Am 25. Dezember stand, wie jedes Jahr, ein Raid der besonderen Art an. Wir sammelten uns in der Instanz meines Onkels, um den dortigen Gefahren zu trotzen. Der Start verlief weitgehend normal: man grüßte sich, verteilte Buffs (Man, bist du groß geworden), Einige kamen unangemeldet 20 Minuten zu spät, was sich natürlich in den (dkp) niederschlagen wird.
Schnell standen wir den ersten Trashmobs gegenüber, es galt einige Bier zu vernichten. Später gesellten sich auch einige Gläser Wein dazu. Nachdem wir uns etwa eine Stunde lang souverän durch die Trashmobs gekämpft hatten, ging es in den Keller zum Bosskampf.
Dieser erstreckt sich über mehrere Stunden und ist nur von eingespielten, konzentrierten und hocherfahrenen Raids zu schaffen. Ziel des Kampfes ist es, den neben dem Partykeller liegenden Getränkekeller vollständig zu leeren. Man hat dafür nur begrenzt Zeit, da dieser bereits am 27. Dezember wieder resettet wird (working as intended). Klingt vielleicht machbar, wird aber dadurch kompliziert, dass die Aufnahmefähigkeit durch ein üppiges Gelage, dieses Mal in Form von Raclette, strapaziert wird.
Phase I: Der Endgegner, ein Fass Bier wird neben dem Esstisch aufgestellt. Dies ist der Gradmesser für den Verlauf des Kampfes. Das Fass muss bereits vor dem Nachtisch auf unter die Hälfte gebracht werden, sonst ist der Kampf praktisch nicht zu schaffen. Die MTs tanken das Fass, die Damagedealer (DDs) steigen erstmal vorsichtig in der Kampf ein, insbesondere die Omas starten mit Alster. Die Jäger haben eine Sonderaufgabe und sind für die Weinbestände zuständig. Die Heiler haben eine Rotation, einige trinken erstmal nur Wasser. Das Essen kommt langsam in Gang, es dauert ein wenig, bis die ersten Pfännchen soweit sind.
Phase II: Das Fass ist angetankt, die DDs sind voll eingestiegen, die Pfännchenrotation läuft, die Jäger gönnen dem Weinregal keine Pause. Alles sieht zunächst sehr gut aus, doch gegen Ende von Phase II wird es kritisch. Die Rotation klappt nicht mehr flüssig, es kommt zu Schwierigkeiten mit dem Nachschub. Ich bin out-of-meat, aber die Tanks wollen schon wieder Adds pullen. Wie soll ich das durchstehen, ohne gut geölten Magen. Scheiss-Nicht-Heiler. Erster Gedanke: lass sie verrecken, dann warten sie wieder mit dem Pullen. Zweiter Gedanke: Das gibt Stress, alles von Vorne hast auch keinen Bock drauf, gute Tanks sind selten, die muss man sich warm halten, außerdem ist Weihnachten. Also her mit den Adds. Die ersten Leute gehen AFK, einige melden sich nicht bei der Raidleitung ab. Der Raid geht auf dem Zahnfleisch.
Phase III: Der Übergang von Phase II zu III - Raclette zum Nachtisch - ist die kritischste Phase im gesamten Kampf. Unaufhörlich kommen neue alkoholische Adds, aber der Nahrungsnachschub reisst zwischendurch ab. Die Omas entpuppen sich als Damageleichen, sie trinken immer noch Alster. Just in diesem heiklen Moment hat Onkel Paul, unser MT, einen Disconnect. Die Folge ist klar: die Aggro konzentriert sich nicht mehr auf ihn, sondern läuft Amok durch den ganzen Raid. Ich habe teilweise mehrere Sekunden Standbild und kann die Tanks nur noch begrenzt unterstützen, mein Teller ist gänzlich leer, der Nachtisch wird gerade erst gebracht. Drei Minuten Cooldown auf die nächste Nahrung. Das Fass ist noch nichtmal halbleer - wir sind am Arsch.
Die Druidin zu meiner Rechten schiebt mir ihren Teller voll Schinken überbacken mit Käse hin - gepriesen sei Innervate! Onkel Erwin wirft einen Wuttrank ein und spottet über die Grünen - sofort hat er die Aggro. Oma Anneliese verlangt nach einem Bommerlunder. Die anderen Omas sprühen vor Elan. Leider hatte ich Recap nicht laufen, aber die Drinks-per-Second der alten Damen waren unglaublich. Selbst epische Schurken kommen nicht auf so eine dps, die haben mit Sicherheit Potions eingeworfen.
ENGLISH;
coming soon
Schnell standen wir den ersten Trashmobs gegenüber, es galt einige Bier zu vernichten. Später gesellten sich auch einige Gläser Wein dazu. Nachdem wir uns etwa eine Stunde lang souverän durch die Trashmobs gekämpft hatten, ging es in den Keller zum Bosskampf.
Dieser erstreckt sich über mehrere Stunden und ist nur von eingespielten, konzentrierten und hocherfahrenen Raids zu schaffen. Ziel des Kampfes ist es, den neben dem Partykeller liegenden Getränkekeller vollständig zu leeren. Man hat dafür nur begrenzt Zeit, da dieser bereits am 27. Dezember wieder resettet wird (working as intended). Klingt vielleicht machbar, wird aber dadurch kompliziert, dass die Aufnahmefähigkeit durch ein üppiges Gelage, dieses Mal in Form von Raclette, strapaziert wird.
Phase I: Der Endgegner, ein Fass Bier wird neben dem Esstisch aufgestellt. Dies ist der Gradmesser für den Verlauf des Kampfes. Das Fass muss bereits vor dem Nachtisch auf unter die Hälfte gebracht werden, sonst ist der Kampf praktisch nicht zu schaffen. Die MTs tanken das Fass, die Damagedealer (DDs) steigen erstmal vorsichtig in der Kampf ein, insbesondere die Omas starten mit Alster. Die Jäger haben eine Sonderaufgabe und sind für die Weinbestände zuständig. Die Heiler haben eine Rotation, einige trinken erstmal nur Wasser. Das Essen kommt langsam in Gang, es dauert ein wenig, bis die ersten Pfännchen soweit sind.
Phase II: Das Fass ist angetankt, die DDs sind voll eingestiegen, die Pfännchenrotation läuft, die Jäger gönnen dem Weinregal keine Pause. Alles sieht zunächst sehr gut aus, doch gegen Ende von Phase II wird es kritisch. Die Rotation klappt nicht mehr flüssig, es kommt zu Schwierigkeiten mit dem Nachschub. Ich bin out-of-meat, aber die Tanks wollen schon wieder Adds pullen. Wie soll ich das durchstehen, ohne gut geölten Magen. Scheiss-Nicht-Heiler. Erster Gedanke: lass sie verrecken, dann warten sie wieder mit dem Pullen. Zweiter Gedanke: Das gibt Stress, alles von Vorne hast auch keinen Bock drauf, gute Tanks sind selten, die muss man sich warm halten, außerdem ist Weihnachten. Also her mit den Adds. Die ersten Leute gehen AFK, einige melden sich nicht bei der Raidleitung ab. Der Raid geht auf dem Zahnfleisch.
Phase III: Der Übergang von Phase II zu III - Raclette zum Nachtisch - ist die kritischste Phase im gesamten Kampf. Unaufhörlich kommen neue alkoholische Adds, aber der Nahrungsnachschub reisst zwischendurch ab. Die Omas entpuppen sich als Damageleichen, sie trinken immer noch Alster. Just in diesem heiklen Moment hat Onkel Paul, unser MT, einen Disconnect. Die Folge ist klar: die Aggro konzentriert sich nicht mehr auf ihn, sondern läuft Amok durch den ganzen Raid. Ich habe teilweise mehrere Sekunden Standbild und kann die Tanks nur noch begrenzt unterstützen, mein Teller ist gänzlich leer, der Nachtisch wird gerade erst gebracht. Drei Minuten Cooldown auf die nächste Nahrung. Das Fass ist noch nichtmal halbleer - wir sind am Arsch.
Die Druidin zu meiner Rechten schiebt mir ihren Teller voll Schinken überbacken mit Käse hin - gepriesen sei Innervate! Onkel Erwin wirft einen Wuttrank ein und spottet über die Grünen - sofort hat er die Aggro. Oma Anneliese verlangt nach einem Bommerlunder. Die anderen Omas sprühen vor Elan. Leider hatte ich Recap nicht laufen, aber die Drinks-per-Second der alten Damen waren unglaublich. Selbst epische Schurken kommen nicht auf so eine dps, die haben mit Sicherheit Potions eingeworfen.
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