Hier einmal meine Fragen und Gedanken zu dem Projekt:
Grundsätzlich begrüße ich Projekte, die sich für Datenschutz und freie Kommunikation einsetzen. Ich habe mir daher einmal das Konzept aus dem ersten Post durchgelesen und mir die (Test-)Projektseite angesehen. Dort stellte ich allerdings einige meines Wissens nach falsche, recht schwammig formulierte oder widersprüchliche Textpassagen fest.
So wird der Login wie folgt beschrieben:
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Das bei der Registration angegebene Passwort soll via SHA256 in einen Hash umgewandelt und erst dann gespeichert werden. Dies macht das Auslesen per SQL-Injektion unmöglich, [...]
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Die letzte Aussage ist falsch, denn der Passwort
-Hash kann grundsätzlich immer ausgelesen werden, sobald ein Angreifer das System irgendwie kompromittiert. Es wird ihm jedoch erschwert an den Klartext des Kennwortes zu gelangen, insofern der Nutzer kein "schwaches" Kennwort gewählt hat, das anfällig gegen eine Wörterbuchattacke ist.
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Kommentare mit zusätzlicher Abfrage erhalten
einen eigenen, zufällig generierten Key, der einmalig dem Ersteller mitgeteilt, jedoch
nirgendwo gespeichert wird (hochgradige Verschlüsselung).
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Hier liegt in meinen Augen der "kryptografische Single point of failure". Die Sicherheit der verschlüsselten Nachrichten hängt hier nur davon ab, dass der Server des Betreibers nicht kompromittiert ist oder gewollt Daten gespeichert und (beispielsweise an Ermittlungsbehörden) weitergegeben oder sogar selbst verwendet werden. Damit ist die Aussage, dass nicht einmal die Betreiber der Plattform die Möglichkeit hätten, Informationen auszulesen und zu veröffentlichen (vgl. Konzept.pdf, Zeile 8-9), hinfällig.
Außerdem müssten die User irgendwann riesige Kennwortlisten speichern, die alle Passwörter für all ihre verschlüsselten Kommentare beinhalten. Das halte ich nicht für benutzerfreundlich.
Weiterhin verstehe ich nicht recht, wie "anonyme" Kommentare (die in Wahrheit auch keine sind, weil jederzeit verfolgt werden kann, wer diese verfasst hat) und das Einbinden der "Like-", "+1"- und "Tweet"-Buttons in dieses Konzept passen.
Jeder User soll wohl ein Profil ähnlich wie bei Facebook erhalten, auf dem dann Kommentare veröffentlicht werden können. Wenn sich ein User nun entscheidet, einen Kommentar "anonym" zu veröffentlichen, wo wird dieser dann angezeigt? In einem öffentlichen Feed (bzw. "Timeline" in Twitter)?
Zum "Like-Problem": Wenn "Sec-Soc-Net"
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eine sichere und datenschutztechnisch-unbedenkliche
Alternative zu den bereits bestehenden sozialen Netzwerken
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bieten soll, halte ich es im Bezug auf die Anonymität der User nicht für angebracht, diese über "nicht sichere" sozialen Netzwerke "Likes" geben zu lassen. Mal abgesehen davon habe ich z.B. auf Google Plus bisher noch keine Facebook-Buttons gesehen.
Ich stelle hiermit nicht das gesamte Konzept in Frage, aber ich würde als potenzieller Nutzer diesem Projekt in dieser Form kaum Vertrauen schenken.