Schwarzfahren auf anderen Namen

07/12/2016 16:01 EseTNoD#1
Hallo Community,

ich habe mal eine Frage, die sich auf folgende Situation bezieht:
Person A fährt ohne Ticket von Ort A nach Ort B und wird dabei erwischt.
Der Straftäter gibt aber FALSCHE Daten an und Person B's richtigen Namen und Adresse. Person B bekommt Post nach Hause. - Wie geht's weiter? MUSS Person B eigentlich beweisen, dass er es NICHT gewesen ist?

Bei mir - als ich einmal den Ticket vergessen habe - wollte der Kontrolleur zuerst den Ausweis. Diesen hatte ich aber nicht mit, da ich mein Portemonnaie gar nicht dabei hatte. Dann bat er mich, die richtigen Angaben zu meiner Person in den "Scanner" einzutragen, denn sonst wollte er die Polizei holen. Da habe ich auch meine Daten eingetragen und habe im Anschluss auch direkt bezahlt (nachdem dieser eine Brief kam..), aber was wäre passiert, wenn ich NICHT meine Daten geben würde? Würde der Kontrolleur dann die ganze Schuld tragen, weil er so gutmütig war und mir vertraut hat, dass ich dort richtige Angaben mache und nicht direkt die Polizei geholt hat?
07/12/2016 16:05 Toxicator#2
Unschuldsvermutung, die Bahn (oder wer auch immer) muss Beweisen, dass Person B auch die Person war die schwarz gefahren ist.
Sollte dann der richtige Schwarzfahrer ermittelt werden bekommt er natürlich eine höhere Strafe.
07/12/2016 16:05 k0pf#3
einem Kollege von mir ist das damals regelmäßig passiert, alle sind einfach schwarzgefahren und haben seinen Namen angegeben :D Der arme musste so viel Geld zahlen er konnte sich nicht da raus reden ^^
07/12/2016 16:15 mrapc#4
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Originally Posted by k0pf View Post
einem Kollege von mir ist das damals regelmäßig passiert, alle sind einfach schwarzgefahren und haben seinen Namen angegeben :D Der arme musste so viel Geld zahlen er konnte sich nicht da raus reden ^^
Ich denke die Geschichte ist frei erfunden, jeder mit ein bisschen Hirn würde dann Anzeige gegen Unbekannt, wegen Identitätsdiebstahl stellen.

Wenn Person B jetzt ein Alibi hat, dann kann diese natürlich Anzeige wegen Identitätsdiebstahl stellen und die Bahn selber nochmal wegen Urkundenfälschung.

das können dann schon mal bis zu 5 Jahren Haft werden, also lieber lassen...
07/12/2016 16:26 Toxicator#5
Die Bahn begeht doch keine Urkundenfälschung wenn sie die (falschen) Daten aufnimmt.
Einzig Person A begeht eine Straftat -> Betrug und natürlich die Erschleichung von Leistungen.
07/12/2016 17:06 EseTNoD#6
Kann man bei solchen Fällen eigentlich nicht die Überwachungskameras irgendwie abchecken? Also die Aufnahmen zu der Tatzeit, um beweisen zu können, dass man es NICHT war.
07/12/2016 17:11 Dr. Specter#7
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Originally Posted by EseTNoD View Post
Kann man bei solchen Fällen eigentlich nicht die Überwachungskameras irgendwie abchecken? Also die Aufnahmen zu der Tatzeit, um beweisen zu können, dass man es NICHT war.
Ich erzähle mal aus der Sicht eines Busfahrers.
Falls ich mal selten Tickets kontrollieren muss, lasse ich keinen ohne Ticket rein, oder er zahlt am Eingang. Falls es aber doch einer schafft rein zu kommen, und das kommt raus, dann rufe ich sofort die Polizei, und frage erst garnicht seinen Namen, um genau solchen Situationen aus den Augen zu gehen.
Falls dann doch etwas schiefläuft (Sachbeschädigung etc) wo die Polizei mit ins Spiel gerufen wird, dann, auch nur dann, dürfen die Kameras in meinem Bus überprüft werden. Ansonsten garnicht.
07/12/2016 17:16 EseTNoD#8
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Originally Posted by Dr. Specter View Post
Ich erzähle mal aus der Sicht eines Busfahrers.
Falls ich mal selten Tickets kontrollieren muss, lasse ich keinen ohne Ticket rein, oder er zahlt am Eingang. Falls es aber doch einer schafft rein zu kommen, und das kommt raus, dann rufe ich sofort die Polizei, und frage erst garnicht seinen Namen, um genau solchen Situationen aus den Augen zu gehen.
Falls dann doch etwas schiefläuft (Sachbeschädigung etc) wo die Polizei mit ins Spiel gerufen wird, dann, auch nur dann, dürfen die Kameras in meinem Bus überprüft werden. Ansonsten garnicht.
Also, wenn jemand meine Daten in den Scanner eingibt und diese wirklich übereinstimmen, aber ich nicht die Person gewesen bin, die diese Tat ausgeübt hat und nun blechen muss/sollte, kann ich nicht darauf bestehen, dass die mal eben in die Aufnahmen schauen? Ich meine, wozu gibt es denn sonst diese Aufzeichnungen? Kostet es eigentlich Geld für den Betrieb, wenn die in ihre eigenen Aufzeichnungen schauen? Wie sollte ich denn bei solch einem Fall - wenn es wirklich vorgefallen ist - beweisen, dass ich nicht der Schwarzfahrer bin?
07/12/2016 17:44 weirdo61#9
Die Scanner können Gar nichts, das sind nur Geräte zum Drucken.
Als ich 14 war wurde ich beim schwarzfahren erwischt und habe eiskalt einen Namen und Adresse erfunden.
Den Zettel, auf dem Steht, dass ich bezahlen soll, habe ich heute noch an meiner Wand hängen.
07/12/2016 17:47 EseTNoD#10
Der Scanner druckt ja die Quittung aus, mit der man zu VKU oder so muss, um dort zu bezahlen. Da soll man dann auch die richtigen Daten eingeben, aber wer kommt denn für den Schaden auf, wenn da jemand einen Namen eingibt, der wirklich existiert und der Typ, der eigentlich nichts gemacht hat, ein Brief bekommt, in dem er an den Vorfall erinnert wird und dass er endlich zahlen soll?
07/12/2016 19:22 Dr. Specter#11
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Originally Posted by EseTNoD View Post
Also, wenn jemand meine Daten in den Scanner eingibt und diese wirklich übereinstimmen, aber ich nicht die Person gewesen bin, die diese Tat ausgeübt hat und nun blechen muss/sollte, kann ich nicht darauf bestehen, dass die mal eben in die Aufnahmen schauen? Ich meine, wozu gibt es denn sonst diese Aufzeichnungen? Kostet es eigentlich Geld für den Betrieb, wenn die in ihre eigenen Aufzeichnungen schauen? Wie sollte ich denn bei solch einem Fall - wenn es wirklich vorgefallen ist - beweisen, dass ich nicht der Schwarzfahrer bin?
Bei uns läuft das so ab:
Falls du so einen Brief bekommen hast, steht ein Datum und eine Uhrzeit dabei. Dann musst du dich an die Polizei wenden, und diese wendet sich an uns und fragt von uns diese Aufnahmen. Die Polizei ermittelt dann auch, ob du der Schwarzfahrer(in) bist, oder nicht. Für dich kostet es garnichts. Falls du es dann wirklich nicht gewesen bist, wird die Polizei nach der Person fahnden. Was dich immernoch nichts kostet. Du kannst ggf noch eine Anzeige gegen Unbekannt erstellen wegen Identitätsbetrug oder sonstigem.
07/12/2016 20:01 A.M.Ø.K#12
Ist es nicht eine Pflicht von den Mitarbeitern aller öffentlichen Verkehrsmittel die Polizei zu rufen, sobald sich ein 'Schwarzfahrer' nicht ausweisen kann?
07/12/2016 20:15 EseTNoD#13
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Originally Posted by A.M.Ø.K View Post
Ist es nicht eine Pflicht von den Mitarbeitern aller öffentlichen Verkehrsmittel die Polizei zu rufen, sobald sich ein 'Schwarzfahrer' nicht ausweisen kann?
Ich weiß es nicht. Mir wurde nur gesagt, ich solle meine Daten dort wahrheitsgemäß eintragen. Er meinte außerdem, dass er die Polizei erst dann ruft, wenn ich mich dazu verweigere.
07/12/2016 20:39 A.M.Ø.K#14
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Originally Posted by EseTNoD View Post
Ich weiß es nicht. Mir wurde nur gesagt, ich solle meine Daten dort wahrheitsgemäß eintragen. Er meinte außerdem, dass er die Polizei erst dann ruft, wenn ich mich dazu verweigere.
Also zumindest hier in Österreich ist es eine Pflicht, wie es bei euch in Deutschland ist, weiß ich nicht, müsste aber genau so sein.

Wenn so etwas durchgezogen wird und man später prüft warum keine Zahlung ankommt bzw. es sich herausstellt dass die Person falsche Daten angegeben hat und der Kontrolleur nicht die Polizei gerufen hat so verliert er seinen Job.
07/12/2016 20:56 Ares#15
Geht das ohne Ausweis überhaupt? Mein momentaner Kentnissstand war eigentlich eher, dass die Person festgehalten wird, bis die Identität geklärt ist (inklusive Polizei im Schlepptau).