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Mein Freund der tägliche Suizid(gefährdete)...

Posted 03/16/2018 at 23:45 by Deepismagic
Updated 03/17/2018 at 15:36 by Deepismagic

Es gibt Dinge, darüber fällt es schwer zu schreiben, es fällt schwer die richtigen Worte zu finden, Gefühle, Leid, Schmerz und Trauer diese Dinge kann man nicht richtig in Worte fassen.

Vorab als Hinweis: Personen die emotional nicht gefestigt sind und ggf. unter Suizidgedanken leiden sollten diesen Text ggf. nicht lesen und sich professionelle Hilfe suchen.

Für mich persönlich ist dieses Thema einen der schwierigsten, emotionalsten und vielleicht auch eines des Gefährlichsten.

Wer schon mal Erfahrungen mit Personen sammeln konnte, die psychische Probleme und auch ggf. Suizidgedanken hatten, die werden wohl verstehen was ich meine.

Ich rede hierbei nicht von den Momenten, die vielleicht jeder mal hat, wo einen das Leben mal hart "fickt" ... man z.B. seine erste große Liebe verliert und dann denkt "am liebsten würde ich vor den Zug springen" ... man zwar emotional hart getroffen ist aber nicht wirklich suizidgefährdet ist.

Zuerst einmal, es sollte sich niemand dafür schämen, dass er ggf. in psychologischer Betreuung ist, für den ein oder anderen vielleicht einen Knacks hat, viele Menschen benötigen in Ihrem Leben mal mehr und mal weniger psychologische Betreuung, es müssen nicht immer traumatische Erlebnisse sein, die z.B. Missbrauch, die dazu führen, es kann auch der Verlust des langjährigen Partners oder der Tod des Kindes sein, die einen in eine emotionale Krise stürzen lassen.

Es sollte nicht als Zeichen von Schwäche gesehen werden, wenn Personen psychologische Hilfe in Anspruch nehmen, gerade wenn dies auch noch freiwillig geschieht, dann ist dies mehr ein Zeichen für Stärke, Stärke zu erkennen, dass man Hilfe benötigt, dass man merkt wo seine Grenzen sind. Man muss es sehen wie bei jeder anderen Krankheit, wo man zum Arzt geht um sich zu behandeln zu lassen, nicht nur der Körper auch die Seele braucht manchmal eine Behandlung.

Während jedoch Psychologen und Psychotherapeuten i.d.R. damit umzugehen wissen und dafür geschult und ausgebildet wurden, so ist es für uns "Normalos" durchaus schwieriger damit umzugehen.

Während der Psychologe oder der Psychotherapeut oder auch die stationäre Therapie und die Medikamente, die man mitunter erhält, die Grundlage einer Therapie darstellen und wohl mit das Wichtigste dabei sind, so können auch die Menschen im Umfeld der Person ihren Anteil am Erfolg oder Misserfolg haben einer Therapie haben, durch ihr Verhalten, Verständnis oder Ablehnung, da sein oder wegstoßen, bestärken oder runter machen.

Je nach Erkrankung ist der Umgang mit diesen Personen nicht unbedingt einfach, es gibt Dinge, die man vielleicht auch nicht versteht... nicht versteht warum sich die eine Person ritzt, die Theorie zu lesen "ach das macht die Person deswegen" ist etwas anderes als so etwas vielleicht auch selbst durchlebt zu haben, richtig verstehen und fühlen geht meiner Meinung nach über mehr als die reine Theorie heraus.

Ich habe Respekt vor jeder Person, die sich nicht wegdreht und für andere in dem Moment da ist wo psychische Probleme auftauchen, ich weiß es ist nicht einfach, gerade bei suizidgefährdeten Personen. Erleben durfte ich dies selbst, nein nicht ich war suizidgefährdet, sondern eine Person, die ich kannte.

Es mag im ersten Moment den einen freuen für einen anderen da sein zu können, gebraucht zu werden von jemanden, je nachdem wie man selbst so tickt. Auf der einen Seite möchte ich euch ermutigen, mutig zu sein euch auch zu trauen sich nicht zurückzuziehen und da zu sein, keine Angst davor zu haben, Angst etwas falsch zu machen oder überfordert zu sein. Wenn man sich nicht ganz dumm anstellt und einfach nur für einen da ist und zuhört, dann sollte man doch nichts falsch machen können, Zurückhaltung gehört dazu, keine dummen Sprüche klopfen. Auf der anderen Seite darf ich euch aus Erfahrung aber auch warnen, es kann auch belastend sein, vielleicht merkt ihr dies am Anfang nicht, aber es ist so.

Bei mir war es z.B. so, dass ich mich jede Nacht ... mal um 1 oder um 2 Uhr mit der Person getroffen habe. Man ging abends ins Bett das Handy hat man sich ins Bett gelegt, da man diesen einen Anruf nicht verpassen wollte "treffen wir uns, ich bring Kakao mit?". Man hat dann ein paar Stunden miteinander verbracht, man hat nicht mal über die Probleme oder Gefühle geredet, nein es ging einfach darum in diesem Moment nicht allein zu sein. Im Nachhinein muss ich aber sagen, allein dieses "ich lege das Handy direkt ins Bett bloß nicht den Anruf verpassen", wer genau hinhört, der merkt, dass unbewusst doch immer im Hinterkopf ist "Was wäre, wenn ich den Anruf verpasse und die Person am nächsten Tag nicht mehr da wäre?". Man nimmt es nicht so wahr, aber das ist es eigentlich was es ist.

Heute könnte ich nicht mal sagen wie lange dies ging, ich kann nur sagen wie es endete. In diesem Fall mit auf der einen Seite einem traurigem und auf der anderen Seite mit einem schönen Erlebnis. Warum traurig? Weil eines Tages, der Tag kam an dem man sich traf und ich könnte heute nach fast 20 Jahren nicht mehr sagen was mich dazu brachte, aber ich wusste in diesem Moment, wenn Du heute nichts unternimmst, dann könnte heut der Tag der Tage gewesen sein. So habe ich die Reißleine gezogen, geschauspielert "ich fahre uns eben was zu trinken holen, ich bin gleich wieder da". In Wahrheit habe ich nur Zeit "gestohlen", ich habe die Polizei angerufen und um Hilfe gebeten wegen akuter Suizidgefahr. Dieses Gefühl diesen Anruf zu tätigen, das war der schlimmste Anruf, die schlimmste und schwierigste Entscheidung, die ich je in meinem Leben treffen musste. Und während man immer so schön sagt "Wenn Blicke töten könnten", so kann ich euch sagen, als ich wieder zurück kam ist zur selben Zeit schon die Polizei eingetroffen, die Blicke, die mir entgegengebracht wurden, die hätten gereicht mich mehr als einmal zu töten. Nur gut, dass die Polizisten zwischen uns standen, in dem Moment hätte ich ihr alles zugetraut. Die Polizei hat dann die frischen Verletzungen gesehen, die Rasierklinge an sich genommen, es wird der Krankenwagen gerufen, es geht ab in die nächste Klinik, der Arzt hat dann entschieden, direkte Einweisung bzw. sie hatte dann gesagt, dass sie sich freiwillig einweist. Warum war dies ein trauriger Moment? Ganz einfach, dieser Tag auch wenn meine Entscheidung richtig war, was Sie mir danach selbst gesagt hatte, so hat dies dafür gesorgt, dass dieses Vertrauensverhältnis damit hinüber war, es war ihr ja klar, dass ich jederzeit einschreiten würde. Ab da habe ich die Person als Mensch in meinem Leben verloren aber auf der anderen Seite hatte ich das positiven Erlebnis zumindest diesen Menschen vor einer schlechten Entscheidung bewahrt zu haben, ich sage bewusst nicht "gerettet", gerettet ist die Person nur, wenn sie eines Tages so weit ist, dass ihre psychischen Probleme sie nicht mehr so sehr belasten und sie in ihrem Leben so sehr einschränken oder gefangen halten, sie ein relativ normales Leben haben kann.

Umso schöner war der Moment, als ich sie nach > 10 Jahren durch Zufall gesehen habe, es wurde nicht groß geredet... nur wie geht es dem Pferd, da sie damals meine Reitbeteiligung war, bis zu diesem Abend. Ich habe auch nicht gefragt, wie geht es Dir? Nein, die Zeit ist vorbei seit damals. Aber in diesem Moment denkt man sich "Das ist einer der Dinge, die Du in deinem Leben wirklich richtig gemacht hast und die etwas bedeutet, Dinge, die ein Leben geprägt haben". Durch diesen einen Moment, diesen einen Anruf... damit hat man einen sehr großen Fußabdruck hinterlassen, nicht nur in ihrem Leben, sondern doch eigentlich im Leben jeder anderen Person, die mit ihr in Kontakt stehen, die Sie anderen Menschen vielleicht Freude bereiten kann, weil sie eben noch hier ist.

Und ich darf einmal mit einem weit verbreiteten Mythos aufräumen, Personen, die davon reden sich das Leben zu nehmen, die meinen das i.d.R. ernst, es herrscht oft die Meinung "ach die wollen nur Aufmerksamkeit", dem ist nicht so... solche Fälle wird es vereinzelt geben aber i.d.R. befindet sich die Person zumindest in diesem einem Moment in eine psychische Ausnahmesituation, die für diesen Gedanken sorgt. Hier nichts zu unternehmen ist aus meiner Sicht einfach nur grob fahrlässig und es gilt eines, lieber einmal zu viel als einmal zu wenig Alarm geschlagen, ansonsten kann es sein, dass man dies sein Leben lang bereut!

Aber noch einmal, jeder der bei Menschen psychische Probleme bemerkt, der sollte sich bewusst sein, es gibt nichts was eine professionelle Betreuung ersetzen kann. Es gilt daher der Grundsatz diese Person in professionelle Hilfe zu bringen, dies muss die Person allerdings wollen und man sollte dies vorsichtig ansprechen, eine Person zu sehr damit zu bedrängen bewirkt am Ende nur eine ablehnende Haltung dem gegenüber!

Schlusssatz:
Man kann nicht jeden Menschen retten und ich muss ganz ehrlich sagen, ich hatte mich bei der Person damals auch gefragt, was für diese Person eigentlich besser wäre, da auch nach mehrmaliger freiwilliger stationärer Behandlung keine wirkliche Besserung ersichtlich war. Aber sich hier eine Meinung dazu zu bilden oder eine Entscheidung dazu zu treffen steht uns nicht zu und ich hätte damals gesagt, anscheinend ist sie "untherapierbar" ich hoffe ich habe mich geirrt und da sie immer noch da ist habe ich mich anscheinend auch geirrt, man sollte niemals die Hoffnung aufgeben.

Heute habt ihr das Privileg auch im Internet Tipps/Ratschläge im Umgang mit solchen Personen zu erhalten, dieses Glück hatte ich damals leider nicht.

Quote:
Suicide doesn't take away the pain,
it gives it to someone else.
Quote:
Wenn es mehr Menschen geben würde,
die auf ihr Herz hören würden,
dann könnten sie vielleicht die Motive von Menschen
mit Selbstmordgedanken besser verstehen
- und sie retten.
Posted in Uncategorized
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Total Comments 4

Comments

  1. Old Comment
    Auslöser für solche Dinge sind meist verschieden, wie du schon geschrieben hast. Problematik an dem ganzen kann aber auch eine Vererbung einer Krankheit (Syndrom) sein. Mir wurde z.B eine leichte Bipolare Störung nachgewiesen, welche jetzt erst mit dem Alter aufgekommen ist. Einfache Depressionen oder Depressionen die durch eine Zwickmühle entstehen können aber auch leicht ausgelöst werden, welche dich dann jahrelang quälen.

    Wie hast du den bemerkt, dass diese Person kurz vor dem Ende stand? Nicht immer sollte man gleich den professionellen Weg wählen. Erst die Person (wenn Sie Vertrauen aufgebaut hat) etwas ausfragen und über verschiedene Probleme reden etc. In deinem Fall schien es aber geholfen zu haben, worüber man sich freuen kann .

    Ich kenne leider 2 Fälle, wo dies der Auslöser für noch schlimmere Psychische-Probleme war. Oftmals wussten die Familien nicht darüber Bescheid, was sich überhaupt in diesem Menschen abspielt und konnten dies nicht verstehen was wiederum dazu führen kann, dass Sie dich irgendwann unter Druck setzt. Es hört sich blöde an, jedoch kennt unsere ältere Generation noch nicht wirklich die Gefahren/Auswirkungen dieser Krankheiten und akzeptiert in manchen Fällen nicht, dass ihr Kind so etwas haben soll.

    Ich selber muss zugeben, dass ich mich bis vor kurzem auch noch sehr darunter gelitten hab. Derzeit geht es wieder, jedoch hab ich einen Schritt im Leben gemacht auf den ich nicht stolz bin. Es hat viel mit Rauschmittel und Medikamente zu tun, mit denen nun mein nächstes Problem auf mich zukommt. Aber das ist eine andere Geschichte.

    Genauso sind die Ärzte auch nicht immer das gelbe vom Ei. Es gibt leider nicht viele gebildete Ärzte die alles so gut verstehen wie ein Freund, den du schon länger kennst. Dennoch kannst du dir so Abhilfe verschaffen und einige Erfahrungen sammeln, die einem an machen Tagen weiterhelfen.

    Aber schön das du dich damit beschäftigst!
    permalink
    Posted 03/18/2018 at 22:35 by Autrux Autrux is offline
    Updated 03/18/2018 at 23:27 by Autrux
  2. Old Comment
    Quote:
    Originally Posted by Autrux View Comment
    Wie hast du den bemerkt, dass diese Person kurz vor dem Ende stand?
    Ich kann es nicht mehr sagen, das ist zwanzig Jahre her. Damals war ich jung und habe mich mit so vielen Dingen beschäftigt, habe noch mehr auf die Körpersprache des Gegenübers als auf seine Worte gehörte... der Körper sagt oft was anderes als die Worte der Person, weil man sich ja in unserer Welt verstecken muss... oder aus Angst vor Verletzungen oder Unverständnis nun mal eine Schutzmauer um sich herum aufbaut.

    Es war an diesem Tag einfach dieses Gefühl, vielleicht auch daraus, dass wir uns wirklich jede Nacht und das über einen längeren Zeitraum getroffen haben, da merkt man Veränderungen am Gegenüber schon, zumindest wenn man sensibel und offen genug ist. Und ich habe mir den Schritt damals sehr gut überlegt und gewiss nicht auf die leichte Schulter genommen, weshalb ich immer sage, das war die schwerste Entscheidung meines Lebens, weil ich diese ganz alleine für mich treffen musste und mir dabei niemand helfen konnte. Und damals konnte man sich über psychische Störungen und den Umgang damit auch nicht so wie heute einfach über das Internet informieren.

    Quote:
    Originally Posted by Autrux View Comment
    Ich kenne leider 2 Fälle, wo dies der Auslöser für noch schlimmere Psychische-Probleme war.
    Die o.g. Person hatte eigentlich bis zur ersten Sitzung bei einem Therapeuten ein normales leben geführt, bis bei der Behandlung / Sitzung dann halt verdrängte Dinge (Missbrauch im Familienkreis) zum Vorschein drangen und dann ging es erst richtig los. Will sagen, eine Sitzung kann auch eine Verschlimmerung statt eine Besserung auslösen, wenn dabei verdrängte Dinge ans Licht kommen.

    Quote:
    Originally Posted by Autrux View Comment
    Oftmals wussten die Familien nicht darüber Bescheid, was sich überhaupt in diesem Menschen abspielt und konnten dies nicht verstehen was wiederum dazu führen kann, dass Sie dich irgendwann unter Druck setzt.
    Diesen Punkt hatte ich oben angeschnitten, dass man denjenigen nicht drängen soll, es ist ein schmaler grad zwischen dem Versuch jemandem Dinge näher zu bringen und jemanden zu bedrängen, mitunter nimmt das die Person, die einfach nur Helfen will gar nicht selbst als bedrängen / unter Druck setzten war.

    Ich kenne aber auch genau die andere Seite, bei der mir ein Mädchen, als ich Sie damit konfrontiert hatte, dass ich meine mir ihr würde etwas nicht stimmen und ihr mein Ohr angeboten hatte, anvertraut hatte auch im Familienkreis missbraucht worden zu sein, was natürlich auch traumatisch ist, und die Familie hat jegliche Unterstützung versagt, da man einfach gesagt hat "Du lügst". Wenn ich das als "Fremder" ihr schon angesehen habe, wie können Eltern da so blind sein?

    Quote:
    Originally Posted by Autrux View Comment
    Es hört sich blöde an, jedoch kennt unsere ältere Generation noch nicht wirklich die Gefahren/Auswirkungen dieser Krankheiten und akzeptiert in manchen Fällen nicht, dass ihr Kind so etwas haben soll.
    - Verdrängen
    - Verleugnen
    - Verharmlosen

    Alles halb so schlimm, gab es damals doch auch schon nur haben wir darum kein großes Thema gemacht, wird schon wieder!

    Quote:
    Originally Posted by Autrux View Comment
    Genauso sind die Ärzte auch nicht immer das gelbe vom Ei. Es gibt leider nicht viele gebildete Ärzte die alles so gut verstehen wie ein Freund, den du schon länger kennst. Dennoch kannst du dir so Abhilfe verschaffen und einige Erfahrungen sammeln, die einem an machen Tagen weiterhelfen.
    Es ist doch schon schwierig einen Therapieplatz zu bekommen, dann muss der Arzt auch irgendwie passen... man kommt doch auch nicht mit jedem klar. Ich durfte selbst mal eine Zeit lang zum Psychodoc, obwohl der Gesprächstherapeut dann meinte "was wollen sie hier, sie haben doch nichts" ... gut erkannt mein lieber, aber ich ja nichts dafür, wenn der Arzt meint "sie sind gesund, muss psychisch sein". Was war es? Mineral- / Vitaminmangel, das kam aber erst viel später raus, erstmal 6 Monate krank feiern dürfen ... wenn ich mir die Krankmeldung gesehen hatte, das war da reine Massenabfertigung.
    permalink
    Posted 03/18/2018 at 22:52 by Deepismagic Deepismagic is offline
  3. Old Comment
    Quote:
    Originally Posted by Deepismagic View Comment
    Ich kann es nicht mehr sagen, das ist zwanzig Jahre her. Damals war ich jung und habe mich mit so vielen Dingen beschäftigt, habe noch mehr auf die Körpersprache des Gegenübers als auf seine Worte gehörte... der Körper sagt oft was anderes als die Worte der Person, weil man sich ja in unserer Welt verstecken muss... oder aus Angst vor Verletzungen oder Unverständnis nun mal eine Schutzmauer um sich herum aufbaut.

    Es war an diesem Tag einfach dieses Gefühl, vielleicht auch daraus, dass wir uns wirklich jede Nacht und das über einen längeren Zeitraum getroffen haben, da merkt man Veränderungen am Gegenüber schon, zumindest wenn man sensibel und offen genug ist. Und ich habe mir den Schritt damals sehr gut überlegt und gewiss nicht auf die leichte Schulter genommen, weshalb ich immer sage, das war die schwerste Entscheidung meines Lebens, weil ich diese ganz alleine für mich treffen musste und mir dabei niemand helfen konnte. Und damals konnte man sich über psychische Störungen und den Umgang damit auch nicht so wie heute einfach über das Internet informieren.



    Die o.g. Person hatte eigentlich bis zur ersten Sitzung bei einem Therapeuten ein normales leben geführt, bis bei der Behandlung / Sitzung dann halt verdrängte Dinge (Missbrauch im Familienkreis) zum Vorschein drangen und dann ging es erst richtig los. Will sagen, eine Sitzung kann auch eine Verschlimmerung statt eine Besserung auslösen, wenn dabei verdrängte Dinge ans Licht kommen.



    Diesen Punkt hatte ich oben angeschnitten, dass man denjenigen nicht drängen soll, es ist ein schmaler grad zwischen dem Versuch jemandem Dinge näher zu bringen und jemanden zu bedrängen, mitunter nimmt das die Person, die einfach nur Helfen will gar nicht selbst als bedrängen / unter Druck setzten war.

    Ich kenne aber auch genau die andere Seite, bei der mir ein Mädchen, als ich Sie damit konfrontiert hatte, dass ich meine mir ihr würde etwas nicht stimmen und ihr mein Ohr angeboten hatte, anvertraut hatte auch im Familienkreis missbraucht worden zu sein, was natürlich auch traumatisch ist, und die Familie hat jegliche Unterstützung versagt, da man einfach gesagt hat "Du lügst". Wenn ich das als "Fremder" ihr schon angesehen habe, wie können Eltern da so blind sein?



    - Verdrängen
    - Verleugnen
    - Verharmlosen

    Alles halb so schlimm, gab es damals doch auch schon nur haben wir darum kein großes Thema gemacht, wird schon wieder!



    Es ist doch schon schwierig einen Therapieplatz zu bekommen, dann muss der Arzt auch irgendwie passen... man kommt doch auch nicht mit jedem klar. Ich durfte selbst mal eine Zeit lang zum Psychodoc, obwohl der Gesprächstherapeut dann meinte "was wollen sie hier, sie haben doch nichts" ... gut erkannt mein lieber, aber ich ja nichts dafür, wenn der Arzt meint "sie sind gesund, muss psychisch sein". Was war es? Mineral- / Vitaminmangel, das kam aber erst viel später raus, erstmal 6 Monate krank feiern dürfen ... wenn ich mir die Krankmeldung gesehen hatte, das war da reine Massenabfertigung.
    Stimme dir bei jedem Punkt zu. Ich finde es eben nur Schade, dass es in unserer jetzigen Welt genau diese Stempelsystem gibt, wie du es schon so schön gesagt hast. Meist wird auch nicht wirklich darüber nachgedacht.....

    Aber schön Pferd (Maik, wenn ich mich richtig erinnere? ), dass du dich damit beschäftigst. Das was ich geschrieben habe sollte kein Angriff auf deinen Text sein. Nur eigene Erfahrungswerte.

    Da reizt es mich schon wieder, dich irgendwann mal zu treffen.
    permalink
    Posted 03/18/2018 at 23:27 by Autrux Autrux is offline
    Updated 03/18/2018 at 23:30 by Autrux
  4. Old Comment
    Quote:
    Originally Posted by Autrux View Comment
    Stimme dir bei jedem Punkt zu. Ich finde es eben nur Schade, dass es in unserer jetzigen Welt genau diese Stempelsystem gibt, wie du es schon so schön gesagt hast. Meist wird auch nicht wirklich darüber nachgedacht.....
    Das Stempelsystem zieht sich doch wie ein großer Faden durch die Gesellschaft.

    Am besten ist man Massen kompatibel und schwimmt immer mit dem Strom, nur keine Abweichung von der "Norm". Dabei sind es eher die Abweichungen, die das Leben oder auch die Person interessant machen.

    Quote:
    Originally Posted by Autrux View Comment
    Aber schön Pferd (Maik, wenn ich mich richtig erinnere? ), dass du dich damit beschäftigst. Das was ich geschrieben habe, sollte kein Angriff auf deinen Text sein. Nur eigene Erfahrungswerte.
    Mike

    Ich habe es auch nicht als Angriff gesehen, ich wollte auch nur Erfahrungen teilen, über Dinge reden, Erfahrungen teilen, das ermutigt vielleicht den ein oder anderen nicht weg zu schauen, vieles machen Menschen auch nur aus Angst, aus Angst Dinge falsch zu machen, aus Angst das Ganze zu verschlimmern.
    permalink
    Posted 03/18/2018 at 23:30 by Deepismagic Deepismagic is offline
 

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