Das, was wir momentan haben nennt man nunmal Demokratie. In einem abstrakteren Sinne entscheidet jeder Bürger schon, sofern er denn will. Die Wahlbeteiligung ist sowieso schon ein paar Jahre in Stagnation (wobei man nun sagen muss, dass die Piraten in dem Sinne vorbildliche Arbeit leisten, wenn auch nicht direkt gewollt). Die Ausrede ist natürlich immer wieder "Ich kann ja eh nichts ändern". Das ist so ziemlich der zentrale Satz, den man so hört. So mancher denkt natürlich wirklich so, aber die meisten gehen nicht zur Wahl, weil sie schlicht und einfach kein Bock und generell kein Interesse an solchen Veranstaltungen haben (DA GIBBET KEIN FREIBIER?!).
Wovon ihr hier bisher sprecht ist allerdings direkte Demokratie, wie sie beispielsweise in der Schweiz verstärkt auftritt. Allerdings auch dort nur unter ganz bestimmten Umständen und verknüpft mit einigen Einschränkungen. Jedenfalls finde ich, dass die Deutschen es auch überhaupt nicht verdienen auf irgendeine Weise das Modell der direkten Demokratie für sich zu beanspruchen angesichts der gleichgültigen Einstellung gegenüber politischen Themen. Wer nicht fähig ist in diesem Demokratiesystem seine Meinung zu vertreten, der kann es erst recht nicht in einer direkten Demokratie. Nebenbei werden auch keinerlei Bemühungen gezeigt, dass man eine solche direkte Demokratie herbeiführen möchte. Diese Lethargie in Bezug auf diese Thematik macht eine direkte Demokratie unmöglich. Aber es ist ja nicht so, als ob das etwas schlechtes wäre. Man muss bedenken, alles was gute Seiten hat, hat auch schlechte Seiten. Ihr möchtet hier mehr Mitbestimmungsrechte? Dann verdient sie euch erstmal. Die deutschen Staatsbürger, die sich immer wieder darüber beschweren, wissen garnicht wie gut sie es im europäischen Vergleich haben, ganz zu schweigen im globalen Vergleich. In Deutschland muss keiner hungern und jeder bekommt ein Dach über den Kopf, wenn er sich denn nicht völlig verweigert. Es geht den Leuten hier einfach so gut, dass sie tief im Inneren überhaupt nicht selbst bestimmen möchten, wie das politische Geschehen von Statten geht. Diese emotionalen Ausbrüche mit der Forderung nach mehr Mitbestimmung sind größtenteils Launen. Man hatte mal nen ganz schlechten Tag und dann ist einem eben nach mehr Mitbestimmung.
Ergo, alles ist gut, so wie es ist.