Hannes Wader & Konstantin Wecker - Es ist an der Zeit
Weit in der Champagne im Mitsommergrün,
dort, wo zwischen Grabkreuzen Mohnblumen blühn,
da flüstern die Gräser und wiegen sich leicht
im Wind, der sonst über das Gräberfeld streicht.
Auf deinem Kreuz, finde ich toter Soldat,
deinen Namen nicht, nur Ziffern und jemand hat
die Zahl 1916 gemalt,
und du warst nicht einmal neunzehn Jahre alt.
Hast du, toter Soldat, mal ein Mädchen geliebt?
Sicher nicht, denn nur dort, wo es Frieden gibt
können Zärtlichkeit und Vertrauen gedeihn.
Warst Soldat, um zu sterben, nicht um jung zu sein.
Vielleicht hast du gedacht, ich falle schon bald,
nehme mir mein Vergnügen, wie es kommt, mit Gewalt.
Dazu warst du entschlossen, hast dich aber dann
vor dir selber geschämt, und es doch nie getan.