Rechtsfragen zu Itemshop

09/12/2016 16:48 Deutsche-Mafia#1
Ich werde demnächst meinen Itemshop online stellen. Allerdings habe ich aber noch ein paar Fragen, vielleicht kann mir da jemand von euch weiterhelfen. Natürlich habe ich mich schon mit den rechtlichen Dingen beschäftigt, trotzdem frage ich mal ganz einfach.

Ist es legal einen Itemshop zu betreiben und virtuelle Items zu verkaufen?

Erlaubt z.B. Blizzard den Handel mit virtuellen Items aus dessen Spielen?

Darf ich hier einen Link zu einem Shop posten zu dem ich Fragen habe?
09/12/2016 17:20 Krotus#2
Nein Blizzard erlaubt natürlich keinen Handel mit virtuellen Gütern.
Ob das Ganze legal ist, naja MMOGA und Co. haben nicht umsonst ihren Sitz in Hong Kong oder ähnlichen Regionen, wo das mit den Gesetzen und Steuern nicht so hart genommen wird.
09/12/2016 17:54 Deutsche-Mafia#3
Sind das Fakeadressen oder Briefkastenfirmen? Kann ich als Deutscher z.B. eine Firma auf Malta gründen um einigermaßen sicher zu sein?
09/12/2016 18:04 Jeoni#4
Generell ist das alles möglich. Muss man nur Kosten für Remote Service einplanen.
Das Problem, wenn du das aus Deutschland heraus betreibst, ist die deutsche suboptimale Hinzurechnungsbesteuerung, welche auch bei Gesellschaften in der EU greift (Google für genaue Bedeutung). Musst entweder 'ne aktive Firma im Ausland betreiben (also die dort Geschäftsstellen mit Angestellten hat, etc. und nicht nur'n Briefkasten) oder selber in's Ausland ziehen, um dieser Art der Besteuerung zu entgehen.
Mit freundlichen Grüßen
Jeoni
09/12/2016 18:05 AlpenSex.#5
Natürlich ist es NICHT Legal.
09/12/2016 18:25 b~p#6
Ist es per Blizzard AGB verboten Items zu verkaufen? Ja, sehr wahrscheinlich.Sind AGB geltendes Recht? Nein, sicherlich nicht.
In den Bau wird dafür wohl niemand wandern, es wird dann einfach nur unterbunden, sofern es Blizzard ein Dorn im Auge ist.
Mach es wie jeder andere dubiose Keyshop und verlege deinen Hauptsitz in den Osttimor, wo Gesetze eher unverbindliche Richtlinien sind.
09/12/2016 19:48 Krotus#7
Eine Briefkastenfirma in Hong Kong zu gründen ist für einen EPVP Keyshop dann doch eine Nummer zu groß. Das kostet tausende von Euro nur für die Gründung und danach auch noch Gebühren. Soviel musst Du ja erstmal verdienen. MMOGA etc. machen halt Millionenumsätze, da lohnt sich das. Für so nen kleinen Keyshop nicht.

Da würde ein ins Rathaus gehen und normal ein Gewerbe anmelden und dann loslegen. Auf der Website muss halt alles mit Impressum, AGB, Datenschutz usw. passen darauf solltest Du achten. Das dort alles seine rechtliche Korrektheit hat. Ansonsten kannst Du von jedem Anwalt abgemahnt werden und das wird dann richtig teuer.
09/12/2016 20:28 Fevii#8
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Originally Posted by Krotus View Post
Eine Briefkastenfirma in Hong Kong zu gründen ist für einen EPVP Keyshop dann doch eine Nummer zu groß. Das kostet tausende von Euro nur für die Gründung und danach auch noch Gebühren. Soviel musst Du ja erstmal verdienen. MMOGA etc. machen halt Millionenumsätze, da lohnt sich das. Für so nen kleinen Keyshop nicht.

Da würde ein ins Rathaus gehen und normal ein Gewerbe anmelden und dann loslegen. Auf der Website muss halt alles mit Impressum, AGB, Datenschutz usw. passen darauf solltest Du achten. Das dort alles seine rechtliche Korrektheit hat. Ansonsten kannst Du von jedem Anwalt abgemahnt werden und das wird dann richtig teuer.
Was würde sich den alternativ zu Hong Kong anbieten falls man etwas kleineres Aufbauen möchte?
09/12/2016 21:00 Krotus#9
Für was Kleineres gar nichts. Ist einfach zu teuer. Delaware in den USA ist zum Beispiel steuerlich sehr günstig, aber ne Briefkastenfirma da zu gründen, kostet initial ca. 5000€ + jährliche Gebühren für die Agenturen die das für Dich machen (die stellen ja einen "Pseudogeschäftsführer" ein usw.)

Ich sage mal, ab ca. 25.000€ Gewinn jährlich kann man sich darüber Gedanken machen. Aber darunter lohnt es sich meiner Meinung nach nicht. Besonders weil Du hier in DE darunter auch kaum Steuern zahlst die Du sparen kannst ;)
09/12/2016 22:03 Deutsche-Mafia#10
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Originally Posted by Krotus View Post
Für was Kleineres gar nichts. Ist einfach zu teuer. Delaware in den USA ist zum Beispiel steuerlich sehr günstig, aber ne Briefkastenfirma da zu gründen, kostet initial ca. 5000€ + jährliche Gebühren für die Agenturen die das für Dich machen (die stellen ja einen "Pseudogeschäftsführer" ein usw.)

Ich sage mal, ab ca. 25.000€ Gewinn jährlich kann man sich darüber Gedanken machen. Aber darunter lohnt es sich meiner Meinung nach nicht. Besonders weil Du hier in DE darunter auch kaum Steuern zahlst die Du sparen kannst ;)
Wie viel % Steuern muss ich denn zahlen wenn ich in DE ein Gewerbe anmelde? Muss ich da dann auch immer regelmäßig meine Finanzen vorzeigen?

Am Anfang verdiene ich ja eh nix, dann mach ich einfach nur die AGB und ne Fakeadresse 😆
09/12/2016 22:44 Krotus#11
Natürlich musst Du regelmäßig deine Finanzen darlegen. Sonst könntest Du ja 100.000€ verdienen und sagen das es nur 1000€ waren.

Also Gewerbe anmelden kostet je nach Kommune ca. 30€
Dann kannst Du bis 17.500€ Umsatz Kleinunternehmer sein, da musst Du dann keine MwSt. ausweisen, kannst Dir aber auch Keine vom Finanzamt zurückholen.

Dann musst Du Einkommenssteuer zahlen. Bis 8652€ Gesamteinkommen (Also Erlöse aus deiner Selbstständigkeit, Einkommen von deinem Hauptjob usw.) nichts, darüber immer mehr % je mehr Du verdienst.

Aber 24.500€ Gewinn aus deiner Selbstständigkeit musst Du Gewerbesteuer zahlen. Das ist abhängig von deiner Stadt wo Du wohnst. Jede hat da einen anderen Hebesatz.

Wenn Du mehr als 450€ im Monat verdienst musst Du Dich selber krankenversichern. Entweder gesetzlich (kostet 15.5% + Zusatzbeitrag (0.9-1.1%) deines Gewinns) oder privat (Beitrag je nach Alter und Gesundheitszustand unterschiedlich).
09/12/2016 23:14 FlyffServices#12
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Originally Posted by Krotus View Post
Natürlich musst Du regelmäßig deine Finanzen darlegen.
Wenn er monatliche einnahmen einfach nur 0 einträgt muss er das nur jährlich machen. Wenn dann am ende des Jahres rauskommt (mai oder?) das er mehr verdient muss er das erhöhen oder täusche ich mich da?

0 - 1500€ jährliche informierung der finanzen
1500-3500€ vierteljährlich
3500+ jeden monat

Zahlen stimmen ungefähr glaub ich lol.

@TE Ich hab auch einen Itemshop und hatte bis jetzt keine Probleme. Ein Bekannter Anwalt von mir meinte auch dies sei eine Grauzone. Es ist nicht im Gesetztbuch verboten somit legal. Aber es entspricht nicht den AGB's und somit dürfte dich der Anbieter aussperren und sogar Hausverbot aussprechen. Dann könntest du deinen Shop schliesen.

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Originally Posted by Krotus View Post
Ob das Ganze legal ist, naja MMOGA und Co. haben nicht umsonst ihren Sitz in Hong Kong oder ähnlichen Regionen, wo das mit den Gesetzen und Steuern nicht so hart genommen wird.
Sicher? Mein GoldSeller wo bei mir einkauft hat seinen Sitz in China aber auch nur weil er in China wohnt.
Die meisten goldseller sind ja sowieso nur chinesen lol
09/13/2016 00:05 Krotus#13
Also wenn Du Kleinunternehmer bist (bis 17.500€ Umsatz) musst Du nur 1x im Jahr deine Steuerklärung machen. Hast Bis Ende Mai des Folgejahres dafür Zeit. Dann musst Du die Steuern für das ganze vergangene Jahr zahlen.

Das monatlich ist nur mit der Umsatzsteuer.

Mehr als 7.500 EUR Zahllast: monatliche Voranmeldung der Umsatzsteuer
1.000 - 7.500 EUR Zahllast: vierteljährliche Voranmeldung
bis 1.000 EUR Zahllast: keine Voranmeldung; es genügt eine Jahresumsatzsteuererklärung


Aber bis Du 1000€ Umsatzsteuer zahlen musst, musst Du ja schon ganz schön was verdient haben. Da Du auf Bei 1000€ Umsatz ja "nur" 190€ Umsatzsteuer zahlen musst.



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Sicher? Mein GoldSeller wo bei mir einkauft hat seinen Sitz in China aber auch nur weil er in China wohnt.
Die meisten goldseller sind ja sowieso nur chinesen lol
MMOGA hat auch irgendwo nen Büro in HongKong. Und wenn es nur ne Briefkastenfirma ist. Das reicht ja. Die sorgen schon dafür das die so wenig Steuern wie möglich zahlen.
09/13/2016 02:55 Looneytune#14
Steuer umgehen, indem man Offshare anmeldet bringt nichts, ganz egal was man im Internet liest. Wirklich Sinn hat Offshare nur, wenn man mind. 100k Gewinn hat.

Mein Rat, melde eine Limited in GB an, mindert dein Haftungsrisiko und steigert deine Kreditwürdigkeit. Bitte keine UG gründen, den Nachteil erfährt man spätestens bei der Bank. :D
09/13/2016 08:00 Jeoni#15
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Originally Posted by Looneytune View Post
Mein Rat, melde eine Limited in GB an, mindert dein Haftungsrisiko und steigert deine Kreditwürdigkeit. Bitte keine UG gründen, den Nachteil erfährt man spätestens bei der Bank. :D
Wenn man denn überhaupt einen Kredit benötigt. Beim Itemshop muss man zwar Website, etc. aufsetzen, aber da gibt es ja auch schon Templates, mit denen die Kosten überschaubar bleiben. Und wenn die Gesellschaft doch mal mehr Geld braucht als sie hat kann man ihr immernoch Geld aus dem eigenen Privatvermögen über ein Gesellschafterdarlehen borgen. Nachteil an einer GB Ltd. mit Betriebsstätte in Deutschland / deutschem Management ist halt der erhöhte Papierkram (und halt Kosten für Briefkasten in GB), weil man sowohl deutsches, wie auch britisches Recht anwenden muss, soweit ich weiß.
Der Name ist (aus welchen Gründen auch immer) tatsächlich vertrauenswürdiger als eine UG, aber wenn man keinen Kredit benötigt und nicht B2B macht (Itemshop würde ich als Endkundengeschäft bezeichnen), ist die Vertrauenswürdigkeit des Namens / der Rechtsform mMn eher hintergründig.
Hinzu kommt, dass ein etwaiger Brexit, je nach Konditionen, das ganze erschweren könnte. Dauert zwar noch etwas, aber dem würde ich auch bereits bei der Auswahl des Gesellschaftstyps etwas Beachtung schenken.
Mit freundlichen Grüßen
Jeoni