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Hardware-Konsum und die Problematik des Turbokapitalismus

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Old   #1
 
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Hardware-Konsum und die Problematik des Turbokapitalismus


Jeder hat mindestens einen zuhause stehen. Wer es nicht hat, der ist zu einem nicht unerheblichem Teil von der „Außenwelt“ abgeschottet. Allein, während der aufmerksame Leser über diese Zeilen fliegt, sitzt er wahrscheinlich am PC und hat Portale wie Facebook oder VZ geöffnet. An einem PC, der statistisch gesehen nur einige wenige Jahre zuvor gekauft wurde. Einem PC, der statistisch gesehen bald erneut einem leistungsstärkeren Modell weichen muss.

Allein zu Weihnachten wünschen sich mehr als die Hälfte der Jugendlichen elektronische Geräte als Weihnachtsgeschenk (). Wird dieser Tendenz glauben geschenkt, ist der umstrittene Werbeslogan des bekannten Elektronikgroßkonzerns Media Markt „Weihnachten wird unterm Baum entschieden“ in naher Zukunft Standard. Logisch, wer mit highend Elektronikprodukten beschenkt werden möchte, der verschenkt dies in erster Linie auch. Aber diese Problematik ist nicht nur auf die Weihnachtszeit zu beschränken, ist in dieser Jahreszeit des Beschenken und beschenkt Werdens aber so ausgeprägt wie sonst nie. Und so fragen sich kritische Gemüter, ob diese Zeit nicht sogar „verschenkte Zeit“ ist. Doch wo liegt die Wurzel dieser modernen Problematik, die scheinbar Menschen in Konsummarionetten verwandelt?

Die Menschen werden zunehmend unzufriedener, die Anzahl psychischer Erkrankungen steigt drastisch, insbesondere zur Weihnachtszeit (). Der Konsumwahn setzt manchen zu, aber wer das Geld hat, der ist bekanntlich auch glücklich, denn er kann sich diesem Konsumwahn hingeben und muss sich diesem nicht durch äußere Faktoren wie Geldmangel gezwungenermaßen widersetzen oder sich dafür verschulden. Der Konsum ist in dieser Gesellschaft deutlich erwünscht, wird geradezu gefördert, denn wer nicht konsumiert, der schadet der Wirtschaft. Die Rede ist von einem Kapitalismus, der die Menschen zunehmend unter Druck setzt. In einer Zeit des Überflusses wird nicht genug abgesetzt. Das Zitat eines bekannten deutschen Kabarettisten drängt sich auf: „Auf dem Grabstein des Kapitalismus wird einmal stehen: Zuviel war nicht genug.“ (Volker Pispers).

Auch die Unternehmen sind durch den sogenannten Turbokapitalismus seit Ende des zweiten Weltkrieges unter Druck gesetzt. War es damals aber noch einfach, Produkte abzusetzen, ist der Markt heute zunehmend gesättigt. Einziger Ausweg für Großkonzerne ist, diesem Druck nachzugehen, indem zunehmend der ausländische Markt ausgebeutet wird, um die Gewinnmaximierung voranzutreiben – Stichwort Globalisierung. Längst sind 3.Welt-Länder nicht mehr in der Lage, eine unabhängige Wirtschaft aufzubauen. In einigen Fällen werden Bürgerkriege gezielt ausgelöst und instand gehalten, um günstige Produktionsbedingungen zu erreichen, in anderen sind Wirtschaftsfaktoren Gründe für ganze Kriege gegen Nationen.

Nach dieser kurzen Exkursion ist selbstverständlich, dass auch der Hardwaremarkt diesem wachsenden Druck unterliegt. Großkonzerne wie Microsoft produzieren fast ausschließlich in China oder kommen vollständig aus Billiglohnländern, wie z.B. Samsung. Dem Kunden wird weisgemacht, dass er alljährlich einen neuen PC benötigt, um beispielsweise mit den Windows Versionen oder neuen Spielen auf dem Markt mithalten zu können. Die Produktionskosten sind dabei durch Hungerlohn und schlechte Arbeitsbedingungen im Ausland natürlich auf einem Minimum gehalten, und auch an den Entwicklungskosten wird eingespart. Diese eigentlich Absurden Gedankengänge verwandeln sich zunehmend zu Werten und Normen in der Gesellschaft, andere Marktsysteme werden derweil aufs Schärfste kritisiert.

Trotz der relativ hohen Aufgeklärtheit der Bevölkerung ist es unsagbar schwer, gegen diesen Konsumwahn vorzugehn oder ihn gar zu boykottieren, zu fest hat sich der Gedanke von der neuesten Hardware, dem neuesten PC als „Glücklichmacher“ in unsere Köpfe eingesetzt. Doch gerade dies muss man überwinden. Ein kritischer Blick auf die Ware, die gekauft wird, ist von essentieller Bedeutung, auch wenn es noch so schwer fällt, sollte möglichst oft darauf geachtet werden, ob das Produkt denn tatsächlich benötigt wird. Die Argumentationsweise „als Einzelner kann ich ohnehin nichts tun“ führt dabei in die falsche Richtung. Denn das Wissen alleine, dass dies nicht unterstützt werden dürfte, reicht nicht aus. So auch Friedrich Hegel:

„Aufklärung des Verstands macht zwar klüger, aber nicht besser.“
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AllesVergeben is offline  
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Old   #2
 
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Ein sehr Interessanter und Lehrreicher Beitrag .

Vielen Dank für diesen tollen Hinweis


_pLusuS+ is offline  
Old   #3

 
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Es kommen immer wieder neue Sachen und es wird teurer und teurer... ;O Wirklich sehr tolle News, danke.
AlphaZerο is offline  
Old   #4
 
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Tolle news, danke !


Ishimura. is offline  
Old   #5
 
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Schöne News.
Wird so bleiben.
Sir #Mäd is offline  
Old   #6
 
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Die Menschen werden zunehmend unzufriedener, die Anzahl psychischer Erkrankungen steigt drastisch, insbesondere zur Weihnachtszeit (Statistik). Der Konsumwahn setzt manchen zu, aber wer das Geld hat, der ist bekanntlich auch glücklich, denn er kann sich diesem Konsumwahn hingeben und muss sich diesem nicht durch äußere Faktoren wie Geldmangel gezwungenermaßen widersetzen oder sich dafür verschulden.
Dies wird ja schon in "kleinen" Bereichen geschafft. Menschen die sich "besser" fühlen, weil sie das "gleiche" in einer anderen Verpackung kaufen.

Besonders in den Bereichen von Nahrung und Kleidung, bei der Nahrung sind es vielleicht nicht sofort groß aussehende Unterschiede, aber Preise die 2~5 mal so hoch sind, wie in einer Handelsmarke, machen sich über die Zeit schon bemerkbar.

Aber man sieht es ja schon, wie Mitschüler diskriminiert werden, nur weil sie nicht das "teure" tragen.

Die Werbung hat einfach das geschafft, was sie erreichen wollte.

Ich selber trinke Leitungswasser und meine Nahrung kostet im Monat nie mehr als 40€.
Für viele Menschen wäre so ein Nahrungsmittelbudget unvorstellbar, aber dies liegt einfach an dieser medialen Kontrolle, durch jene sogar unser Parlament gebildet wird, womit für mich in Deutschland keine Demokratie vorhanden ist.
Mister Joy is offline  
Old   #7
 
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Originally Posted by Sir #Mäd View Post
Schöne News.
Wird so bleiben.
Mag sein, aber deswegen muss man es doch nicht unterstützen, oder?

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Originally Posted by Mister Joy View Post
Dies wird ja schon in "kleinen" Bereichen geschafft. Menschen die sich "besser" fühlen, weil sie das "gleiche" in einer anderen Verpackung kaufen.

Besonders in den Bereichen von Nahrung und Kleidung, bei der Nahrung sind es vielleicht nicht sofort groß aussehende Unterschiede, aber Preise die 2~5 mal so hoch sind, wie in einer Handelsmarke, machen sich über die Zeit schon bemerkbar.

Aber man sieht es ja schon, wie Mitschüler diskriminiert werden, nur weil sie nicht das "teure" tragen.

Die Werbung hat einfach das geschafft, was sie erreichen wollte.

Ich selber trinke Leitungswasser und meine Nahrung kostet im Monat nie mehr als 40€.
Für viele Menschen wäre so ein Nahrungsmittelbudget unvorstellbar, aber dies liegt einfach an dieser medialen Kontrolle, durch jene sogar unser Parlament gebildet wird, womit für mich in Deutschland keine Demokratie vorhanden ist.
Tatsächlich ist dem leider so. Die Wirtschaft ist längst der entscheidende Teil der Politik, im Grunde war Politik von anfang an durch die Wirtschaft dominiert. Sieht man bereits an den Fällen Mövenpick, Atomkraft und co...

Was meint ihr? Kennt ihr Fälle, bei denen solche Muster klar zu erkennen waren? Wisst ihr, wie man sich davor schützen kann?

Können Konsolen dagegen helfen? Diese sind ja viel länger "haltbar" als ein normaler PC, der nach 2 Jahren bereits generalüberholt werden muss. Eure Meinung ist gefragt. :P
AllesVergeben is offline  
Old   #8
 
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Ich glaube das es sehr schwer ist dies einzugrenzen. Ich persönlich gebe auch zu, dass ich gerne immer etwas Neueres haben möchte. Die Konsolen sind auch kaum Abhilfe, da sie erstens trotzdem relativ teuer sind. ( Am Anfang) Zudem kommt dann auch noch ein Fernseher der ja auch nicht gerade billig ist.
Sir #Mäd is offline  
Old   #9
 
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Großartige News!
Gount is offline  
Old   #10
(〃⌒∇⌒)人(⌒∇⌒〃)



 
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Sehr schöner Beitrag, danke.
Saaja is online now  
Old   #11
 
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Alter...
ALTER?
Schöner Text.
Kɛvin is offline  
Old   #12
 
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Originally Posted by Sir #Mäd View Post
Ich glaube das es sehr schwer ist dies einzugrenzen. Ich persönlich gebe auch zu, dass ich gerne immer etwas Neueres haben möchte. Die Konsolen sind auch kaum Abhilfe, da sie erstens trotzdem relativ teuer sind. ( Am Anfang) Zudem kommt dann auch noch ein Fernseher der ja auch nicht gerade billig ist.
Jo, dass man neues haben will ist ja hier sehr tief verankert und resultiert auch aus den Instinkten des Menschen, denke ich. Aber in einer Zeit, in der man meint, sich sehr weit entwickelt zu haben...wäre es da nicht angebracht, wenn man kollektiv arbeiten würde? Regt man sich nicht über die Dummheit der Tiere auf, wenn diese als Herde gemeinsam panisch weglaufen, statt mit der Überzahl gegen die Raubtiere zu punkten? :P

Und einen Fernseher hat jeder als Voraussetzung schon im Haus stehen, behaupte ich mal.^^


AllesVergeben is offline  
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