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Originally Posted by No Hawx
Das bezweifel ich mein Guter. Deine Probleme verstehen sicher einige Leute. <3
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Richtig! Psychische Probleme sind ultra sneaky weil du total irrational wirst. Ich würde das so gerne mal nett schreiben aber es ist schwierig, sowas in Worte zu fassen, ich versuche es trotzdem mal und vielleicht hilft meine Geschichte ja dem ein oder anderen (gerade in so einem Thread), sich mit Ängsten zu konfrontieren:
Ich hab öfter komische Aussetzer im Herzen gehabt, eigentlich nichts unnormales. Aber bei einem habe ich hab so eine Panik geschoben, ich hab sofort mein Blutdruck gemessen, gecheckt, ob meine Panik gerechtfertigt ist: Viel zu hoch. Viel, viel zu hoch. Direkt ins Krankenhaus, Notaufnahme, die wollten mich nicht, wieder zurück - immerhin einer, der mir die Angst nimmt. Was folgte waren Tage der Qual: Ich bin eine tickende Zeitbombe. Bei mir stimmt was nicht, ich wäre gern wie die anderen - wer hat mit 21 Jahren denn bitte Blutdruckprobleme in diesem Ausmaß? War ja klar, dass ich wieder nicht nur etwas zu hoch bin, bei mir platzt natürlich alles fast. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis mir was passiert, der Blutdruck schreit förmlich nach Tod. So habe ich gedacht, Nächte lag ich wach, in der Erwartung, dass ich gleich sterbe. Immer wieder Panikattacken: Jetzt passiert es. Ständig dieser Gedanke, ständig habe ich mir gewünscht, nicht ich zu sein sondern einfach einer der Menschen, die nicht von DERMAßEN hohem Blutdruck geplagt werden. Was ich getan habe dagegen? Ich habe mich in meiner Panik abgekapselt, ich habe kein Koffein mehr getrunken, Videospiele ging maximal Hearthstone (weil nicht so aufregend), ich habe kein Nikotin genommen, nicht einmal Cola getrunken. Weil ich war auf der Kippe, jeder Tropfen bringt das Fass zum Überlaufen. Blutdruck gemessen habe ich natürlich lange nicht mehr, ich hab meine Angst verdrängt: "Ich weiß, dass ich viel zu hohen hab, wofür diese Bestätigung? Wofür diese Panik? Ich wäre einfach gern jemand anderes, warum muss bei mir alles so extrem sein?". Ich bin der einzige Mensch mit diesem Problem, mit 21 so eine akute Angst vor einem Herzinfarkt zu haben.
Irgendwann plagte mich diese mal mehr, mal weniger unterschwellige Angst so sehr, dass ich mich damit konfrontiert habe. Ich hatte Angst zu einem Kardiologen zu gehen, weil der Befund mich nur noch panischer machen würde. Irgendwas muss ja da sein, ich habe ja nicht ohne Grund einen Blutdruck, der das Gerät zum Ausrasten bringt. Ich habe ja nicht ohne Grund Aussetzer. Und das alles habe ich, während ich nichts tue. Wenn der jetzt mein Blutdruck misst, während ich da auf einem Fahrrad strample, ja dann gute Nacht. Der wird mich noch an Ort und Stelle für tot erklären. Naja aber ich war an einem müden Punkt: Ich habe mich sogar damit so abgefunden, dass der Kardiologe mich für tot erklären würde, dass mir selbst das nicht mehr Angst gemacht hat. Also kann ich genau so gut dahin gehen und es passieren lassen, zu verlieren habe ich eh nichts mehr. Ich kenne mein Outcome. Irgendwas stimmt nicht und ab dem Tag der Diagnose wird sich mein Leben drastisch verändern. Das weiß ich doch jetzt schon also warum nicht auch schwarz auf weiß?
Zum Kardiologen hin, total übermüdet, ich strample da auf diesem Rad, merke schon, wie ich erschöpft bin und neben mir guckt die Ärztin verunsichert auf ihren Monitor. "Ja, sag es halt. Ich weiß, was du sagen willst.", dachte ich nur und strampelte da auf dem Rad weiter. Irgendwann sagt die Ärztin "In Ordnung, ihre Werte..", ich gucke auf den Monitor: 121/80. Nahezu perfekte Werte. Mit mir war alles in Ordnung, auch die folgenden Diagnosen (Röntgen, Kurzzeit-EKG, alles): Alles okay.
Wie diese Diagnose meine Welt auf den Kopf gestellt hat, kannst du dir nicht vorstellen. Die Angst war weg, nicht weil ich gesund war, sondern weil ich gemerkt habe, was für ein Knoten in meinem Kopf entstand. Weil ich gemerkt habe, wie wenig Sinn dieser Knoten plötzlich gemacht hat und wie viel Sinn er vorher gemacht hat. Es ist nicht MEIN Knoten, ich bin nicht der einzige mit diesem Knoten - aber es ist erst ein Knoten, wenn du so denkst.
Es ist wie ein Teufel, der einen Schatten auf all deine Gedanken wirft. Ja, deine schattierten Gedanken kann keiner nachvollziehen aber der Schatten ist nicht das Problem, sondern der Teufel, der diesen Schatten wirft. Und diesen Teufel haben viele - ist dieser weg, sind die Schatten weg.