Kleines Anwaltsgeheimnis: 99% aller Leute geben ihren Mist zu wenn ein Schreiben vom Anwalt eingetrudelt kommt in dem auch noch die Kopie der Anzeige beiliegt.
Im übrigen sollten sich hier einige nicht zu weit aus dem Fenster lehnen wenn es um zivilrechtliche Dinge geht. Woher wisst ihr denn, dass das Einschalten eines Anwaltes scheitern würde? Habt ihr da Grundlagen für? Nein.
Nehme ich für eine solche Angelegenheit ein Mandat an, schreibe ich den Handelspartner an er soll den Account wieder zugänglich machen oder das Geld zurücküberweisen. Geschieht das nicht innerhalb von sieben Tagen wandert der Kram zum Gericht. Und one mit der Wimper zu zucken wird Antrag beim Gericht gestellt (mündliche Verhandlung). Dem Gericht wird gleiches mitgeteilt:
In eBay-Auktionen wird immer wieder groß deklariert, dass der Account nie negativ aufgefallen ist. Tja, aber kurz nach dem Deal funktioniert er nicht mehr. Account funktionierte wunderbar -> Kauf -> funktioniert nicht mehr wunderbar -> Betrug.
Ja, das mag bei einigen Kopfschütteln auslösen - ist aber eine relativ einfache Sache. Natürlich muss mein Mandant Beweise erbringen, aber hier reichen für den Verdachtsmoment schon die Tatsachen, dass ein Zugriff auf den Account nicht mehr möglich ist. Und schon haben wir eine Beweislastumkehr. Und dann will ich den Verkäufer mal schwitzen sehen.
Alles in allem: Es ist garnicht so spektakulär wie sich das einige immer vorstellen: Mein Mandant kommt zu mir, ich schicke die Briefe los. Wenn nach dem Brief nichts passiert wird der Verkäufer spätestens bei der Verhandlung vor Gericht weich, denn irgendwie muss er ja begründen wieso der nie negativ aufgefallene Account nach dem Kauf nicht mehr funktioniert.