Schläge in der Erziehung

11/26/2012 18:08 Nisso#181
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Originally Posted by Mondgesicht View Post
Oke, jetzt nochmal für alle Leute, die nicht kapieren, was ich sagen will: Ich befürworte auf keinen Fall Gewalt als erzieherische Maßnahme. Ich habe lediglich behauptet, dass sich jedes Kind -unter anderem auch ich- mindestens eine Ohrfeige in seinem Leben gefangen hat. Grund dafür könnte sein, dass man einfach was gesagt/getan hat, das Mutter/Vater wirklich verletzt/erschreckt or whatever hat. Aber das sind dann einmalige Sachen. Man hat sich dann danach dafür entschuldigt - beidseitig - und geklärt, warum es denn soweit gekommen ist. Das ist für mich eine vernünftige Erziehung.
in diesem Falle ist meine Argumentation bisweilen hinfällig und ich entschuldige mich dafür denn in diesem fall hast du selbstverständlich recht. Eltern sind auch nur menschen denen mal die hand ausrutschen kann jedoch sollten auch diese dann wie du bereits korrekt erwähnt hast sich bei dem Kind entschuldigen.
11/26/2012 18:11 MrSm!th#182
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Originally Posted by Gentleman G View Post
Lookie here, ich wurde von einer alleinerziehenden Mutter erzogen die ihr Land hinter sich gelassen hat, versucht hat in Deutschland zu integrieren und deshalb für 2-3 Jahre jeden Tag neben Schwarzarbeit noch Vollzeit gearbeitet hat als Putzfrau, obwohl sie da drüben eine richtige Ausbildung hatte. Als Kleinscheißer konnte ich so etwas nicht nachvollziehen bzw. nur halb und habe Dinge gemacht die halt jedes Kind macht, Wände anschmieren mit Edding Bilder abhängen und verstecken usw. Nicht zu vergessen, dass mein Bruder denselben Scheiß gemacht hat. Irgendwann hat es ihr auch gereicht und sie griff zu Gewalt.

Klar, ich fand es nicht gut, ich laufe jetzt nicht herum und bin stolz darauf geschlagen geworden zu sein. Nein, ich denke auch nicht dass es mich zu einem besseren Menschen gemacht hat. Aber ich kann ehrlich sagen, dass trotzallem meine Mutter mich geliebt hat und für mich eine breite Zukunft wollte. Und ich finde auch nicht, dass sie eine schlechte Mutter war, weil es ihr ein Paar mal zuviel war.

DAS meine ich, mit es ist argumentierbar ob die Eltern deshalb schlecht erziehen/schlecht sind.



Ab diesem Satz habe ich nicht mehr gelesen, weil du klar meinen Punkt nicht verstanden hast. Les meinen Post nochmal durch, ich schrieb nirgendwo es ist eine Lösung. Ich schrieb lediglich, dass es jemanden nicht zum schlechten Elternteil macht.
Ich möchte hier einmal ganz deutlich betonen, dass ich nicht die Menschen bewerte.
Ich möchte hier einen ganz dicken Strich zwischen schlechten Menschen, schlechter Erziehung und schlechten Erziehungsmaßnahmen ziehen.

Nicht jeder Mensch, der in der Kindheit geschlagen wurde, hält das für richtig und wird es seinen Eltern gleichtun. Auch hat es nicht auf jeden gleich psychische Schäden zur Folge, klar. Dennoch sollte man es wohl nicht darauf ankommen lassen, dass es doch passiert, wenn es doch Alternativen gibt.

Zudem kann man nicht sagen, dass Werte wie Respekt, Autorität und gewisse Verhaltensregeln schlecht sind.

Auch kann man den Menschen, der soetwas tut, nicht verurteilen. Ich habe vollstes Verständnis, was deine Mutter angeht und ich verweise erneut auf das (banale) Beispiel mit der Hundeerziehung, das ich an eigenem Leibe erfahren habe.

Aber: Das macht die Erziehungsmethode Gewalt nicht legitim. Ich kritisiere hier alleine die Methode und die Ansicht, dass diese Methode ein legitimes Mittel zur Erziehung ist. Ich kritisiere weder den Menschen, der sie mangels Beherrschung/Wissen angewandt hat noch die Kinder, die so erzogen wurden und es deshalb nun für richtig halten. Auch sage ich nicht, dass es einfach oder überhaupt immer möglich ist, zu vermeiden, dass einem die Hand ausrutscht. Aber man darf diese "Unglücksfälle" nicht mit Legitimation verwechseln! Nur weil es ab und zu (nachvollziehbar) passiert, ist es nicht gleich gut.

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Oke, jetzt nochmal für alle Leute, die nicht kapieren, was ich sagen will: Ich befürworte auf keinen Fall Gewalt als erzieherische Maßnahme. Ich habe lediglich behauptet, dass sich jedes Kind -unter anderem auch ich- mindestens eine Ohrfeige in seinem Leben gefangen hat. Grund dafür könnte sein, dass man einfach was gesagt/getan hat, das Mutter/Vater wirklich verletzt/erschreckt or whatever hat. Aber das sind dann einmalige Sachen. Man hat sich dann danach dafür entschuldigt - beidseitig - und geklärt, warum es denn soweit gekommen ist. Das ist für mich eine vernünftige Erziehung.
Doch, das habe ich nun verstanden und ich widerspreche dir trotzdem. Erstmal ist deine Aussage faktisch falsch, da es mindestens schonmal auf einen Menschen (mich; aber ich denke die Zahl ist wesentlich höher) nicht zutrifft. Zum anderen ist das laut aktuellen psychologischen Erkenntnissen keine optimale Erziehung. Wenn die Eltern (und nicht nur das Kind) sich danach entschuldigt haben, ist das zumindest ein Anfang. Auch ist es nicht zu vermeiden, dass Menschen mal ausrasten und die Kontrolle verlieren. Das heißt aber nicht, dass es nicht besser gewesen wäre, wenn es die Ohrfeige nicht gegeben hätte. Wir stimmen also quasi überein, von daher vermute ich, dass deine Einwände darauf beruhen, dass du denkst, ich hätte hier jeden Menschen persönlich angegriffen, der seine Kinder schonmal aus dem Affekt geschlagen hat.

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Oha willst du nichts zu meinem Beitrag schreiben?
Hab ich da noch nicht gesehen, sorry :p
11/26/2012 18:15 Mondgesicht#183
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Originally Posted by MrSm!th View Post
Doch, das habe ich nun verstanden und ich widerspreche dir trotzdem. Erstmal ist deine Aussage faktisch falsch, da es mindestens schonmal auf einen Menschen (mich; aber ich denke die Zahl ist wesentlich höher) nicht zutrifft. Zum anderen ist das laut aktuellen psychologischen Erkenntnissen keine optimale Erziehung. Wenn die Eltern (und nicht nur das Kind) sich danach entschuldigt haben, ist das zumindest ein Anfang. Auch ist es nicht zu vermeiden, dass Menschen mal ausrasten und die Kontrolle verlieren. Das heißt aber nicht, dass es nicht besser gewesen wäre, wenn es die Ohrfeige nicht gegeben hätte.
Das erstaunt mich jetzt wirklich. Ich kann mir das einfach nicht vorstellen.

Ich weiß nicht, ob es besser gewesen wäre, die Ohrfeige nicht zu geben. So hat man wenigstens gesehen, wie ein Streit eskalieren kann und hat versucht, es in Zukunft zu vermeiden und Probleme anders zu lösen. Das ist ein Lernprozesse, den da sowohl Kind als auch Eltern durchgemacht haben.

Die perfekte Erziehung gibt es nicht oder nur sehr sehr sehr selten.
11/26/2012 18:20 Gentleman G#184
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Originally Posted by MrSm!th View Post
Auch kann man den Menschen, der soetwas tut, nicht verurteilen.
Mmh.. sehe ich anders. Urteilbar ist sowas definitiv. Man bewegt sich da aber auf dünnem Eis .. vor allem weil es stark davon abhängt ob es für die eine Person moralisch nachvollziehbar ist, oder die andere.

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Originally Posted by MrSm!th View Post
Aber: Das macht die Erziehungsmethode Gewalt nicht legitim.
Stimme dir zu, wollte an erster Stelle auch nur mein Argument mit dem argumentierbar erklären.

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Originally Posted by MrSm!th View Post
Hab ich da noch nicht gesehen, sorry :p
Never gonna forget :<
11/26/2012 18:33 SCOP1X#185
Ist ein no go.
11/26/2012 18:34 MrSm!th#186
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Originally Posted by Mondgesicht View Post
Das erstaunt mich jetzt wirklich. Ich kann mir das einfach nicht vorstellen.
Ist aber Realität und vielen Freunden von mir geht es da ähnlich. Es kommt auch immer aufs Bildungsniveau an. Das soll nicht heißen, dass solche Eltern dumm sind und die anderen schlau (ich komme selbst aus einer Arbeiterfamilie), aber Ohrfeigen als legitimes und regelmäßiges Erziehungsmittel kommen doch deutlich öfters in bildungsfernen Schichten vor. Logischerweise, denn man kennt ja keine Alternative.

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Ich weiß nicht, ob es besser gewesen wäre, die Ohrfeige nicht zu geben. So hat man wenigstens gesehen, wie ein Streit eskalieren kann und hat versucht, es in Zukunft zu vermeiden und Probleme anders zu lösen. Das ist ein Lernprozesse, den da sowohl Kind als auch Eltern durchgemacht haben.
Aber nur, wenn es eine beidseitige Entschuldigung gibt und beiden Seiten unmissverständlich klar ist, dass die Eskalation falsch war. Und das ist häufig nicht der Fall.
Zudem müsste man nach der Logik ja auch sagen, dass es richtig ist, wenn sich jeder mindestens einmal ins Koma gesoffen hat, damit er weiß, was passieren kann. Nun, darüber lässt sich streiten, aber ich persönlich halte von Extremerfahrungen am eigenen Leib zu Lernzwecken nicht viel.

Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um nochmal darauf hinzuweisen, dass Meiko und die anderen hier aber nicht wie du argumentieren, dass Gewalt schlecht ist, aber so eine Eskalation zur selbstständigen Erkenntnis der Beteiligten führen kann (was ich sogar noch nachvollziehen kann), sondern dass Gewalt durchaus ein probates Mittel und keinesfalls schädlich ist. Ihr seid also keine geschlossene 10-Mann Gruppe, die mich auf mein Unrecht hinweisen will, sondern du hast mich einfach nur falsch verstanden und teilst eigentlich größtenteils meinen Anti-Gewalt Standpunkt, wenn ich das mal so behaupten darf :p

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Die perfekte Erziehung gibt es nicht oder nur sehr sehr sehr selten.
Nunja, die perfekte Erziehung gibt es schon, aber nunmal nicht den perfekten Menschen, deshalb keinen, der sie perfekt umsetzen kann, aber gut, das ist nun eher ein philosophisches Thema (yay, neuer Blog-Post inc).

Jedenfalls kann man sich hier nähern und Gewalt zur Durchsetzung der Regeln ist ein gewaltiger (no pun intended) Rückschritt. Da sind sich auch die Experten einig, denen ich als pseudo-objektiver Mensch auch mehr vertraue, als den Ansichten meiner Eltern (die waren schließlich auch nicht fehlerlos).

Nur die in der Vergangenheit hängengebliebenen und die Leute, die durch solche Erziehung geprägt wurden (oftmals dieselben Menschen) befürworten die Gewalt noch explizit als Erziehungsmaßnahme und zwar gesetzeswidrig.

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Originally Posted by Gentleman G View Post
Mmh.. sehe ich anders. Urteilbar ist sowas definitiv. Man bewegt sich da aber auf dünnem Eis .. vor allem weil es stark davon abhängt ob es für die eine Person moralisch nachvollziehbar ist, oder die andere.
Damit wollte ich eher sagen, dass man eine Person wie deine Mutter nicht verurteilen sollte. Denn niemand ist perfekt und man sollte sich erstmal fragen, ob man es nicht auch so gemacht hätte.
Nichtsdestotrotz ist es falsch.

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Stimme dir zu, wollte an erster Stelle auch nur mein Argument mit dem argumentierbar erklären.
Naja, auch wenn es nachvollziehbar ist, warum Menschen so handeln, ist für mich trotzdem nicht klar, warum es argumentierbar sein soll, ob diese Methode in bestimmten Situationen richtig oder falsch ist.
Vielleicht reite ich auch hier nur auf linguistischen Kleinigkeiten herum und wir meinten im Grunde dasselbe und zwar, dass es nicht zwingend schlechte Menschen sind, die soetwas tun (wenn es denn schlechte Menschen gibt).
11/26/2012 18:44 theitfan1337#187
"Gewalt ist das Argument derer, die keine Argumente haben." Jeder kommt mal zu dem Punkt, wo man denkt: "Am liebsten würde ich dir gerade einfach mal dezent den Hinterkopf masieren ...", aber dies sollte niemals das Mittel der Wahl sein. Wer auf Gewalt in der Erziheung zurückgreifen muss, hat in gewisser Hinsicht als Erziehungsperson versagt. Darüber hinaus macht man sich, auch wenn viele das leichtfertig abtun, strafbar. Den jedem Menschen, ob Erwachsener oder Kind, ist das Recht auf körperliche Unversehrtheit gegeben.
Auch ich habe als Kind mal eine gescheuert bekommen, jedoch kam meine Mutter zum Glück zum selben Schluß wie ich.
11/26/2012 18:54 Gentleman G#188
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Originally Posted by MrSm!th View Post
warum es argumentierbar sein soll, ob diese Methode in bestimmten Situationen richtig oder falsch ist.
Huh o.O Weniger ob die Methode richtig oder falsch ist, vielmehr wollte ich damit sagen ob diese Methoden in bestimmten Situationen jemanden zum schlechten Erzieher macht oder nicht.
11/26/2012 19:01 Mondgesicht#189
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Originally Posted by MrSm!th View Post
Ist aber Realität und vielen Freunden von mir geht es da ähnlich. Es kommt auch immer aufs Bildungsniveau an. Das soll nicht heißen, dass solche Eltern dumm sind und die anderen schlau (ich komme selbst aus einer Arbeiterfamilie), aber Ohrfeigen als legitimes und regelmäßiges Erziehungsmittel kommen doch deutlich öfters in bildungsfernen Schichten vor. Logischerweise, denn man kennt ja keine Alternative.
Das kannst du aber auchnicht pauschalisieren. Bin selber in der gehobenen Mittelschicht aufgewachsen und da gabs sehrwohl auch Eltern, die ihrem Kind jedes Mal eine geballert haben, wenns nicht gespurt hat. Trotzdem sind daraus keine assozialen Schlägerproblemfälle geworden. Ob das die richtige Art &' WEise der Erziehung war, darüber will ich mir jetzt keine Meinung abgeben, da ich in dem Berreich viel zu wenig Erfahrung habe.

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Originally Posted by MrSm!th View Post
Aber nur, wenn es eine beidseitige Entschuldigung gibt und beiden Seiten unmissverständlich klar ist, dass die Eskalation falsch war. Und das ist häufig nicht der Fall.
Ich kenns nur so von meinen eigenen Eltern. So wurde ich erzogen und so würde ich auch meine Kinder versuchen zu erziehen.

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Originally Posted by MrSm!th View Post
Zudem müsste man nach der Logik ja auch sagen, dass es richtig ist, wenn sich jeder mindestens einmal ins Koma gesoffen hat, damit er weiß, was passieren kann. Nun, darüber lässt sich streiten, aber ich persönlich halte von Extremerfahrungen am eigenen Leib zu Lernzwecken nicht viel.
Da bin ich anderer Ansicht. Nehmen wir mal das Beispiel Alkohol o. Drogenmissbrauch. Du kannst jemandem noch so oft erzählen, Alkohol &' Drogen sind schlecht, lass die Finger davon! Letztendlich ist es doch lehreicher, wenn man sich mal selbst wirklich voll weggebechert hat und sieht, wies einem dann am nächsten Morgen geht und was man in der Nacht für Mist gemacht hat. Danach respektiert man vllt. seine Limits und lässts nichtmehr so weit kommen.

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Originally Posted by MrSm!th View Post
Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um nochmal darauf hinzuweisen, dass Meiko und die anderen hier aber nicht wie du argumentieren, dass Gewalt schlecht ist, aber so eine Eskalation zur selbstständigen Erkenntnis der Beteiligten führen kann (was ich sogar noch nachvollziehen kann), sondern dass Gewalt durchaus ein probates Mittel und keinesfalls schädlich ist. Ihr seid also keine geschlossene 10-Mann Gruppe, die mich auf mein Unrecht hinweisen will, sondern du hast mich einfach nur falsch verstanden und teilst eigentlich größtenteils meinen Anti-Gewalt Standpunkt, wenn ich das mal so behaupten darf :p
Meiko, Limited - alles nur Clowns, die die Aufmerksamkeit mit provokanten Aussagen auf sich ziehen wollen. Solche Leute darf man nicht ernst nehmen und muss man in solchen Diskussionen schlicht &' ergreifend ausblenden.
11/26/2012 19:01 MrSm!th#190
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Das kannst du aber auchnicht pauschalisieren. Bin selber in der gehobenen Mittelschicht aufgewachsen und da gabs sehrwohl auch Eltern, die ihrem Kind jedes Mal eine geballert haben, wenns nicht gespurt hat. Trotzdem sind daraus keine assozialen Schlägerproblemfälle geworden. Ob das die richtige Art &' WEise der Erziehung war, darüber will ich mir jetzt keine Meinung abgeben, da ich in dem Berreich viel zu wenig Erfahrung habe.
Das habe ich auch nicht, wenn du auf meinen Wortlaut achtest.

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Da bin ich anderer Ansicht. Nehmen wir mal das Beispiel Alkohol o. Drogenmissbrauch. Du kannst jemandem noch so oft erzählen, Alkohol &' Drogen sind schlecht, lass die Finger davon! Letztendlich ist es doch lehreicher, wenn man sich mal selbst wirklich voll weggebechert hat und sieht, wies einem dann am nächsten Morgen geht und was man in der Nacht für Mist gemacht hat. Danach respektiert man vllt. seine Limits und lässts nichtmehr so weit kommen.
Effektreicher allemal. Die Frage ist nur, ob es auch andere Wege gibt, die dir keinen Schaden zufügen.
Ich bin jedenfalls kein Alkoholiker, obwohl ich mich nie ins Koma gesoffen habe.

Außerdem ist das noch eher vergleichbar mit der Aussage "Einmal eine Ohrfeige im richtigen Moment und dann nie wieder". Keiner würde sich aber mehrmals ins Koma saufen, es sei denn, er hat Spaß daran bzw. ist durch die Gruppe so leicht beeinflussbar. Dementsprechend hinkt der Vergleich zur Erziehung etwas.

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Huh o.O Weniger ob die Methode richtig oder falsch ist, vielmehr wollte ich damit sagen ob diese Methoden in bestimmten Situationen jemanden zum schlechten Erzieher macht oder nicht.
Naja, wie gesagt, das war nie meine Aussage, sondern dass diese Methode eine schlechte Methode ist und die Person dann zumindest in dieser Situation versagt hat. Das heißt natürlich nicht, dass sie generell zu unfähig ist, Kinder zu erziehen.

Spezielle die Situation deiner Mutter war ja auch eine schwierige. Nun ist es aber auch so, dass auch in "normalen" Haushalten die Gewalt oft als einzige Maßnahme gesehen wird und das ist dann eigentlich immer die Folge früherer Fehler in der Erziehung. Wer dem Kind anfangs keine Grenzen setzt, muss sich nicht wundern, wenn es einem später auf der Nase herumtanzt und man deshalb am liebsten zur Gewalt greifen würde. Ich habe nämlich die Erfahrung gemacht, dass gerade Gewalt gegenüber pubertierenden Kindern oft "nötig" wird, weil eben keine Grenzen in der Erziehung des Kleinkindes gesetzt wurden. Gewaltfrei Erziehen ist also nicht gleichbedeutend mit inkonsequent erziehen (und genau das ist es, was viele leider nicht erkennen), eher das Gegenteil ist der Fall. Eine gewaltlose Erziehung ist nur möglich, wenn man konsequent ist, ansonsten erzieht man "gar nicht", sondern lässt der Entwicklung des Kindes freien Lauf und wundert sich dann über Fehlverhalten. Aber wie schon mehrmals gesagt, daraus lässt sich eben keine Notwendigkeit zur Gewalt ableiten, das ist nur die Antwort derer, die dann ihren Fehler nicht erkennen und es dem Kind anhängen wollen.
11/26/2012 19:08 Mondgesicht#191
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Originally Posted by MrSm!th View Post
Das habe ich auch nicht, wenn du auf meinen Wortlaut achtest.

Effektreicher allemal. Die Frage ist nur, ob es auch andere Wege gibt, die dir keinen Schaden zufügen.
Ich bin jedenfalls kein Alkoholiker, obwohl ich mich nie ins Koma gesoffen habe.
Dann bist du ein ziemlich vernünftiger und frühreifer junger Mensch, aber das sind die wenigstens. Du gehst immer von dir als Beispiel für deine Argumenationen aus und da liegt meiner Meinung nach der Grund für diese Konfrontationen.
11/26/2012 19:14 MrSm!th#192
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Originally Posted by Mondgesicht View Post
Dann bist du ein ziemlich vernünftiger und frühreifer junger Mensch, aber das sind die wenigstens. Du gehst immer von dir als Beispiel für deine Argumenationen aus und da liegt meiner Meinung nach der Grund für diese Konfrontationen.
Oder ich wurde nur "richtig" erzogen, wie siehts damit aus? Ich bin sicher kein hyperintelligenter oder besonders frühreifer Mensch, der sich von allen anderen abhebt. Im Gegenteil, in manchen Situationen bin ich sicherlich noch etwas infantil.
Aber ich gehe zumindest teilweise von mir als Beispiel aus, genau. Aber eben nicht, um mich als Supermenschen darzustellen, sondern um die gewaltfreie Erziehung meiner Eltern ins rechte Licht zu rücken. Mir wurden die Werte von Respekt, Hilfsbereitschaft und eigenständigem Denken ohne Gewalt vermittelt. Zudem war die Erziehung, was Alkohol und Drogen anging, von Anfang an streng, was ich bis heute als richtig erachte. Klar habe ich bei meiner ersten richtigen Party etwas zu viel getrunken, aber das würde ich nun nicht damit gleichsetzen, dass ein Kind in der Trotzphase zu weit geht und geschlagen wird. Da liegt der Knackpunkt. Klar müssen genau hier die Konsequenzen folgen, damit das Kind seine Limits kennt und achtet. Aber genau das wäre dann z.B. der Kater nach der Party oder evtl. das Übergeben. Das wären die gewaltfreien Konsequenzen (z.B. Verbot von Spiel X) für das Kind, die ihm keinesfalls langfristig schaden. Gewalt vergleiche ich wiederum hier mit dem Komasaufen. Und es musste nicht jeder schon einmal bis ins Koma saufen, um zu wissen, dass er es nicht tun sollte.
Hier liegt der nächste Knackpunkt: Die Eltern sollen das eigenständige Erkennen und Nachvollziehen solcher Zusammenhänge lehren. Das ist Erziehung. Und nicht das Einprügeln der Regeln, ohne das Verständnis des Kindes.
11/26/2012 19:26 Gentleman G#193
Hier mal ein interessenter Ausschnitt von Focus.de

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Originally Posted by focus
Tracht Prügel findet seltener statt

Doch erst ein gutes Drittel schaffe es, sich auch konsequent daran zu halten. Die Mehrheit greife zu leichten körperlichen Strafen vom spürbaren Klaps bis zur Ohrfeige. Nur eine Minderheit von rund 14 Prozent erzieht nach einer Analyse der Kinderschützer noch mit einer schmerzhaften Tracht Prügel – oder gar mit Stockschlägen.

In der neuen Umfrage für die Zeitschrift „Eltern“ bekennen sich vier Prozent der Mütter und Väter zu Prügelstrafen wie „Hintern versohlen“. Vor fünf Jahren waren es noch sechs Prozent. Strafen wie ein Schlag auf den Po gingen um sechs Prozent, Ohrfeigen um ein Prozent zurück. Eine Rolle spielt aber immer auch, ob die Eltern in ihrer Kindheit selbst körperliche Züchtigungen erfahren haben. Wer früher selbst geschlagen wurde, schlägt eher z...
Vor allem interessant dass der letzte Satz auch anscheinend belegt wurde.

Oder noch eins von University of Manitoa

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Nach der Auswertung der Daten von mehr als 34.000 amerikanischen Familien kamen die Forscher zu folgendem Ergebnis: Auch geringe Formen der Gewalt gegen Kinder erhöhen im Erwachsenenalter das Risiko psychischer Erkrankungen.

Körperstrafen ließen sich mit Gemütszustandsstörungen, darunter auch Depressionen und Angstzustände, Persönlichkeitsstörungen sowie Alkohol- und Drogenmissbrauch in Verbindung bringen. Das Depressions-Risiko erhöhe sich um 41 Prozent, die Gefahr, alkohol- oder drogensüchtig zu werden, um 59 Prozent und die Wahrscheinlichkeit, unter Wahnzuständen zu leiden, um 93 Prozent.
Watschen können anscheinend auch schon Schäden verursachen.
11/26/2012 22:27 F O R S E N B O Y S#194
Ich wurde nie geschlagen, heißt aber nicht, dass ich durch Angst teilweise groß wurde. Schlagen sollte man ein Kind nie, das ist klar, aber die Erziehung durch Angst ist gar nicht mal so verkehrt.
Mein Vater hat nie nie nie nie nie Hand angelegt, war aber ein sehr strenger und von außen bös-aussehender Mann (er hatte immer diesen bösen Blick drauf).

Jedenfalls hatte ich Respekt - und zwar so großen, dass ich totale Angst hatte, irgendwas ziemlich Falsches zu machen. Und das hat mich eben auf die richtige Spur gebracht.
Ich bin in einem ziemlichen Problemviertel aufgewachsen. Dort landet nahezu jeder in der Situation, wo er klaut, raucht, kifft und was weiß ich noch alles macht.

Dank dieser Erziehung und der Angst und dem Respekt meinem Vater gegenüber, bin ich da nie reingerutscht.

__

Um ein anderes Beispiel zu nennen: Mein Bruder ist in die ganze Sache reingerutscht. Er ist junger Schuldner, kifft und ist einfach.. naja wie soll ich das sagen.. ungebildet.
Und er hat meine Mutter ständig angeschrien, ist total frech mit ihr umgegangen und der ganze RTL-Kram halt. Aber meinen Vater hatte er niiie auch nur schief angeguckt. Auch sobald er von der Arbeit nach Hause kam, hatte mein Bruder seinen Schwanz eingekniffen und sich in sein Zimmer verpisst, ohne auch einen kleinen Mucks zu machen.

Einschüchtern durch Mentalität. Nicht anders. Dann läuft alles.
11/26/2012 22:37 Gentleman G#195
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Originally Posted by Zombernatural View Post
Ich wurde nie geschlagen, heißt aber nicht, dass ich durch Angst teilweise groß wurde. Schlagen sollte man ein Kind nie, das ist klar, aber die Erziehung durch Angst ist gar nicht mal so verkehrt.
Mein Vater hat nie nie nie nie nie Hand angelegt, war aber ein sehr strenger und von außen bös-aussehender Mann (er hatte immer diesen bösen Blick drauf).

Jedenfalls hatte ich Respekt - und zwar so großen, dass ich totale Angst hatte, irgendwas ziemlich Falsches zu machen. Und das hat mich eben auf die richtige Spur gebracht.
Ich bin in einem ziemlichen Problemviertel aufgewachsen. Dort landet nahezu jeder in der Situation, wo er klaut, raucht, kifft und was weiß ich noch alles macht.

Dank dieser Erziehung und der Angst und dem Respekt meinem Vater gegenüber, bin ich da nie reingerutscht.

__

Um ein anderes Beispiel zu nennen: Mein Bruder ist in die ganze Sache reingerutscht. Er ist junger Schuldner, kifft und ist einfach.. naja wie soll ich das sagen.. ungebildet.
Und er hat meine Mutter ständig angeschrien, ist total frech mit ihr umgegangen und der ganze RTL-Kram halt. Aber meinen Vater hatte er niiie auch nur schief angeguckt. Auch sobald er von der Arbeit nach Hause kam, hatte mein Bruder seinen Schwanz eingekniffen und sich in sein Zimmer verpisst, ohne auch einen kleinen Mucks zu machen.

Einschüchtern durch Mentalität. Nicht anders. Dann läuft alles.
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Originally Posted by MrSm!th View Post
dieser Thread ist doch schon ein super Beispiel, wie sich dieses lächerliche Verwechseln von Respekt und Angst durch genau solche Generationen zieht und wie es deshalb hauptsächlich die Kinder, die es selbst erlebt haben, für richtig halten.
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