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Originally Posted by Spin™
RWTH ist echt krank.. einige meiner Kollegen studieren da und es soll wohl echt hart sein. Aber scheinst ja in Mathe ganz gut zu sein, dann packst du das mit Sicherheit:)
Und RWTH ist eine wirklich sehr angesehene Uni!
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Da ich in Aachen studiere geh ich doch mal direkt darauf ein und schreib nen Erfahrungsbericht für euch:
Zuerst einmal zu mir: Ich bin 20, habe AHR und studiere jetzt im 2. Semester im
dualen Studiengang MatSe an der
FH Aachen. Bevor ihr jetzt aufschreit, dass das Niveau ein anderes ist: Es handelt sich dabei um eine
Kooperation zwischen FH und RWTH Aachen und die Vorlesungen finden alle im
[Only registered and activated users can see links. Click Here To Register...] statt; die Dozenten sind von beiden Unis gemischt, je nach Wahlmodul (z.B. Künstliche Intelligenz) auch Dozenten der
Uni Maastricht, mit der eine weitere Kooperation besteht.
Zum Studium: Es handelt sich dabei wie erwähnt um ein duales Studium. Man erwirbt in
6 Semestern (Regelfall) den
Berufsabschluss zum Mathematisch technischen Softwareentwickler, kurz MatSe, sowie den
Bsc. Scientific Programming.
Da es ein duales Studium ist habt ihr eine Doppelbelastung; ihr seit Student, habt eure Vorlesungen an der Uni und macht nebenbei noch die Ausbildung in einem Betrieb. Dabei ist der Ablauf, das der erste Monat des ersten Semesters komplett an der Uni stattfindet, und ihr dort jeweils 2 Wochen lang die Grundlagen in Mathe sowie Java vermittelt bekommt, inkl. Übungen und einer Klausur am Ende.
Da ihr von eurem Arbeitgeber für das Studium bezahlt werdet (
fast alle Betriebe zahlen zudem die Kosten für das Studium/Semesterticket. Mir ist keine Firma bekannt die, dies nicht tut), habt ihr in den Vorlesungen eine
Anwesenheitspflicht. Bei Fehlen muss dies über eine Krankmeldung beim Arbeitgeber gemeldet werden. Zudem seit ihr verpflichtet, wöchentlich Hausaufgaben (im Block Kurs allerdings noch nicht) zu machen und monatlich Ausbildungsnachweise abzugeben und am Ende des Semesters eine Klausur in den Modulen zu schreiben, an dessen Vorlesungen ihr teilgenommen habt. Da die RWTH hier als sekundärer Ausbildungsbetrieb fungiert, ist dies für alle Studierende einheitlich.
Nach dem Blockkurs-Monat habt ihr 2 Tage in der Woche Uni, den Rest im Betrieb. Je nachdem ob ihr Wahlmodule habt, müsst ihr noch weitere (halbe) Tage in der Uni verbringen.
Vermittelt werden
Fächer der Informatik und Mathematik. Den genauen Ausbildungsplan, in welchen Semestern welche Module stattfinden, packe ich in den Anhang.
Ich habe es Eingangs schon gesagt: Das Studium selber ist von der FH Aachen, d.h., dass ihr auch an der FH eingeschrieben seit und die Dienste der FH für Klausuranmeldungen etc. nutzen müsst. Die Vorlesungen sind im IT Center der RWTH Aachen. Die Prüfungen werdem ebenfalls in Einrichtungen der RWTH geschrieben.
Meine Erfahrung bis jetzt ist, dass ich grundlegend zufrieden mit dem Studium und glücklich mit der Ausbildung bin.
Warum nur zufrieden mit dem Studium?
Es ist nunmal eine große
Herausforderung. In Java und den anderen IT Fächern wird grundlegend bei Null angefangen (oder basierend auf dem Wissen vorheriger Module), was es angenehm macht.
Bei Mathe gibt es gewisse
Voraussetzungen: Bevor Ihr das Studium machen könnt, müsst Ihr einen
Kenntnistest in Mathe bestehen; ohne Hilfsmittel. Dabei wurden bei mir Themen der Analysis, Linearen Algebra und Logik abgefragt. Inhaltlich durchaus auf Schulstoff basierend, aber fordernd. Ich hatte Mathe LK in Nrw mit 10 Punkten bestanden, den Kenntnistest mit ca. 75% abgeschlossen. 50% sind Voraussetzung.
Zudem ist es manchmal etwas stressig, wenn man zusätzlich zur Uni- und Arbeitszeit noch lernen und Hausaufgaben machen muss. Diese fließen nicht in die Note ein, werden in einer Hausaufgabe jedoch weniger als 50% erreicht, wird der Betrieb ebenfalls informiert.
Mit Informatik LK 15 Punkten fühl ich mich diesen Themen auch verbundener, so sehen auch die Noten bis jetzt aus.
Zur Ausbildung: Diese gefällt mir sehr. Bei mir im Betrieb herrscht ein entspanntes Klima, man wird fair wie ein ausgebildeter Mitarbeiter behandelt und nicht nur wie ein Azubi. Das gefällt mir persönlich sehr. Hier ist es bei jeden Betrieb natürlich anders.
Was ich auf jeden Fall noch einmal positiv bemerken möchte: Der Betrieb zahlt (mir sind wie gesagt keine Fälle bekannt, wo dies nicht so ist), sämtliche Kosten für das Studium. Zudem werdet Ihr mit dem Ausbildungsgehalt (welches sich durchaus sehen lassen kann; im ersten Jahr beträgt das monatl. Gehalt bei einigen Betrieben über
1000€) dafür bezahlt zu studieren, was auch ein geiles Gefühl ist.
Was ich zu Beginn auch schon angedeutet habe ist eine Kooperation mit der Uni Maastricht. Wer nach dem Studium seinen Master machen will, hat in Maastricht (Artificial Intelligence) einen sicheren Studienplatz, da die MatSes aus Aachen dieses Studium ohne jegliche Aufnahmetests machen zu müssen, machen können.
Außerdem: Vielen Unternehmen ist es heute wichtig, dass Ihre neuen Mitarbeiter Praxiserfahren sind. Studien dazu ergeben, dass viele Unternehmen duale Studenten aufgrund der Praxis gegenüber reinen Studenten bevorzugen, welche nur die Theorie kennen, aber nicht die Praxis.
Zudem haben viele der Ausbilderbetriebe ein Interesse euch anschließend zu übernehmen. MatSes sind nämlich ziemlich beliebt.
Hier ein paar Links um dich zu informieren:
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Hier eine
Liste der Betriebe, bei welchen das duale Studium möglich ist:
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Zudem möchte ich dich darauf hinweisen, dass am 9. Mai eine Infoveranstaltung der FH stattfindet, auf welcher Fragen gestellt werden können, auch an die Betriebe. Ich selber werde an diesem Samstag zusammen mit meinem Ausbilder ebenfalls anwesend sein. (
[Only registered and activated users can see links. Click Here To Register...]; das programm ist leider von 2013 oder ein Tippfehler?).
Bei weiteren Fragen auch gerne an mich.
EDIT: Ausbildungsplan habe zusätzlich mal als Bild hochgeladen, da epvp das mit der PDF im Anhang zumindest bei mir versucht als Bild darzustellen.
EDIT2: Aufgrund der Sachen die ich bei anderen Lese: Das Studium macht durch die Praxisbezogene Ausbildung auch Spaß und es finden auch in der Uni zusätzlich Übungen zu den Vorlesungen statt. Auch die Wahlmodule sind sehr praxisorientiert.