Gibt's noch Skater?

05/12/2006 16:06 immoral#16
ich habe etliche jahre geskatet. hab so als kiddy mit 5 oder 6 jahren mein erstes brett geschenkt gekriegt, dann mit 10 meine ganzen gesparten 10 und 20 rappen stücke (sicher 2 kg schwer lol) zum erstaunen aller für ein "profi brett" wie wir das damals nannten, ausgegeben. allerdings war das noch ein breites board mit leicht angehobener nose, ein Powell, wenn ich mich recht erinnere oder tochterfirma bone brigade, kA mehr genau. da fings dann an mit randstein ollies, mini ramp, etc.

ging dann immer besser und ich war zu der zeit auch so bisschen der leadertyp bei uns inner stadt was skaten angeht, dadurch dann rel. easy sponsoring gekriegt obwohl es kids gab, die besser waren als ich, ich war einfach überall präsent, hab alles organisiert, turniere, touren ins ausland, etc.

bekam damals anti-hero, vans und ipath kram und kugellager von ner kleinen unbekannten independent firma aus der schweiz.
boards haben wir dann selber welche pressen lassen im ausland mit eigenem shape und so und haben es für einstandspreis (30 CHF, umgerechnet 20?) verkauft, also keinen gewinn erzielt.
tour durch schweiz, süddeutschland und italien und ostflügel frankreich mal kurz noch.

danach unfall, bein im gips, schwer kaputt. mit gips weiter skaten (nur vert), nochmals umfall, total im eimer, stress mit versicherung und musste zwangsläufig aufhören zu fahren, was für mich damals ein weltuntergang war.

mittlerweile zock ich gelegentlich den kids hier im park (den wir gebaut haben, bzw ich war beim alten bau beteiligt, nun wurde er neu gebaut, alles von kids bei uns in einem "besetzten haus") nen brett ab und fahr bisschen miniramp oder mach paar flips. erstaunlicherweise kann ichs noch bisschen, aber nur bisschen *G*

da ich ziemlich hart, schnell und radikal gefahren bin (mein körper ist vom skaten voller narben und wunden die nie weg gehen werden^^) kam ich auch mal mit 2 oder 3 pics in nem deutschen skate magazin, das es leider nicht mehr gibt :( (BOARDSTEIN R.I.P.)

aber skaten ist auf jeden fall eine positive sache, wenn es denn ums skaten geht und nicht um klamotten und so eine beschissene tuffi-scheisse. die ganzen rumposer machen viel kaputt, leider.
05/12/2006 16:26 Ghost#17
Quote:
Originally posted by immoral@May 12 2006, 16:06
ich habe etliche jahre geskatet. hab so als kiddy mit 5 oder 6 jahren mein erstes brett geschenkt gekriegt, dann mit 10 meine ganzen gesparten 10 und 20 rappen stücke (sicher 2 kg schwer lol) zum erstaunen aller für ein "profi brett" wie wir das damals nannten, ausgegeben. allerdings war das noch ein breites board mit leicht angehobener nose, ein Powell, wenn ich mich recht erinnere oder tochterfirma bone brigade, kA mehr genau. da fings dann an mit randstein ollies, mini ramp, etc.

ging dann immer besser und ich war zu der zeit auch so bisschen der leadertyp bei uns inner stadt was skaten angeht, dadurch dann rel. easy sponsoring gekriegt obwohl es kids gab, die besser waren als ich, ich war einfach überall präsent, hab alles organisiert, turniere, touren ins ausland, etc.

bekam damals anti-hero, vans und ipath kram und kugellager von ner kleinen unbekannten independent firma aus der schweiz.
boards haben wir dann selber welche pressen lassen im ausland mit eigenem shape und so und haben es für einstandspreis (30 CHF, umgerechnet 20?) verkauft, also keinen gewinn erzielt.
tour durch schweiz, süddeutschland und italien und ostflügel frankreich mal kurz noch.

danach unfall, bein im gips, schwer kaputt. mit gips weiter skaten (nur vert), nochmals umfall, total im eimer, stress mit versicherung und musste zwangsläufig aufhören zu fahren, was für mich damals ein weltuntergang war.

mittlerweile zock ich gelegentlich den kids hier im park (den wir gebaut haben, bzw ich war beim alten bau beteiligt, nun wurde er neu gebaut, alles von kids bei uns in einem "besetzten haus") nen brett ab und fahr bisschen miniramp oder mach paar flips. erstaunlicherweise kann ichs noch bisschen, aber nur bisschen *G*

da ich ziemlich hart, schnell und radikal gefahren bin (mein körper ist vom skaten voller narben und wunden die nie weg gehen werden^^) kam ich auch mal mit 2 oder 3 pics in nem deutschen skate magazin, das es leider nicht mehr gibt :( (BOARDSTEIN R.I.P.)

aber skaten ist auf jeden fall eine positive sache, wenn es denn ums skaten geht und nicht um klamotten und so eine beschissene tuffi-scheisse. die ganzen rumposer machen viel kaputt, leider.
Ja sowas is noch lobendswert. Aber die HipHop EInflüsse ham echt alles ruiniert hehe ^^.
Haste denn noch ma vor mit skaten wieder anzufangen/skatest du wieder?
05/12/2006 16:37 xaladin#18
würde weniger sagen das, das hip hop image geschadet hat
sondern das "skater sind kiffer" image ;D
05/12/2006 16:41 Ghost#19
Also Skater sind kiffer kenn ich gar nit :> Und isn Kiffer IMage shclecht? ich weiß ja nicht aber HipHop hat sicherlich nicht gut getan ^^
05/12/2006 16:48 immoral#20
nein, ich darf nicht mehr, weil ich sofort wieder probleme kriegen würde mit dem bein/fuss.
ab und zu bisschen clapclap, aber mehr nicht *g*

ich denke übrigens nicht, dass es gross was mit hiphop zu tun hat, wobei ich dir bis zu einem gewissen grad recht gebe, dass aus dieser "richtung" sehr viele mühsame nebenerscheinungen rein kamen, bzgl. mode, gepose, etc.

aber dazu möchte ich kurz was sagen.
als ich anfing war skaten fast schon ne punk-geschichte, also hardcore punks, nicht diese haste-ma-ne-maak waschlappen (ich meine damit nicht strassenpenner die nichts für können, mir gehts um die ganzen oggenpunks, die keine meinung, keinen selbstwert und auch sonst nichts mehr sind als irgendwelche fakes die für ihre eigene unfähigkeit anderen die schuld geben) und ich fand das sehr geil, wie die abgingen. die hatten keine stylo klamotten, die hatten keine teuren schuhe. schuhe wurden da mit gips geflickt, wenn sie im eimer waren und bretter wurden mit klebband und holzschienen so lange weiter benutzt, bis sie regelrecht zerberstet sind. das waren zu einem grossteil (strassen-)politisch engagierte, coole leute, die zwar selten herkömmliche arbeit hatten, aber die was aus ihrer energie gemacht haben, die sich zusammen ihre wohnlage gelöst haben, die rumgereist sind, unter halfpipes gepennt haben und den entwicklungsprozess von skateboarding auch stark geprägt haben.

dann wurde das ganze langsam aber sich populär und zwar durch diverse dinge.
1. medien
ESPN machte skaten plötzlich zum sport, coca cola machte werbung mit skatern, skateboard underground videos wurden plötzlich von irgendwelchen werbeverseuchten videos weg gepusht und selbst hollywood hatte plötzlich in jedem 10. film skater drin, die ja soooo cool waren in ihren designer klamotten.
2. musikvideos
irgendwelche college bands prollten mit skateboardlackaffen in ihren überstyleten videos (nicht hiphop, sondern so funpunk crap, emo blödsinn^^)

da waren dann die ganzen trven "skate-punks" (lol) in ihren schickimicki klamotten und die alten skater waren völlig perplex und zogen sich zurück, nur wenige wehrten sich und das ziemlich radikal teilweise (boards von posern brechen, etc. *g* ich mein, die brauchten es ja eh nicht, habens ja nur getragen^^)

dann waren das plötzlich die "echten" skater, dem anschein nach, weil die sah man nun auf irgendwelchen staatlichen parks rum dümpeln, mit coolen cappies und so^^

dann irgendwann kamen paar sehr coole leute aus der skandinavischen und der amerikanischen (damals underground-) hip hop szene (in amerika wu tang clan, bspw. die damals keineswegs so populär waren wie heute) und fingen an zu skaten. und was dann los ging, war teilweise der reinste rassistische schwachsinn, den ich je gesehen habe.

diese ganzen "skate-punk" nullen fingen dann an die hiphopper zu dissen und natürlich dann, nach einer kurzen angewöhnungs/emanzipations-zeit, auch umgekehrt.

mittlerweile ist die ganze skateindustrie und auch die meisten parks, etc. völlig verseucht von allem möglichen. mir geht es dabei nicht darum, was die leute hören, was für einen kleidungsstil sie haben oder dergleichen, sondern darum, wie sie das skateboarding angehen.
die parks sind voll mit prolls, denen ihr schief gebauter paff-joint, die hose unterm schritt, das umgedrehte cappy, die goldkette, die gel-frisur, die nietenarmbänder oder sonst irgend so nen schwachsinn wichtiger sind als das fahren.
in skateparks wird nicht mehr gefahren, da wird represented und das ist das schlimmste das den parks zustossen konnte.

das einzig gute daran: Die strasse, da wo keiner hinschaut, die haben die leute für sich, die ihr brett noch heute tackern, wenn es bricht
05/12/2006 16:52 Ghost#21
Ohne Scheiß so wie dus geschrieben hast könnte es en Roman werden (Als Kompliment anzusehn xD). Und diese Punkrock Einflüsse hab ich auch bis jetzt noch nit gekannt aber man lernt ja nie aus.^^
Ich glaub ich weiß wie du dich fühkst mit deinem Bein. Hab mir ma nen mehrfachen Splitterbruch in meinem rechten Zeigefinger geholt woraus ich ne lange zeit nit Bogenschießen/Gotcha und so weiter machen konnte is echt behindert. (Na gut Maus bedienen ging dann noch einigermaßen aber naja).
05/12/2006 16:58 immoral#22
ich suche mal ein altes interview von einem der beeindruckendsten skateboard fahrer die ich je kennen gelernt habe, wenn ichs denn noch habe. ich hoffe es schwer!

kann aber nichts versprechen. allerdings finde ich, dass das interview irgendwie genau das wiederspiegelt, was skateboarding für mich ausgemacht hat.
mal suchen :)


edit: ich habe eben arne von der "neuen" (grad gesehen, dass es sie wohl wieder gibt!! yeah) boardstein geschrieben, ob sie mir das original englische interview zukommen lassen können.

ich halte die chancen für realistisch, das sind sehr coole leute und ich war einer der ersten abonennten überhaupt und habe sie auch sonst supportet wos nur ging. aber mal abwarten :)


das interview ist wirklich beeindruckend, da es so "anders" ist und irgendwie perfekt zeigt, wie es mal war, als es nicht mal 1/10 so viele brettfahrer gab :)
05/12/2006 19:28 Ghost#23
Cool. Würd mich interessieren ;)
Kannst mir ja ICQ dann schicken oder so.

309-214-075