Quote:
Originally Posted by pimob
Ich sehe du bist sehr gebildet. Ich vermute du hast Abitur und studiert. Ich kann mir bei dir gut vorstellen, dass du Medizin studiert hast, und den Sinn verloren hast im Leben. Und jetzt einfach nur bist.
Falls du wirklich ein Medizin Studium hast, könntest du auch in Krisengebieten arbeiten und dort helfen wo sich keiner hintraut.
Aufjedenfall hast du eine Medizin Mentalität. Psychater wäre sehr guter Beruf für dich mit eigener Praxis. Vielleicht findest du dort wieder einen Sinn?
|
Guten Morgen. Der Durst nach dem Leben und der Welt manifestiert sich als:
1) Neigung zu denken, dass unsere Persönlichkeit unser Wesen oder uns wesentlich und ewig sei.
2) Neigung, daran zu zweifeln, dass unsere Persönlichkeit (Körper, Gefühl, Denken, Seele und Geist) mehr ist als ein bloßes Attribut und Vehikel (upādhi), aber eben nicht wesentlich zu uns gehört. NICHTS gehört wesentlich zu uns. Wir SIND bloß. Den meisten genügt das natürlich nicht. Jeder möchte immer gerne etwas sein, auf dass er oder sie dann stolz der Welt verkünden kann: „Guck, schau her, ich bin nicht nur, sondern ich bin etwas. Ich bin auch jemand. Und was bist du? Was hast du?" Und so klopft sich jeder eitel auf die Schulter und ist stolz darauf, nicht nur zu sein, sondern auch etwas zu sein. Damit hat er natürlich auch gleichzeitig sein Todesurteil unterschrieben, denn wer etwas sein will, muss wissen, dass genau dieses „etwas" vergänglich und sterblich ist und ihm natürlich wieder entrissen wird, oft dann, wenn er sich gerade so schön daran gewöhnt hat. Dann ist der Jammer groß. Aber keine Angst, „dem Willen zum Leben ist Leben gegeben", und so wird der nach Leben (und damit nach Tod) Verlangende wieder reinkarnieren und aufs Neue Opfer seiner Unwissenheit sein und aufs Neue geboren werden, leben und sterben, es sei denn, er wird weise.
3) Neigung, Erlösung oder Errettung von einem Gott zu erwarten. Nur du selbst kannst dich retten durch entsprechendes Handeln.
4) Neigung zu den Vergnügungen, die wir uns verschaffen durch den Kontakt mit Objekten durch unsere fünf äußeren Sinne.
5) Neigung, uns zu ärgern, wenn etwas nicht so läuft, wie wir es wollen.
Ich will nichts werden, weil ich doch schon bin. Alles, was man werden kann, ist als Möglichkeit in uns schon auf ewig latent vorhanden. Für mich ist es ein Unding zu sagen, ich will dies oder jenes werden, weil genau diese Mentalität bzw. das, und der Aufwand sowie das Ergebnis, der damit einhergeht, wieder zerstört wird, da es sich um eine Illusion handelt, siehe Tod. Und wenn du alle Punkte gründlich liest, wirst du verstehen, warum ich mit der Welt nichts mehr zutun haben möchte. Ich will nämlich meine Ruhe undzwar die ewige Ruhe, von der die Priester immer so schön verkünden "Ruhe in Frieden", aber nicht wissend, das sie damit nicht die Quelle meinen, sondern immer noch einen Himmel, der genau wie alles andere vergänglich ist, weil aus Materie bestehend und so nicht ewige Ruhe beinhalten kann.
Für mich persönlich, wenn du fragst, gibt es nur eine wahre Arbeit und das ist die Arbeit an sich selbst zum Zwecke der Loslösung von der Welt. Alle anderen Formen der Arbeit führen weiter und tiefer in die Welt hinein, verursachen so eine Wiedergeburt in ihr und das, will ich nicht mehr. Jeder wie er mag.