Insolvenz Gläubiger Frage

04/28/2021 19:58 nurkleinefrage#1
beim überfliegen per Google las ich schonmal, dass bei jmd der Insolvenz angemeldet hat erstmal das pfändbare Zeugs zu Geld gemacht wird, aber was, wenn es hier nichts gibt bzw. nur Kleinkram? Sagen wir mal, der Insolvente hat 100k Schulden bei 100 Gläubigern. Von Restschuldbefreiuung habe ich noch gelesen. Aber wenn dann endgültig nichts mehr zu holen ist und die Restschuldbefreiuung eintritt, wo kriegt denn dann der Gläubiger sein Geld her? Vom Staat oder wie? Es wäre ja schon irgendwie unlogisch wenn der Gläubiger einfach auf dem Schaden sitzen bleiben müsste...
04/28/2021 20:05 Elongate#2
Das ist aber so.
04/28/2021 20:06 nurkleinefrage#3
ok wtf why o.O
04/28/2021 20:11 ZENS!ERT#4
Der/ die Gläubiger bleiben dann auf dem Schaden sitzen. Wenn du während deiner Insolvenzzeit unter dem pfändbaren Betrag Geld verdient hast und man dir nichts pfänden konnte, dann gehen alle Gläubiger leer aus.
04/28/2021 20:13 Elongate#5
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Originally Posted by nurkleinefrage View Post
ok wtf why o.O
Weil kein Anderer dafür aufkommt.
05/01/2021 16:06 nurkleinefrage#6
holy shit wie asozial lol
05/02/2021 01:01 Jeoni#7
Zur Kompensation genau dieses Ausfallrisikos lassen sich Darlehensgeber / Gläubiger die Schuld (zumindest bei mehr als nur sehr kurzfristigen Verbindlichkeiten) ja auch verzinsen. Und auch genau deswegen gilt: je geringer die Bonität (also je höher das Ausfallrisiko) eines Schuldners, desto höher auch der Zinssatz, zu dem sich dieser Schuldner verschulden kann.
05/03/2021 13:40 Orion Comodore#8
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Originally Posted by nurkleinefrage View Post
holy shit wie asozial lol
Wieso asozial? Es ist dann ja die eigene Schuld.
Man rutscht ja nicht einfach so in Schulden (grundsätzlich).
05/06/2021 10:28 XYZ-Cannon#9
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Originally Posted by Orion Comodore View Post
Wieso asozial? Es ist dann ja die eigene Schuld.
Man rutscht ja nicht einfach so in Schulden (grundsätzlich).
Es ist asozial für den Gläubiger, nicht für den Schuldner :D
05/06/2021 10:35 Obilee#10
Kollege geht schon seid einigen Jahren durch Privatinsolvenz.

Große Schulden -> Insolvenz -> Macht jetzt paar Jahre nur 20h minijob, wenn er mehr Verdient dies eh nur zum Schuldenzurückzahlen geht -> Zockt und Chillt den Rest der Zeit.

EZ GG

...
05/06/2021 10:37 TMHacks22#11
Ich finde es an sich schon echt krass wie leicht man sich aus solchen sachen rauswinden kann. Ich mein du machst eine firma auf. es läuft vllt ein paar jahre gut dann bricht alles zusammen und du chillst dir dann einfach den sack zu hause.
gg
05/09/2021 01:51 SanktPauli7#12
So chillig ist das nicht, er wird nie wieder einen Kredit o.ä. kriegen.
Da wird immer stehen, dass er mal Insolvenz war.
05/09/2021 08:54 ZENS!ERT#13
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Originally Posted by SanktPauli7 View Post
So chillig ist das nicht, er wird nie wieder einen Kredit o.ä. kriegen.
Da wird immer stehen, dass er mal Insolvenz war.
Nach den ca. (max) 6 Jahren Privatinsolvenz bekommt man idR die Restschuldbefreiung, wenn man während der Zeit nicht allzu viel Mist gebaut hat. Die Restschuldbefreiung ist weitere 3 Jahre in der Schufa vermerkt. In dieser Zeit bekommt man weder Kredit, noch Dispo - ja das stimmt, jedoch hat man das Recht den Eintrag nach 3 Jahren entfernen zu lassen. Danach ist die Schufa wieder sauber und man ist wieder kreditwürdig. Kurz gesagt, nach spätestens 9 Jahren hat man wieder eine saubere Weste.

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Originally Posted by TMHacks22 View Post
Ich finde es an sich schon echt krass wie leicht man sich aus solchen sachen rauswinden kann. Ich mein du machst eine firma auf. es läuft vllt ein paar jahre gut dann bricht alles zusammen und du chillst dir dann einfach den sack zu hause.
gg
Firmeninsolvenz kann man nicht mit einer Privatinsolvenz vergleichen. Da gibt es enorme Unterschiede und andere Regeln.

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Originally Posted by XYZ-Cannon View Post
Es ist asozial für den Gläubiger, nicht für den Schuldner :D
Die Kreditvergeber - meist Banken - kalkulieren solche Fälle meist mit ein. Nicht jeder bekommt einen hohen Kredit und die unterschiedlichen Zinsen spielen hier auch eine große Rolle.

Anders sieht es bei Privatpersonen aus, denen man Geld schuldet. Schließlich kann man die in die Gläubigerliste mit aufnehmen, wenn man in eine Privatinsolvenz geht. Das ist natürlich nicht so schön.


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Und eins darf man nicht vergessen. Nicht jeder bekommt sofort eine Privatinsolvenz, nur weil man sich verschuldet hat. Es wird mit allen Ecken und Kanten geprüft, ob man vielleicht doch noch schafft aus dem Schuldensumpf auf natürlichen Wege rauszukommen. Viele Faktoren spielen hier eine Rolle wie zB wie hoch die Gesamtsumme ist, wie es zu den Schulden kommen konnte und was man für Einnahmen hat. Schuldnerberatung wird immer die erste Instanz sein und die entscheiden letztendlich ob man den Antrag auf eine Privatinsolvenz stellen darf. Und auch hier ist nicht gleich alles geschafft, denn dann kommt ein Treuhänder ins Spiel und dieser wird dich komplett unter die Lupe nehmen. Du musst dann alles auspacken und darfst nicht lügen. Sollten Ungereimtheiten aufkommen, so kann der Antrag schneller abgelehnt werden, als man gucken kann. Man wird bis auf die Unterhose ausgezogen, mit anderen Worten gesagt.
05/10/2021 13:56 PeterausPetersburg#14
Ergänzend könnte man noch erwähnen:

Man darf die Schulden nicht bewusst machen. Kauft man Sachen und weiß man kann sie niemals bezahlen bleibt man darauf hängen.

Dann gibt es noch andere schöne Möglichkeiten wie Kontenpfändungen und E-Haft.

Also ganz so ein angenehmes Leben ist das nicht.