- Der dunkle Beobachter -
Ich bin ständig dabei aber auch abwesend,
höre überall zu und bin auch nicht ablehnend,
doch bequemend und zurückgelehnt,
ich lausche was die anderen reden und angeht,
sehe Leute um mich herum in Hektik und Streit
oder in Unterhaltung und Flirts, Liebesbereit.
Ich werde was gefragt und antworte neutral,
Was man von mir denkt ist nun deren Wahl.
Ich bin nun mal still und zurückhaltend.
Ich lache niemals lang laut und schallend.
Ich beobachte und nicke oder schüttel den Kopf.
Beobachte auch öfter Frauen und deren Haarschopf
wenn sich das Haar in der Musik wiegt,
Die Frau in den unsichtbaren Musiknoten liegt,
ihr Körper zum Rhythmus zuckt und tanzt
Ich dagegen stehe wie angepflanzt.
Ein Typ stiert mich die ganze Zeit feindlich an,
ich lächle ihn öfter mal freundlich an
zeige damit meine Zähne und verziehe wieder das Gesicht.
Er wird unsicher denn meine Absicht kennt er nicht.
Ein anderer spricht ihn an und zeigt auf mich.
Ich bewege mich plötzlich und schaue ihm ins Gesich´!
"Meinst Du mich?" Frage ich und er schaut verwirrt.
"Äh... Nein!" sagt er nur. Ich hab ihn böse angestiert.
Vielleicht gelte ich nun als Macho, Assi oder Rüpel,
Als fieser Schläger der sich freut auf Prügel
die er verteilen kann. Aber das ist mir egal,
das macht mich nicht an, nur das Bier schmeckt schal.
Deswegen kipp ich es runter und hol eine neue Runde,
kippe es langsam runter. Ein Getränk jede Stunde.
Ich will nicht hier sein, will aber auch nicht gehn.
Rühr mich nicht vom Fleck, bleib einfach stehn.
Habe kein Versteck, werde von jedem gesehn.
Selbst von ungewünschten, doch die könnens nicht verstehn,
dass ich mit ihnen nicht reden mag, nicht jeden Tag.
Und auch nicht hier mit meinem Bier an diesem Ort,
hinfort mit Euch Typen, hinfort, hinfort.
Sonst geschieht noch ein Mord, denn dies ist mein Drachenhort.
Ich bin noch die einzige Ruhe in diesem Menschensturm,
doch bald bin ich den Inbegriff des Sturms, der höchste Turm
inmitten von kleinen Häusern, alle schauen auf mich auf,
schauen mich an, schauen hoch in die Luft hinauf,
und die drei Penner die mich beleidigt und angegriffen haben,
mich provozierten, schlugen und sich an meiner Wut labten,
liegen K.O. vor mir auf dem Boden, werden von anderen aufgehoben.
Ich dagegen werde von der Security genommen und rausgeschoben,
rausgebracht, rausgeworfen in die tiefschwarze Nacht.
Ich hab´ eh zuviel Zeit da drin verbracht, Bekomm gesagt "hab´ acht!"
und wunder mich warum bin ich der Bösewicht? Liegt´s an meinem Gesicht?
Schaue ich zu Agressiv oder halten mich die Leute für nicht ganz Dicht?
Ich sag einfach nur "leck mich!" und bin mit der Welt fertig.
Geh durch die dunklen Straßen und Gassen nach Hause.
Es wird Zeit für eine lange und tiefe Schlafpause.
Doch am nächsten Tag geht das Ganze dann wieder los.
Da werde ich wieder mitgenommen und lege die Hände in den Schoß!
Um mich herum wirds chaotisch. Es ist was passiert, keine Ahnung was.
Es ist mir egal. Die Leute rennen und schreien, manche werden nass.
Es scheint zu regnen. Einiges stürzt hier und da ein.
Ich schalte ab, starre vor mich hin und bin in der Menge allein.
Alles versinkt in Chaos, alles brennt um mich herum,
doch ich bleib stehn und bleib stumm, schaue nur rum.
Mir ist es egal. Mich geht das alles irgendwie nichts an.
Um mich herum explodiert die Welt als ein Lächeln dann
auf meinen Gesichtszügen erstrahlt...
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