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Originally Posted by Krateling
Die Handlung an sich ist gut, aber für 95% gibt es keinen Grund warum es passiert.Fast alles passiert wegen Fehlern von Tokyo und Denver. Beide haben keinen Grund überhaupt da zusein weil sie nichts besonderes können und nach den 5 (?) Monaten musste der Professor wissen das sie unfähig sind sich an den Plan zuhalten. Er war bereit Rio zukicken den er braucht aber nicht die beiden nutzlosen.
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Tokio ist mit 14 Jahren in die kriminelle Schiene abgerutscht und hat seitdem mehrere Raubüberfälle begangen; eine gewisse Erfahrung, insbesondere mit der Art von Straftaten, ist also vorhanden und damit auch Erfahrung im Umgang mit Waffen. Dazu ist sie mutig und hat meiner Meinung nach beim Umgang mit den Geiseln eine autoritäre Rolle gehabt. Was aber vermutlich der wichtigste Grund war, sie überhaupt ins Boot zu holen: Sie hat nichts zu verlieren. Keine Familie, Freund erschossen, nichts. Es gibt also von außen kein besonderes Druckmittel gegen sie (was beispielsweise bei Rio schon der Fall ist, denn der hat draußen Familie und wird damit gelockt). Ich schätze mal, dass dieser pure Wille und die Entschlossenheit wichtiger ist als manch eine Fertigkeit.
Zu Denver: Auch wenn er einfach gestrickt ist und nicht den hellsten Eindruck macht, hat er Teamgeist und ist grundlegend loyal. Denver wurde vom Professor nicht gleich zu Beginn ausgewählt, sondern ist erst durch seinen Vater reingerutscht; er war also ursprünglich nicht als Mitglied des Teams geplant. Klar, Denver und Tokio haben Probleme gemacht, aber das haben in meinen Augen auch noch andere und ich tippe mal, dass es realistisch ist, dass man in so einer extremen Situation auch mal irrational handelt. Zumal die Probleme, die Tokio und Denver gemacht haben, nicht schwerwiegend waren, oder? Ich kann mich gerade nicht mehr genau daran erinnern, wann was passiert ist beziehungsweise in welcher Reihenfolge. Aber wenn ich mich nicht irre, waren die Fehler von den beiden nie so gravierend wie beispielsweise die des Professors. Die ersten Geiseln sind entwischt, weil er im Bett mit Rahel lag, was unter keinen Umständen so geplant war.
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Originally Posted by Krateling
Macht überhaupt keinen Sinn, und ist einfach nur ein schlechtes Drehbuch weil es den Mastermind Charakter der der Professor sein soll als wirklich inkompetent darstehen lässt.
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Findest du wirklich, dass der Professor als unfehlbares Genie dargestellt wird? Finde ich nämlich gar nicht. Es wird gezeigt und es wird auch durch die Handlung klar, dass er den theoretischen Ablauf super geplant hat und an vieles denkt. Er hat oft Alternativpläne und weiß, welchen Schritt die Polizei bei welchem Problem am wahrscheinlichsten macht. Aber eine Sache hat er nicht eingeplant beziehungsweise konnte er nicht einplanen, weil er dazu einfach nicht fähig ist: die zwischenmenschliche Ebene, insbesondere seine eigene. Wenn er die Handlung der Polizei voraussagt oder schon im Vorhinein weiß, dass Rio das schwächste Glied der Gruppe ist, kann er einen Menschen natürlich einschätzen, aber nur aus der Ruhe heraus und mit Vorlauf. Wenn es ihn selbst betrifft oder er schnell handeln muss, hat er keinen Schimmer. Das wird doch auch so dargestellt; mehrmals wird durch die Off-Stimme von Tokio angesprochen, dass der Professor damit nicht gerechnet hat. Er hat beispielsweise nie eingeplant, dass er sich in Rahel, die größte Gegenspielerin verliebt. Letztendlich wurden die Liebe und die resultierende Nachlässigkeit zum größten Problem überhaupt. Dagegen waren die Raufereien in der Druckerei quasi irrelevant. Ich finde, dass die zwei Seiten des Professors gut beleuchtet werden; seine Schwächen werden erstens durch seine eigenen Handlungen und zweitens durch die Off-Stimme aufgezeigt.
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Originally Posted by Krateling
Kein Stück Charakterentwicklung, alle sind immernoch da wo sie vor nem halben Jahr waren. Wenn überhaupt haben sie sich zurückentwickelt, oder sind tod.
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Gut, die Charakterentwicklung ist wirklich nicht die tiefgründigste, das stimmt schon. Ich finde das in dem Fall aber gar nicht so wichtig, weil der hauptsächliche Handlungsstrang nur in wenigen Tagen abläuft. Die paar Ausschnitte von der Planung in dem Vorort würde ich da vernachlässigen; das sind ja quasi nur kurze Rückblicke, die nicht mal bei allen Charakteren Aufschluss über die Persönlichkeit geben. In den paar Tagen, in denen sie in der Druckerei waren, erwarte ich rein realistisch keine große Veränderung am Charakter. Bei Serien, die sich fiktiv über mehrere Monate hinweg ziehen, ist mir so eine Entwicklung wichtiger. Bei Haus des Geldes war für mich eher der Knackpunkt, wie so unterschiedliche Charaktere das Ganze über die Bühne bringen.
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Originally Posted by Krateling
Natürlich kann man noch mehr Handlung bringen aber es macht keinen Sinn. Mans hat bei Supernatural gesehen, man hats bei Dexter gesehen und man wirds hier sehen. Wenn eine Story abgeschlossen ist sollte man nicht noch mehr dazu schreiben nur weils erfolgreich war. Breaking Bad und The Wire gelten nicht umsonst als die besten Serien, das Team hatte einen Plan, haben den umgesetzt und sich nicht vom Studio dazu drängen lassen mehr als das zumachen.
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Dass es in der Realität oft scheitert und die Serie dann schlecht wird, kann man nicht abstreiten, aber die Möglichkeit, eine spannende Geschichte weiterzuführen, ist da. Ich fände es schade, eine (zumindest für mich persönlich) coole Serie enden zu lassen, nur weil ursprünglich nicht mehr geplant war. Das Setting ist nämlich immer noch cool, daran ändert sich nichts. Die Qualität muss einfach nur stimmen, dann steht neuen Inhalten nichts im Weg. Ich kann aber auch verstehen, wenn man sagt, dass die Handlung abgeschlossen ist. Ist sie ja auch, aber das heißt nicht, dass ein anderes Abenteuer in der Welt dieser Serie beginnt. Vielleicht könnte man das einfach unter einem neuen Namen verpacken; kann ja die gleiche Welt mit den gleichen Schauspielern sein, nur eine "neue" Serie, damit die Abgrenzung zur abgeschlossenen Handlung klar wird.