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Originally Posted by sL1Me
Wir schon wieder? ;)
Weil er nicht eingeladen wird mit einem solchen Bild - ganz einfach.
Das hat nichts mit dem "Stock im Arsch" zu tun, wovon du redest.
Eine Bewerbung landet in der Personalabteilung. Die selektieren die Bewerbung nach vorgegeben (eigenen) Kriterien. Meist geht es hierbei, um Vollständigkeit, Lebenslauf = tabellarisch, Layout der Bewerbung und vor allem halt das Bild.... (dies wurde mittlerweile so häufig vor irgendwelchen Gerichten ausdiskutiert, dass keiner mehr richtig weiß, ob das eine Bezug haben darf oder nicht. Fakt ist: Es wird berücksichtigt und spielt einfach eine große Rolle) Es gibt Branchen, die wollen kein Bild haben und weisen darauf in der Stellenbeschreibung hin. Das sind dann meist künstlerische Branchen. Warum das so ist, begründet sich auch. Ist aber nicht Thema dieses Threads.
.... weiter ....
Bei einem Bewerbungsverfahren spielt der erste Eindruck, leider eine sehr große Rolle. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass ein solches Bild, einen eher "unsauberen" Eindruck hinterlässt. Bei der Fülle von Bewerbern, reichen solche Kleinigkeiten schon aus, um aus dem Rennen zu sein und eine automatisierte Absage zu bekommen. (Sehr geehrter Sowieso, vielen Dank für Ihre Bewerbung, leider .... blaaa)
Ausgehend davon, dass diese erste Hürde überstanden ist, landet die Bewerbung dort, wo er dann vermutlich eingesetzt wird. Bei der Teamleitung, Bezirksleitung, Whatever-Leitung.... Die laden ihn dann vielleicht ein oder nicht... und blaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa
Erst dort, kann man über Sympathie oder der Gleichen sprechen. Mit der Personalabteilung, hat er ja nichts am Hut.
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Ums mal auf den Punkt zu bringen:
Ein Personaler bekommt diese Bewerbungen in die Hände. Es wird 100% auffallen. Einfach, weil genau dort ein schwarze Knopf auf nem Rosa Hemd ist?!
MEIN Gedankengang wäre vermutlich: Unsauberes Arbeiten. Kandidat legt keinen Wert auf Details
NEXT!
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Wenn du ein guter Personaler in der HR Abteilung bist, dann achtest du auf genau solche Sachen nur unterschwellig. Dann steht nämlich das "Was hat der Typ drauf?" Im Vordergrund. Denn ein Unternehmen hat immer als oberstes Ziel Geld zu verdienen, sonst müsste man kein Unternehmen aufmachen, sondern es täte auch ein Gemeinnütziger Verein.
Jetzt kann man sagen: "Ja aber was ist mit schlechten Personalern?"
Wenn man nicht unbedingt auf den Job angewiesen ist, würde ich solche Leute, die ausschließlich nach dem Aussehen gehen meiden und zwar auf höchstem Niveau (außer wie gesagt in jeweiligen Branchen).
Denn wenn der Bewerbungsprozess schon so oberflächlich ist, dann spricht das auch für die Firma an sich.
Ich sag dir auch, dass man irgendwann auf solche Banalitäten nicht mehr achtet. Die Bewerber stellen sich immer die krassesten Sachen vor was wir als potentielle Arbeitgeber alles beachten. Aber ich kann dir auch sagen, dass ich vielleicht die ersten 5 oder lass es 10 sein "so genau analysiert" habe mit Facebook stalken, Bild auf Fehler untersuchen, bei Ex-Arbeitgebern anrufen zwecks Glaubhaftigkeit, etc.
Mittlerweile sieht der Prozess ganz anders aus, wenn ich jemanden suche:
Sofern die Bewerbung im Prinzip passt (hier ist es mir aber tatsächlich gegen deinen Aussagen auch wichtig ein Bild zu haben im künstlerischen bereich), rufe ich da kurz an und stelle meine Fragen direkt an den Bewerber. Meistens sehe ich dann schon an der Art und Weise wie sehr sich der Typ um einen Termin bemüht wie ernst es ihm ist. Dann werden gleich ein paar Aufgabengebiet-spezifische Fragen gestellt und wenn das soweit passt wird nochmal ein extra Meeting vereinbart um ihn wirklich Know-How mäßig und auch Persönlichkeitsmäßig zu prüfen.
Das ist tatsächlich 100x weniger Aufwand als sich Bewerbungen von vorne bis hinten durchzulesen und dann die wildesten Sachen in Bilder, etc. reinzuinterpretieren.
Das macht natürlich nicht jeder so. Aber jeder HRler wird mir zustimmen, dass es irgendwann zur Routine wird und man sich dann relativ direkt auf "die Kernfakten" stürzt. Und da gehört zwar ein Bild dazu aber das vor allem nur um zu sehen ob man die Person sympathisch findet und ob sie integer rüberkommt.
Und ich muss sagen, vor allem im Technik-Bereich und im Handwerker-Bereich ist es einfach "guter Ton" schick aber trotzdem bodenständig angezogen zu sein, Business Casual ist da sehr oft die perfekte Mischung.
Letztendlich kommt es auf die Stelle an, das stimmt. Aber die meisten Leute werden der Knopf 0 interessieren. Zumindest den Leuten, die wirklich gute HRler sind und ihren Job nicht erst seit einem Monat machen. Es ist nämlich unglaublich schwer gute Leute zu finden und wenn da jemand vergessen hat seinen Knopf zu verstecken aber Know-How mäßig ne Bombe laut Lebenslauf ist, wird der genau so eingeladen wir der Typ, der ein perfektes Foto hat, dessen Lebenslauf auch Bombe ist.
Eigentlich muss man die ganze Diskussion sogar verlagern und eher fragen:
Brauch ich ein standard Bewerbungsfoto überhaupt?
Ich geb dir einfach nur einmal Einblicke in meine Vergangenheit als ich Leute gesucht haben, die für mich und einen Kollegen Software bauen. Wir haben bestimmt 30 oder 40 Leute durchgescannt und mit rund 10 näher gesprochen.
Viele Leute waren sympathisch mit Top-Bildern, etc. aber waren technisch unter aller Kanone. Daher habe ich persönlich sogar eine leichte Abneigung gegen "gestriegelte Techies" bekommen. Aber das ist vor allem meinen Erfahrungen geschuldet und spiegelt sicher nicht die Meinung aller wieder.
Es gibt nur eine Sache, die ganz klar jeder HRler unterschreiben wird:
Der Bewerber muss auffallen und herausstechen. Denn so gemein das auch klingt, aber du bist vermutlich auch einer von 100 Bewerbungen, die sich der Typ durchlesen wird. Irgendwann wird man da optimieren und das Anschreiben nur noch überfliegen und sich auf die Fakten konzentrieren (sprich Lebenslauf).
Wenn man sich abheben will, sollte man mal was ganz anderes tun. Zum Beispiel ein Bewerbungsvideo (wobei das mittlerweile auch immer häufiger wird). Ein Typ hat mal seine Bewerbung als interaktives Konsolen-Programm abgegeben, fand ich auch ganz nett. Wobei das tatsächlich eigentlich nicht so schlau von ihm war das compiled abzugeben ohne Source-Code aber das steht auf nem anderem Papier. :D
Aber du siehst das bleibt hängen und ich werd vermutlich in 50 Jahren noch von dem Typen meinen Kindern erzählen. Daher ist eigentlich mein Tipp:
Falle irgendwie (positiv) auf. Das macht dich interessant und wird dich viel eher als ein perfektes Foto ins Bewerbungsgespräch bringen. Außerdem hat man da direkt ein Einstiegspunkt. Denkt immer daran Arbeitgeber sind auch nur Menschen und auch die überlegen sich oftmals im Voraus: "Wie fang ich denn jetzt an? Direkt mitm Gehalt? Neee der soll ja net denken, dass es uns nur ums Geld geht. Vielleicht doch mit der Firmenbeschreibung? Aber was is wenn er direkt einschläft?"
Das sind Gedanken die gehen vielen HRlern wirklich kurz vorm Meeting durch den Kopf. Denn es gibt nicht nur eine große Zahl an Bewerbern bei Firmen sondern auch einen Haufen Firmen, die Arbeit anbieten. Der Kampf geht also in beide Richtungen und beide Seiten wollen das beste von allem. ;)
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Edit:
Der Vollständigkeithalber, falls jemand sagt: "Ja klar wenn du selbst Unternehmer bist und nicht 500 Leute beschäftigst, kannste dich klar noch selbst drum kümmern, aber bei großen Firmen ist das anders"
Ich habe mich damals als Werkstudent mit einem HRler bei Siemens unterhalten und der meinte alle Bewerber werden vorgefiltert basierend auf Abschluss, Berufserfahrung, Alter, etc. Danach wird mit einer Software verglichen, ob der Typ überhaupt Uni-Abschluss hat, wenn das das Minimum ist.
Danach schaut sich das ein Mensch an und der bekommt von der Teamleitung, die den Bewerber sucht, meistens eine recht genaue Liste worauf man möglichst achten sollte. Da können dann so Sachen drin stehen wie:
Min. x Jahre Erfahrung
Studium Richtung XYZ
Gepflegtes Auftreten
Englisch Kenntnisse
etc.
Dann sortiert der Personaler in der Regel nur die Leute aus, die wirklich absoluten Quatsch abgegeben haben (jedes zweite Wort ein Rechtschreibfehler, kein Lebenslauf, etc.)
Und der Rest wird normalerweise an die Teamleitung weirergegeben, die schaut sich das dann technisch an und prüft das benötigte Wissen in Bewerbungsgesprächen ab.
Danach gibt die Teamleitung im Prinzip einen Kandidaten Wunsch ab und dann screent der Personaler nochmal tiefergehend. Wie siehts mit namenhaften Firmen im Lebenslauf aus? Hat der Typ irgendwelche besonderen Hobbies? (Z.b. Ehrenamt, Engagement in Speaker-Clubs, ...)
Bei höheren Stellen wird auch mal Google und Facebook bemüht um "Partymäuse" zu finden, wo man Angst haben muss, dass sie ihre Arbeit nicht ernst nehmen, etc.
Und dann, ganz wichtig:
Wird geprüft, ob das Gehalt passt und vereinbar ist mit dem was andere bekommen.
Wenn das alles durch ist gibts entweder direkt eine Zusage oder bei Unstimmigkeiten wird der Teamleiter noch einmal bemüht.
Der Personaler wird in der Regel (solange es keine explizite Anforderung ist) bei großen Unternehmen nicht auf Bewerberfotos achten für 0815 Stellen. Wenn du dich als C*O bewirbst oder im Außendienst ist das was ganz anderes. Aber als Techniker, Lagerverwaltung, Marketing, etc. alles ohne nennenswerten B2B Kontakt ist vor allem dein Know-How und deine Arbeitsmoral wichtig.