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Wie ich dich verstanden habe, ist der Weg über Gott ein weiterer Umweg und deshalb unlogisch. In diesem Universum gilt die Einfachheit, doch ist diese universell? Falls nicht, könnte es auch einfach nur Gottes Wille gewesen sein, das Universum so zu konstruieren, wissen kann man es nicht.
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Auch hier wieder derselbe Fehler. Gottesdiskussionen halten sich außerhalb von empirischer Nachprüfbarkeit auf.
Man kann nicht testen, ob es da einen Gott gibt, der alle Naturgesetze so definiert hat (einen Theismus wie das Christentum schließe ich nun mal aus) und sich dann nicht mehr blicken lassen hat.
Selbst wenn man irgendwann etwas Derartiges findet - man wird sich wieder fragen können, wo dieses Wesen herkommt. Und "Gott" bezieht sich ja auf den Anfang, den Ursprung, also das Wesen ohne Ursprung. Dieses kann man niemals finden, denn man wird immer ein "Warum?" dranhängen können.
Also muss man rein logisch rangehen: Macht es Sinn, so etwas in Erwägung zu ziehen?
Natürlich "könnte" es so einen fiesen Gott geben, der uns nur mit all diesen eindeutigen Indizien verwirren will. Genau so könnte es ein unsichtbares und auch sonstwie nicht messbares Spaghettimonster geben, das gerade über deinem Kopf fliegt. Aber solange es keinerlei Wechselwirkung mit unserer Welt hat - who cares?
Solange gilt nunmal die einfachste Variante als die wahrscheinlichste. Sobald es irgendwelche Indizien gibt, die für eine Art Hyperraum, einen Raum um unseren Raum und für höhere Wesen sprechen, kann man das Ganze wieder in Erwägung ziehen.
Aber solange das nicht passiert, bleibt es wie im Gerichtssaal: Im Zweifel für den Angeklagten. Gottes Existenz wurde nicht bewiesen, ja nichtmal Indizien sprechen dafür. Warum sollte ich sie dann annehmen?
Und genau das ist die Definition von Wissen: Eine begründete Überzeugung. Und es sprechen nunmal alle Gründe dagegen.
Das impliziert keine Unfehlbarkeit. Wissen kann sich irgendwann als falsch herausstellen. Aber erstmal wissen wir, dass es keinen Gott gibt bzw. dass es keinen Sinn macht, über seine Existenz zu diskutieren, solange wir keine Anhaltspunkte haben, die sich nachprüfen lassen.
Das ist letztendlich, was als Ockhams Rasiermesser dem Atheismus in der Metaphysik zum Sieg über den Theismus bzw. Deismus verhilft.
Alles andere ist einfach keine Debatte wert, denn es verläuft in sinnlosen und willkürlichen Theorien, für die keiner Beweise hat und am Ende ist man auch nicht schlauer als vorher. Und Diskussionen sollten immer ein vernünftiges Ergebnis haben.
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Nun schweifst du ab zu der Teilbarkeit der Teilchen, was ich nicht so ganz verständlich finde. Möchtest du damit andeuten, dass du an die unendliche Teilbarkeit dieser Teilchen glaubst?
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Es sollte lediglich ein Beispiel zur Verdeutlichung sein. Während das Universum ja bisher die größte Grenze war, die wir uns vorstellen können, wurde die Theorie der kleinsten Teilchen schon mehrmals überholt.
Aber nie hieß es nunmal nach der Aufklärung "So, die Elektronen sind die kleinsten und kleiner geht nich mehr, weil Gott das so wollte".
Es geht einfach darum, dass man prinzipiell immer eine Ebene höher bzw. tiefer gehen kann oder man gibt sich einfach mit der aktuellen zufrieden.
Aber extra eine Ebene höher bzw. tiefer zu gehen, um diese dann mit einem allmächtigen Wesen zu füllen, das unergründlich ist, hat einem letztendlich nichts gebracht, man kann es sich einfach sparen.
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Wie kannst du Wissen, dass die Singularität schon vorher vorhanden war, und nicht erst Sekundenbruchteile vor dem Urknall entstanden ist?
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Eben weil es keinen Grund gibt, das Gegenteil anzunehmen, solange keiner Beweise dafür bringt. Bei Naturgesetzen geht man davon aus, dass sie überall gleich sind. Wenn das nicht mehr zutrifft, sucht man ein allgemeineres. Darauf basiert unsere gesamte Wissenschaft.
Wie schon mehrfach gesagt: Wissen ist relativ, es bezieht sich immer darauf, was man, logisch oder empirisch, nachprüfen kann. Von einem absoluten Wissen, von der großen Wahrheit zu sprechen, ist auch nur Zeitverschwendung, denn man kann es doch ohnehin nie erlangen.
Natürlich könnte es vollkommen anders sein, aber warum sollte ich das annehmen, solange nichts dafür spricht und ich das aktuelle Wissen super nutzen kann, um Dinge vorauszusagen?
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Und selbst bei deinem Gedankengang bleibt die Frage offen, wo denn die eigentliche Materie/Energie herkommt.
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Richtig, aber die Frage stellt sich auch, wenn man diese auf einen Gott zurückführt, nur halt anders formuliert - warum also eine Ebene höher gehen, um dann genau so schlau wie vorher zu sein?
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Wieso sollte Gott an sich unlogisch sein? Nur weil ihn der menschliche Verstand schwer fassen kann, muss er kein Hirngespenst sein.
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Nicht Gott, sondern der Glaube an einen Gott. Denn es spricht nichts für einen Gott, also warum sollte ich mich damit befassen? Dieses "unser Verstand begreift das nur nicht" ist doch letztendlich irrelevant - was will ich mit Theorien, die ich weder begreifen noch überprüfen kann? Sie sind wertlos.
Moral, Werte und Ethik bekomme ich auch ohne solche Hypothesen vermittelt.