Interessante Frage. Das Leben ist wie ein Zug, Leute steigen ein und Leute steigen aus. Sowohl virtuell als auch real. Ich habe 8 Jahre fast nur am PC gehangen und meine RL Freunde ebenfalls. In den Spielen habe ich aber immer Wert darauf gelegt, Menschen, die mir wichtig waren, real kennenzulernen. Aus manchen Treffen sind Freundschaften entstanden, die die Zeit über das Spiel hinaus überdauert haben, andere Kontakte sind eingeschlafen. Um es mal krass auszudrücken: Von den Leuten, die ich nie real getroffen habe, sind mir nur schöne Erinnerungen geblieben, mehr nicht. Hätte ich nicht hin und wieder Leute aus ganz Deutschland real getroffen, wären mir von den letzten 8 Jahren (abgesehen von meinen Freunden, die ich vorher schon hatte) nur Erinnerungen geblieben. Und trotzdem kommt es mir manchmal genau so vor, weil ich einen Großteil meiner Jugend nur virtuell gelebt habe.
Seit dem Release von Pokémon GO habe ich das Zocken am PC an den Nagel gehangen und nur noch reale Freundschaften geschlossen, wobei das bei diesem Spiel auch nicht ganz einfach auseinander zu halten ist. Aber ich habe einige neue Leute kennengelernt, mit denen ich auch außerhalb des Spiels etwas unternehme und das ist ein gutes Gefühl. Es fühlt sich irgendwie freier und "echter" an, als das Leben, was ich vorher gelebt habe, auch wenn ich keine Sekunde davon bereue. Damals habe ich mich in der virtuellen Welt mit realen Einflüssen wohler gefühlt, nun ist es die reale Welt mit virtuellen Einflüssen.