutes Beispiel der Sinnlosigkeit des Auswendiglernens habe ich im Wirtschaftsunterricht gemach. Dabei habe ich am Anfang des Jahres mit meinem Wirtschaftslehrer eine Wette abgeschlossen. Ich hatte mit ihm gewettet, dass die Schüler alle nur stupide auswendig lernen und die es nicht richtig verstanden haben. Also habe ich ihm vorgeschlagen den ersten Test im Jahr zum Ende hin ohne Ankündigung nochmal zu wiederholen. Für ihn hatte das nur den Aufwand des Korrigierens. Er meinte, dass die meisten Schüler das Thema schon begriffen hätten, ich habe dagegen gehalten. Resultat: beim ersten Test hatten fast alle Schüler 10-15 Punkte, wobei der test angekündigt war (am Anfang des Jahres); beim zweiten Test ohne Ankündigung zum Ende des Jahres hatte meine Vermutung bestätigt; der Punkteschnitt brach auf 0-12 Punkte zusammen, wobei ich bei beiden Tests jeweils 11 Punkte hatte.
Dieses "Experiment" hatte ich dann auch in meiner Seminarfacharbeit eingebracht (galt dann als Eigenanteil^^).
Für mich zeigt es nur, dass das Schulsystem in Deutschland ausbaufähig ist. Im Vergleich zu anderen Ländern (Finnland etc), kommt man bei uns mit stupiden Auswendiglernen am einfachsten durch. Auf Arbeit merkt man das im Nachhinein: Viele sind Studierte und haben trotzdem kein Plan, und davon ganz viel. Verstehen teilweise die einfachsten Verbindungen nicht.
Schaut man sich das momentan führende finnische Schulsystem an, stellt man sehr viele Parallelen zum Schulsystem der ehemaligen DDR fest. Aber nach der Wende galt ja: Fast alles ausm Osten muss schlecht sein. Denkt man z.b. mal an das Fördersystem im Sportbereich.
Für mich fehlte es oft an der Motivationsfähigkeit der Lehrer. Kaum jemand, der es schaffte Interesse am Stoff zu Wecken.