Ich persönlich würde glatt soweit gehen, mich als Christ zu bezeichnen, allerdings bedeutet Christ sein für mich etwas anderes, als CDU wählen und Sonntags in die Kirche gehen. Für mich heißt Christ sein das Bestreben so wie Christus selbst leben zu wollen. Wenn ich mir all diese Heuchler ansehe, die sich heutzutage Christen nennen, dann sehe ich davon nichts. Da wird Verhütung verteufelt, andersartige Menschen werden ausgegrenzt, gelästert und Nächstenliebe bedeutet für die meisten auch nur etwas in den Klingelbeutel werfen.
Wenn ihr mich fragt gibt es unter all diesen Leuten kaum einen wirklichen Christen. Wo ist all die Aufopferung für den Nächsten, Verständnis und Mitgefühl? Hat Jesus ständig Moralpredigten gehalten oder hat er sich lieber um die Kranken, Ausgestoßenen und Verachteten gekümmert?
Vor nicht allzu langer Zeit befand ich mich auf einer etwas unvorbereiteten Wanderschaft. Als schließlich der morgen graute hatte ich bereits über 30km hinter mir, ich war wie gesagt unvorbereitet, hatte zu Anfang keine Schuhe getragen, bin nachts durch mir unbekannte Wälder gegangen, habe dadurch, dass ich keinen Kompass bei mir trug den Weg nicht so recht gefunden und musste weiter gehen als ich vorhatte. Jedenfalls kam ich dann morgens in einem Ort namens Hirzenau an. Die Kirche war wegen Renovierung geschlossen, mein Brot schimmelte und mein Wasser neigte sich dem Ende zu. Nachts bin ich wohl irgendwie dämlich aufgetreten und habe mir den linken Knöchel verrenkt, ist mir aber zu dem Zeitpunkt nicht aufgefallen, da mir die Füße furchtbar weh taten. Nun sah ich aber den Pfarrbrief, darin ging es um eine Pilgerfahrt, die Reise des Volkes Israel durch die Wüste und persönliche "Durststrecken". Nun gut dachte ich mir, ich befinde mich momentan selber auf einer solchen, da wird sich doch ein guter Christenmensch finden, der mich einige Kilometer weit in meine Richtung mitnimmt.
Falsch gedacht.
Niemand hat mich mitgenommen, über Stunden hinweg.
Der einzige Mensch, der mich leider nur 2km weit mitnehmen konnte war nicht mal deutsch, welcher Religion er angehörte weiß ich nicht, aber das war der Zeitpunkt, zu dem ich etwas Mitgefühl und Nächstenliebe hätte gebrauchen können, ich war nämlich entsetzlich müde, da die Nacht zu kalt war um unter freiem Himmel zu schlafen, darum konnte ich nur weitergehen. Sollte in Hirzenau auch nur ein einziger Christ leben, so habe ich ihn leider nicht getroffen.
Soviel zu meiner Ansicht über die Vielfach nach außen getragene Religiösität, es ist alles nur albernes Herumgehampel um das eigene Gewissen zu beruhigen, aber wirklich leben wird das kaum einer.
Und noch etwas zu guter Letzt zu dem, was ich über unsere Konsumgesellschaft und den Wunsch alles haben zu wollen denke:
Quote:
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Eher kommt ein Kamel durch ein Nadelöhr als ein Reicher in den Himmel
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edit:
Eigentlich wollte ich was witziges schreiben, darum müssen die Jesus Skins das jetzt wieder geradebiegen:
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