Studium: (Kern)Informatik vs. angewandte Informatik

04/12/2014 21:37 -Epitaph-#1
Heyho,

wollte wissen wo der Unterschied zwischen (Kern)informatik und angewandter Informatik im Studium liegt? Ich nehme aber an, dass es etwas Uni-spezifisch sein wird? Hatte nämlich vor etwas zu studieren wo ich mehr im Programmierwesen bin und nicht bei Datenbanken und Netzwerktechnick oder so.
04/13/2014 06:22 Black Tiger ツ#2
Ha das kommt erstmal auf die angebotenen Module (Fächer) an.

Das handhabt jede Hochschule anders. Ansonsten konzentriert sich Angewandte Informatik mehr auf Applikationen und normale Informatik mehr auf ja, ... alles andere eigentlich .. was halt angeboten wird.^^

Ein Studium ist keine Ausbildung. Wenn du jetzt denkst, nur programmieren zu müssen, liegst du falsch.
Aber gut, es macht tatsächlich ein relativ großes Kuchenstück aus^^
04/13/2014 11:15 Schlüsselbein#3
Wenn du nur programmieren willst, mach eine entsprechende Berufsauabildung.
Sonst hat der Tiger über mir schon alles gesagt. Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Da musst du schon ins Modulhandbuch schauen.
04/13/2014 12:39 -Epitaph-#4
OK danke für die Antworten ;)
Dann bleibts wohl erst einmal bei der angewandten Informatik ^^
Muss mich dann nochma durch die Website der TU Dortmund wimmeln, aber die ist alles andere als Benutzerfreundlich aufgebaut :D
04/13/2014 13:01 MrSm!th#5
Schau dir vielleicht einmal die FH Dortmund an. Da geht es etwas praktischer zu. Es muss ja nicht gleich eine Ausbildung sein, nur weil man kein weltfremder Theoretiker werden will ;)
04/13/2014 13:27 Schlüsselbein#6
Möchte mich nochmal korrigieren: Smith hat schon recht. Durch ein Studium kannst du Programmieren lernen. Aber denk auch dran, dass es dort mehr an dir liegt. Ein Studium kannst du mehr an deine Wünsche anpassen und du musst wirklich was dafür tun.
Nicht, dass man das in einer Ausbildung nicht muss, aber durch das Informatikstudium kannst du dich auch durchmogeln, ohne wirklich Coden zu können. Genauso wie du durch E-Technik Studium kommen kannst, ohne jemals einen Lötkolben in der Hand gehalten zu haben.
Das Programmieren ist dort eher Mittel zum Zweck, während es bei ner Ausbildung viel eher im Mittelpunkt steht.
Wenn dich neben dem Programmieren also auch die theoretischen Hintergründe interessieren, ist das Studium richtig für dich. Mit den richtigen Schwerpunkten bekommst du auch sicherlich deine volle Portion Praxis.
04/13/2014 13:49 -Epitaph-#7
Hab mir die FH Dortmund mal angeschaut aber wenn ich schon sowas wie Englisch und BWL sehe dann hats sich mit der FH :D
Bevorzuge da lieber den rein theoretischen Part. Praktisch Programmieren kann ich ja immernoch Zuhause ;)
Mir wurde auch oft erzählt, dass es an Fachhochschulen "ähnlich" wie an Schulen abläuft. Und da ich das deutsche Schulsystem für überaus inkompetent und verbesserungswürdig halte... naja man kanns sich denken ;D

Hab auf Youtube ein Video von einem Studenten gesehen der angewandte Informatik in Berlin studiert. Und als Bachelor Arbeit hat er quasi ein "Guitar Hero" nur für Mundharmonikas entwickelt. Und da musste er mit verschiedenen Verfahren den Input des Mikrofons verarbeiten etc. Und da hat sich mir einfach die Frage gestellt ob man sowas quasi auch in einem normalen Informatik Studium machen könnte, bzw. was halt die Unterschiede der beiden Studiengänge sind^^
04/13/2014 14:00 Schlüsselbein#8
Entfern dich mal lieber von dem Gedanken, dass einem in einem Studium alles vorgekaut wird.
Man kann sowas machen oder auch nicht. Das kommt auf dich an. Im Studium lernt man lernen.
Was du draus machst, liegt ganz allein bei dir.

Wenn dich der rein theoretische Teil interessiert, bist du vielleicht doch besser an einer Uni aufgehoben (wobei ich nicht aus erster Hand von Fachhochschulen sprechen kann bzw. überhaupt über den Informatikstudiengang).

Die Unterschiede: Wie schon paar mal erwähnt wurde, hängt dass von der Hochschule ab. Les dir die Modulbeschreibungen durch und entscheide dann, was eher auf dich zutrifft.
04/13/2014 14:10 -Epitaph-#9
Ich find, dass es genau DAS Manko des deutschen Schulsystems ist!
Man muss es dort so lernen, wie es der Lehrer verlangt, egal ob es passend für den Schüler ist oder nicht. Genauso mit der Zeiteinteilung. Bin auf einem Berufskolleg und für meine Verhältnisse haben wir zu viel Mathe und Informatik Stunden. Dazu kommt noch, dass ich jetzt Geschichte als 4. Abifach habe, die meisten Geschichtsstunden ausgefallen sind (und wir nur 2 Stunden wöchentlich hatten) und ich genausoviel im Kopf habe wie vor den 3 Schuljahren! ):<
Hab also 1 Woche vor der mündlichen Prüfung Zeit alles was ich in den letzten 3 Jahren gelernt haben sollte nach zuholen.

Von daher kann ich nur sagen, dass ich mich auf das Studium schon eher freuen, obwohl ich von der Schule so angesägt bin, dass ich lieber direkt arbeiten gehen würde :(

Offtopic Wutausbruch FTW! :D

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Edit:
naja ok es ist net DAS und auch net das enizige Manko sondern nur ein kleiner Punkt ^^
04/13/2014 14:19 Schlüsselbein#10
Wenn dir Mathe jetzt schon zu viel, dann freu dich schonmal aufs Studium.
04/13/2014 14:35 -Epitaph-#11
Ne meinte dass wir zu viel Mathestunden hatten für zu wenig Stoff^^
Wir sind sehr oft einfach so eisessen gegangen und so, oder der Lehrer hat uns allein in der Klasse gelassen. Nur Stochastik war für michn schweres Thema xD und das kommt ja im Info Studium nochma vor >.>
04/13/2014 23:01 MrSm!th#12
Quote:
Originally Posted by -Epitaph- View Post
Hab mir die FH Dortmund mal angeschaut aber wenn ich schon sowas wie Englisch und BWL sehe dann hats sich mit der FH :D
Als reiner Fachidiot kommst du nicht weit. Interdisziplinäre Kompetenzen können nie schaden.
Aber ist natürlich deine Sache.
Quote:
Bevorzuge da lieber den rein theoretischen Part. Praktisch Programmieren kann ich ja immernoch Zuhause ;)
Dann wäre vielleicht wirklich die Uni etwas für dich.
Wobei man es jetzt auch nicht so sehen sollte, dass man an der FH die ganze Zeit programmiert. Da lernt man ebenso Theorie. Sie wird nur anders vermittelt - eher mit dem Fokus auf die Anwendbarkeit statt auf die Hintergründe. Die grundsätzliche Frage lautet da nicht "Wie leitet man sich so etwas her?", sondern "Wie mache ich damit etwas Sinnvolles?".
Außerdem solltest du dir auch an der Uni Praxis in Form von Praxissemestern oder Werkstudententätigkeiten aneignen. Nur wenige stellen einen Informatiker ohne jegliche Berufserfahrung zu einem vernünftigen Einstiegsgehalt ein.

Sei auch noch einmal gewarnt:
Es heißt nicht umsonst, dass der einzige Unterschied zwischen einem Mathematiker und einem Informatiker ist, dass der Mathematiker erwartet hat, Mathe zu studieren ;)
Quote:
Mir wurde auch oft erzählt, dass es an Fachhochschulen "ähnlich" wie an Schulen abläuft. Und da ich das deutsche Schulsystem für überaus inkompetent und verbesserungswürdig halte... naja man kanns sich denken ;D
Das bezieht sich meist eher auf die Größe der Vorlesungssäle und das etwas strenger organisierte Studium.
An der Uni wirst du recht alleine gelassen und bist für dich selbst verantwortlich. Verpennst du irgendwas, hast du vielleicht Pech und dein Studium dauert gleich mal ein Jahr länger.
An der FH bist du meist etwas eingeschränkter in der Gestaltung deines Stundenplans (wodurch sich auch der Vorteil ergibt, dass du nichts/wenig falsch machen kannst). Außerdem sind Vorlesungen etwas persönlicher und in Gruppen bis vielleicht maximal 120 Studenten (variiert natürlich je nach Hochschule und Fach). An der Uni gibts gerne mal nen Audimax mit 1000 Sitzen, der immer noch überquillt.

Was einem besser gefällt, muss jeder selbst entscheiden.
Quote:
Hab auf Youtube ein Video von einem Studenten gesehen der angewandte Informatik in Berlin studiert. Und als Bachelor Arbeit hat er quasi ein "Guitar Hero" nur für Mundharmonikas entwickelt. Und da musste er mit verschiedenen Verfahren den Input des Mikrofons verarbeiten etc. Und da hat sich mir einfach die Frage gestellt ob man sowas quasi auch in einem normalen Informatik Studium machen könnte, bzw. was halt die Unterschiede der beiden Studiengänge sind^^
Natürlich, deine Bachelor-Thesis kannst du relativ frei wählen. Egal wo du studierst, würde ich dir aber raten, sie in einem Unternehmen zu machen (es sei denn, du strebst eine Hochschulkarriere an). Arbeiten, die in der freien Wirtschaft entstanden sind, eignen sich für den Lebenslauf (und die eigene Erfahrung) etwas besser, wenn man auch dort arbeiten möchte. Wobei man das nun nicht auf die Goldwaage legen sollte.

Quote:
Wir sind sehr oft einfach so eisessen gegangen und so, oder der Lehrer hat uns allein in der Klasse gelassen. Nur Stochastik war für michn schweres Thema xD und das kommt ja im Info Studium nochma vor >.>
Höhere Mathematik ist ein ganz anderes Kaliber als Schulmathe. In jeglicher Hinsicht und nicht nur bei Stochastik.
04/14/2014 00:16 tolio#13
Quote:
Originally Posted by MrSm!th View Post
Höhere Mathematik ist ein ganz anderes Kaliber als Schulmathe. In jeglicher Hinsicht und nicht nur bei Stochastik.
^this!

wenn du tatsächlich in erwägung ziehst reine informatik an einer uni zu studieren, schau dir vorher die unterlagen die verfügbar sind im detail an, wenn deine wunschuni keine bereitstellt dann von einer anderen uni das macht keinen unterschied. mit "ach mathe 1 oder logik hört sich im modulplan nicht so schlimm an" kann man sich sehr böse auf die schnautze legen.
04/14/2014 09:45 -Epitaph-#14
Habe auch nie explizit gesagt, dass Mathe leicht sei ;) Habe mir auch schon ne "Mathe für Informatiker" Vorlesung reingezogen^^ Ich unterschätze Mathe auch in keinster Weise. Nur glaube ich, dass es daran liegt wie sehr man sich da reinhängt. Und ich werde mich auf jedenfall sehr anstrengen müssen um Mathe zu schaffen :\

Und wenn ich's Studium net schaffen sollt. Nen Versuch wars auf jedenfall Wert xP
04/14/2014 14:01 phreeak#15
Ist ja nicht nur Mathe als Fach, z.B in Medieninformatik hat man spät. ab dem 3. Semester in fast jedem Fach mit Mathe zutun. Algorythm, dann Berechnung z.B von Licht und dessen Verhalten usw... Irgendwann träumt man nurnoch von Formeln. :D

Hab damals 3 Semester Medieninformatik Studiert. In Programmieren, Datenbanken, Web Programmierung usw nie Probleme (Hab mein Fachabi in diesen Fächern auch mit 1 gemacht) aber bin bei Mathe total abgekackt.. Hab es einfach nicht reinbekommen :(