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Fortnite-Weltmeister wird geswatted - Und das Internet feiert den versuchten Mord!

26 Comments - Tag: BUGHA, FORTNITE, SWATTING,...
Aug 13 - 00:20, by Toshio Riko


Fortnite-Weltmeister wird geswatted - Und das Internet feiert den versuchten Mord!
Mit 16 Jahren Fortnite-Weltmeister und Millionär. Was man auch immer von dem Spiel halten mag, eine beachtliche Leistung von Kyle "Bugha" Giersdorf. Doch der junge Mann aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania wurde nun, zwei Wochen nach seinem Sieg im Solo-Turnier der Fortnite-Weltmeisterschaft, Opfer eines Swatting-"Streiches", während er im Stream für seine Zuschauer spielte.



Swatting sollte allgemein bekannt sein. Falls doch wem der Begriff nichts sagt, hier die Erklärung: Jemand ruft die Polizei und meldet eine falsche Straftat in dem Haus eines anderen, meist handelt es sich hier um einen Streamer (oder die Adresse eines jemandes, an dem man sich rächen will). Dabei fallen Begrifflichkeiten wie "Geiselnahme" und "Waffe", denn dann greift die Spezialeinheit durch. In Deutschland wäre es ein SEK-Kommando, dass auf Geiselbefreiung spezialisiert ist, in den USA ein SWAT-Team. Daher auch der Name "Swatting".

Nun hat es wieder eine bekannte Gaming-Persönlichkeit getroffen, nämlich den jungen Fortnite-Weltmeister Bugha. Dieser streamte bei sich zu Hause, wie er Fortnite spielte. Wie es üblich als Teenager ist, wohnt er noch bei seinen Eltern. Denn während des Streams soll ihn sein Vater von der Tastatur geholt haben und man hört Bugha nur sagen: "Ich wurde geswatted?". Daraufhin spielte er noch kurz weiter, bis der Ernst der Situation ersichtlich wird. Er muss pausieren und verlässt den PC

Doch Bugha und seine Familie hat Glück im Unglück. Zwar kamen wohl Polizisten mit Waffen in sein Haus, doch blieb die Situation offenbar darüber hinaus entspannt. Denn einer der Beamten kannte Bugha und war sofort stutzig. "Kinda wild" kommentiert der junge Profi den Vorfall wenig später kurz und knapp auf Twitter. Das kurz unterbrochene Spiel konnte er und sein Team übrigens noch gewinnen.


Nun zu dem weniger sachlichen, sondern kommentarischem Teil dieses Artikels. Ich habe gefühlt ein Dutzend an Facebook-Posts in meiner Timeline diverser Games-News-Seiten zu dem Fall gehabt. Und fast ausschließlich scheinen die Leute dies als kleinen "Streich" zu verstehen, nicht witzig, aber dennoch ein Streich. Harmlos, nicht bedeutsam. Etwas, worüber man sich lustig machen kann. So, als würde man eine falsche Pizza bestellen für jemand anderen. Aber es wird Zeit, dass den Leuten klar wird, dass Swatting weder Scherz, Streich noch ein Bagatelldelikt ist. Angesichts eines alten Falles kann man es nicht anders als es; versuchter Mord nennen. Punkt.

Wenn wir beim deutschen Recht bleiben, dann ist das "Swatting", so witzig das Wort für den einen oder anderen auch klingen mag, erstmal eine Straftat. Eine nicht minder schwere Straftat, die je nach Fall sogar nicht unter drei Monaten Gefängnis bestraft wird (also Geldstrafe ausgeschlossen) und mit bis zu fünf Jahren maximal. Und ja, Gefängnisstrafen können für das Vortäuschen einer Straftat (Paragraph 126 des StGB) und wurden schon durchgesetzt.

Schlimmer ist es nur noch, dass man beim Swatting erreichen will, dass sofort die Polizei die schweren Geschütze ausfährt, also bezichtigt man nicht jemanden, einen beleidigt oder das Handy geklaut zu haben. Sondern man wirft der Person vor, drauf und dran zu sein, jemanden zu erschießen und meist in Kombination, dass diese Person auch eine oder mehrere Geiseln hält. Dann muss die Polizei sofort eingreifen, sie muss dem Verdacht nachgehen und sich auf den schlimmsten Fall einstellen, nämlich dass die Person seine Waffe verwendet, auch auf die Polizei schießen könnte. Das ist hier wie in Amerika der Fall.

Und genau das kostete einem jungen 28-Jährigen einst im Jahr 2017 das Leben. Wer den Fall damals nicht mitbekam; zwei CoD-Spieler streiten sich, einer beauftragt einen Swatter, dieser lässt die Polizei kommen. Doch die Adresse war nicht die des anderen CoD-Spielers, der geswatted werden soll. Sondern eines nahen Nachbarn, ein Unschuldiger, nicht ansatzseise involviert, geschweige ein Gamer. Die Polizei umzingelt sein Haus, der Mann öffnet wegen der Geräusche, steht an seiner Haustür. 15 Menschen richten eine Waffe auf ihn. Die Situation scheint hektisch und durcheinander. Dann ein Missverständnis; ein Polizist dachte, der junge Mann zieht eine Waffe, doch eine Waffe hatte der Mann nie. Der Abzug wird gedrückt, die Kugel löst sich und trifft. Der Mann stirbt später im Krankenhaus. Andrew Finch, so sein Name, ließ sein Leben wegen eines dummen Streites und einem Verbrechen, welches immer noch als Streich betitelt wird. Mehr dazu zum Beispiel auf VICE. Der "Swatter" bekam vor Gericht 20 Jahre. Dazu mehr auf Polygon.


Zugegeben, in Deutschland ist es sehr selten, dass je die Waffe eines Polizisten oder sonstigem Beamten verwendet wird. Wir sind, Gott sei Dank, nicht Amerika. Doch das heißt nicht, dass hier nie ein derartiger Fall sich wiederholen könnte. Es besteht immer die Gefahr, dass eine Aneinanderreihung von Missverständnissen zum fatalen Ende führen kann.

Und erst recht in Amerika. Langsam sollte sich die Mentalität bezüglich solcher Vorfälle ändern. Es ist nicht im Ansatz witzig, einem Teenager aus Neid oder Hass, und auch nicht, wenn man 20 Jahre alt, fett und verdreckt, Jungfrau ohne Geld vor einem alten Rechner in einer 10m²-Bude hockt und einem viel jüngeren, dünnerem, talentiertem Menschen den Millionen-Gewinn aus einem Spiel, das man sonst unter IGN-Beiträgen als "Kiddy-Game" beschimpft, nicht gönnt, die Polizei auf den Hals zu hetzen.

Und wenn man es tut, dann zeigt man nur, welch feige Person man ist, weil man sich nicht traut, es Menschen ins Gesicht zu sagen, persönlich zu ihnen zu gehen. Weil das Schlagen in die Fresse viel mehr Anstrengungen und Überwindung kostet, als am Telefon einen "Scherz-Anruf" zu tätigen. Wenn ihr schon einem Menschen wegen eurer eigenen Komplexen schaden wollt; dann macht es richtig. Oder lasst es.

Swatting ist die feige Straftat feiger Menschen. Und kein Scherz oder Streich, den man witzig finden kann.

Peace.



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