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Originally Posted by .Andi89
1. Nate57
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Nate hat Antiimperialismus, Antikapitalismus, teilweise Antifaschismus, soziale Gerechtigkeit und Revolution auf einen bomben Track gebracht. ♥
make capitalism history! ☭
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Seitdem Nate57 weiß, dass er mit solchen Texten / Tracks den Nerv der Jugend und Gesellschaft trifft, macht er auch nur noch solche Tracks. Ist das nicht auch gewissermaßen ein Image oder der Versuch an die Kohle ranzukommen?
Im Endeffekt ist mittlerweile kein deutscher Rapper mehr richtig real, weil die, die damals ihre Platten mit ihrem 'Real Shit' verkauft haben und von dem Geld wie Könige gelebt haben, könnten sich heutzutage garnicht mehr an einebn normalen Alltag mit 8 Stunden Arbeit am Tag gewöhnen. Sobald die Kohle ausgeht, kommt was Neues und es geht immer mit der Zeit und dem Trend.
Das neue Album von Eko Fresh gefällt mir vergleichsweise zu den anderen auch gut, allerdings ist Eko in meinen Augen kein flexibler Rapper, sondern macht nur das, was die Menge hören will und so war es bisher immer. Manchmal klappt es besser, manchmal weniger gut.
Als der Gangsterrap 2001 richtig ins Rollen kam, durch Aggro Berlin, konnte man noch glauben, dass diese Leute wirklich wie die letzten asozialen Penner gelebt haben und teilweise auch auf der Straße gelebt haben. Ich finde es okay, wenn ein sido oder ein Bushido darum kämpfen, nicht wieder irgendwann dahin zu müssen, wo sie bereits einmal gewesen sind - unabhängig von den Spekulationen die es gibt. Vielleicht haben sie gewissermaßen ihren "Arsch" verkauft, aber das hätte jeder gemacht, wenn man eine Welt kennenlernt, in der es einem sowohl gesellschaftlich, wie auch gesundheitlich besser geht.
Viele würden jetzt auch sagen, die Alten Sachen von Bushido und sido sind auch besser, als den Stuff, den sie heute liefern. Ich gehöre auch dazu - Allerdings hatten diese Leute auch mehrere recht harte Kämpfe mit der Regierung, wegen den Texten. Natürlich mussten sie einen anderen Weg einschlagen. Niemand würde sagen: "Hey, mir wird verboten meinen Style auszuleben und zu verkaufen, ich höre jetzt komplett auf!"
Die Frage "Wer ist der beste Rapper aus Deutschland?" ist einem sehr breiten Spektrum zugeteilt. Es gibt viel zu viele Rapper in Deutschland und wonach sollte das Ganze denn bewertet werden? Jeder von euch hat einen Lieblingsrapper, den er auch patriotisch verteidigt. Schon klar.
Wenn es um die Verkäufe, Erfolge, Zahlen und Fans geht, ist Bushido ganz klar der Sieger, allerdings gibt es dann wiederum Leute, wie mich zB., die jetzt behaupten, dass es nicht unbedingt Rap ist, nur weil man seinen Lebensalltag auf gangsterharte Bretterbeats packt.
Genauergenommen ist Bushido eine Popikone oder mittlerweile mehr gesagt eine Marke. Popmusik ist das Genre für populäre Musik. Das ist ähnlich wie Klamotten damals. Alles wo "Southpole" oder "Freeman T. Porter" draufstand, wollte man unbedingt haben.
Alles wo Bushido draufsteht, will man haben. Heutzutage natürlich auch weitestgehend durch das Internet, was einen Musikproduzenten / (Pseudo)Rapper allerdings nicht stören muss, wenn man mehrere Millionen Fans hat. In dieser Hinsicht hat die Jugend sich nicht verändert.
Aber kommen wir nun nochmal zurück zu den Kriterien, die den Besten Rapper aus Deutschland denn ausmachen sollen?
Ein wichtiger Punkt ist für mich der "Einfluss" auf die gesamte Kultur.
Zum einen hätte ich nun Kool Savas im Angebot, der wie Aggro Berlin 2001, nur viel früher eben, die Augen auf sich gelenkt hat, weil er in seinen Texten kein Blatt vor den Mund genommen hat. So wurden die Leute aufmerksam auf Kool Savas. Im Laufe der Zeit bzw. zum nächsten Album hin, hat Kool Savas seinen Style auch kravierend geändert und rappt seitdem über andere Themen und nicht mehr darüber, welche sexuellen Vorlieben und Penetrationen er bevorzugt.
Einfluss auf die Kultur brachte das ganze natürlich auch. Nicht nur weil sich der damalige King Kool Savas (KKS) nicht sowieso schon den King of Rap nannte, sondern einfach, weil er sich nach der MOR Zeit von allen anderen abgehoben hat und der Masse / Gesellschaft etwas bieten konnte, was niemand anders konnte.
Das ging auch ganz gut, bis 2001 Aggro Berlin mit neuem Konzept auftrumpfte und die Masse auf sich lenkte. Zu der Zeit, war sido (obwohl Bushido zu der Zeit schon länger im Untergrund bekannt war) der erfolgreichste Rapper unter dem Dach des Independent Labels und schaffte mit der Hitsingle "Mein Block" nicht nur einen kommerziellen Erfolg, sondern auch den ersten deutschen Rap-Klingelton. Ist zwar nicht unbedingt erwähnenswert, allerdings ist das für die Kultur auch ein gewisser Erfolg.
Von dort an ging es nur noch bergab mit Kool Savas. Wenn ich mich nicht irre, war sein größter Erfolg das Album "One" mit Azad zusammen. Wie kann man hier also von dem "King of Rap" sprechen? Ich lese / höre so oft, Kool Savas ist der Beste Rapper Deutschlands. Allerdings kann ich das bei weitem nicht nbachvollziehen, da es viele Rapper gibt, die ihm flowtechnisch, wie auch reimtechnisch überlegen sind. Es nützt nichts, zu sagen Kool Savas ist der Beste Rapper, nur weil er seit ~15 Jahren rappt.
Aus dieser gesamten Frage möchte ich generell schonmal Rapper wie Chakuza & Bizzy Montana heraushalten, denn die Anhängerschaft eines Labels würde ohne den dazugehörigen Chef bis heute kein Arsch kennen. So wäre es auch mit Eko Fresh. Wäre Kool Savas damals auf dem Geburtstag nicht so begeistert gewesen, würde man Eko heute wohl immer noch nicht in den Charts begrüßen können.
Aber wie steht es denn um Selfmade Records? Umstritten ist noch immer die Aussage, dass der Auftrumpf des Ruhrpotter Labels, das Ende für die Westberliner um Aggro Berlin bedeutete.
Zwar kann sich ein Kollegah statistisch nicht mit einem Bushido messen, aber bis Bushido richtig bekannt wurde und in den Munden aller Leute war, hatte er auch bereits einige Alben draussen. Immer mehr Menschen feiern Kollegah, da sie mittlerweile einfach einsehen müssen, dass er in allen Belangen nicht zu schlagen ist. Allerdings ist er auch ein Imagerapper, wie die anderen genannten bereits auch. Irgendwo haben sie alle ihr Image und verkehrt ist das nicht. Normale Menschen teilen ihr Arbeitsleben ja auch vom Privatleben. Bushido hört privat zB. Rock & Metal.
Hip Hop / Rap ist Musik und Musik ist Kunst - ich finde es nicht verkehrt, wenn ein Künstler eine Kunstfigur erschafft, das ist sehr amüsant, wie ich finde. zB. die Pseudoschizophrenie von Favorite oder der Drogenzuhälterboss Kollegah, sowie das Image mit der Maske von sido fand ich auch recht amüsant.
Ich würde zum Schluss nur noch sagen, warten wir den 14.10.2011 & den 11.11.2011 ab um den Besten Rapper Deutschlands zu küren - Dort erscheinen die 3 Alben der meiner Meinung nach 4 einflussreichsten Rapper in Deutschland, die ohne die Hilfe auf den Stand gekommen sind, auf dem sie nun sind.
Die Frage lässt sich nicht so einfach beantworten, wie man sieht, man kann im Endeffekt nur für das stehen, was man selbst mag und nicht was andere gut finden.
In diesem Sinne, Sozialphobie! Hoffe, das Lesen hat Spaß gemacht. :)